Dienstag, 20. April 2010

Sommar, Sommer, von Nils Sjögren am Guldhedstorget in Göteborg


Sommar (Sommer) oder auch Efter badet (Nach dem Bad) heißt die weibliche Skulptur, die den Teich am Guldhedstorget in Göteborg dominiert. Die Statue steht unter dem Laub hoher Bäume und wurde 1944 am heutigen Platz aufgestellt und passt wie angegossen an die Stelle, wo man auf der einen Seite den Marktplatz, auf der anderen eine Grünfläche mit zahlreichen Frühlingsblumen findet.

Sommar oder Efter Badet gehört mit zu den älteren Skulpturen Göteborgs, die daher noch in klassischem Stil geschaffen wurde und vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond der Stadt finanziert wurde, in einer Zeit, als die Bautätigkeit in Guldheden am bedeutendsten war und jeder neu geschaffene Platz Göteborgs mit einer Skulptur versehen wurde. Es handelte sich bei Sommar um keine Neuschaffung eines Werkes, denn die gleiche Skulptur findet man in drei weiteren schwedischen Städten, wo sie bereits ein Jahr vor Göteborg dem Publikum vorgestellt wurden.

Nils Sjögren (1894 - 1952) studierte erst Archäologie und Kunstgeschichte in Uppsala, bevor er sich den Bildhauerei zuwandte. Seine künstlerischen Fähigkeiten erwarb er vor allem bei seinem Studienaufenthalt in Paris. Von 1929 bis 1941 war Nils Sjögren Lehrer an der Konsthögskolan in Stockholm. Er wurde in Schweden vor allem mit seinen Monumentalskulpturen und mehrere Brunnenausschmückungen bekannt, die über das ganze Land verteilt sind.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 19. April 2010

Här, hier, von Ebba Matz am Wavrinskys Plats in Göteborg


Mitten auf dem Wavrinskys Plats in Göteborg, umgeben von Straßenbahnhaltestellen und regen Straßenverkehr steht eine Art übergroße Stecknadel mit rotem Kopf auf einem imaginären Zentrum, eine Markierung auf der Karte Göteborg. Die Künstlerin hat das 4,50 Meter hohe Kunstwerk Här (Hier) genannt um auszudrücken, dass „här“ ein Zentrum ist.

Der Nadelkopf ist aus glasfiberverstärktem Plastik, die weiteren Teilen aus rostfreiem Stahl und gewöhnlichem Stahl. Här oder Hier sollte den Platz von anderen Plätzen Göteborgs unterscheiden und die Wichtigkeit der Stelle innerhalb der Stadt ausdrücken, was mit einer Stecknadel zur Perfektion gelingt. Das Werk Här wurde im Jahre 2006 vom Göteborger Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert.

Ebba Matz wurde 1963 in Leksand geboren und studierte erst an der Konstskolan Idun Lovén und anschließend an der Kungliga Konsthögskolan in Stockholm. Ihre Werke drücken meist eine bestimmte Stelle im Raum oder einer festgelegten Umgebung aus. Ebba Matz lebt und arbeitet in Stockholm. Ihre Werk Här findet man seit 2008 auch an einem öffentlichen Platz in Kumla.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. April 2010

Der Bock von Gino Scarpa an der Linnégatan in Göteborg


Auch wenn die Linnégatan in Göteborg eine gewisse Bedeutung hat, so sind Kunstwerke an ihr doch sehr rar. Daher sticht der Bock in seiner surrealistischen Form von seiner Umgebung deutlich ab. Auch wenn man bei einem so modernen Werk, das vermutlich um die 70er Jahre entstanden ist, noch einen Bock erkennen kann, so ist es ungewiss um welches Tier es sich wirklich handelt, da der Künstler, wie bei all seinen Werken, sehr von der darstellenden Kunst abweicht und der bedeutendste Kontrast in der Wahl seiner Materialien liegt.

Der Bock, den Gino Scarpa in Göteborg schuf, mischt Metalle in unterschiedlichen Farben und reduziert die Darstellung des Bockes auf ein Minimum, eine Arbeitsweise, die man auch bei seiner Victoria in Vasastan beobachten kann.

Gino Scarpa wurde 1924 in Venedig geboren, wo er auch Kunst studierte. Von 1964 bis 1966 studierte er dann Grafik in Malmö und 1970 zog er nach Oslo, wo er heute noch beheimatet ist. Gino Scarpa ist weniger als Bildhauer bekannt, sondern mehr für seine Buchillustrationen und seine Lithografien, die man in mehreren bedeutenden Museen Europas finden kann. Seine Arbeiten kreisen dabei oft um erotische Motive und Figuren aus der klassischen Mythologie.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 17. April 2010

Hästen oder Havre och betong von Ivar Lindekrantz in Guldheden in Göteborg


Wenn man die Doktor Allards Gatan im Göteborger Stadtteil Guldheden Richtung Wasserturm nimmt, so steht in einer der Grünflächen, die zu den Wohnhäusern gehören ein Holzpferd (Hästen oder Trähästen), das Richtung Straße blickt. Die Skulptur ist sehr einfach gehalten, der Schwanz ist zu kurz und der Sattel ist auf seinem Rücken andeutungsweise direkt eingelassen.

Pferde haben in Göteborg eine große Bedeutung, denn sie haben die Industrialisierung ermöglicht, sie zogen die ersten Straßenbahnen und an zahlreichen Stellen Göteborgs findet man noch die kunstvoll hergestellten Pferdetränken. Das Hästen oder Trähästen in Guldheden hat jedoch noch einen zweiten Namen, nämlich „Havre och Betong“, nämlich Hafer und Beton, was vermutlich auf den Übergang anspielt, der in den 50er Jahren in Guldheden stattfand. Das Hästen wurde 1956 an seiner heutigen Stelle errichtet, kurze Zeit nachdem die ganze Gegend als Wohngebiet erschlossen wurde und die ländlichen Wiesen und der Wald zu städtischen Flächen wurden.

Ivar Lindekrantz (1902 -1981) hat bei seinem in Teak geleimten Hästen, dem Pferd, zu seinem Lieblingsmaterial gegriffen, zu Holz. Die meisten seiner bedeutenden Werke wurden aus dem gleichen Material geschaffen und befindet sich vor allem in den Kirchen in ganz Schweden verteilt. Der in Göteborg geborene Künstler Ivar Lindekrantz hat an der Slöjdföreningens Skola, der heutigen Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg studiert, jedoch nur sehr wenige Werke in der Stadt hinterlassen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 16. April 2010

Tufsen von Egon Möller-Nielsen in Kyrkbyn, Göteborg


Das Wort Tufsen hat mehrere Bedeutungen. Zum einen handelt es sich dabei um eine kleine Insel, zum anderen bezeichnet es eine unbedeutende Person. Aber es handelt sich dabei auch um einen schwedischen Kosename. Das Werk Tufsen in Kyrkbyn, einem Stadtteil Göteborgs erhielt seinen Namen nach der Tochter des Künstlers, die von ihren Eltern liebevoll Tufsen genannt wurde und maßgeblich an der Entstehung des Werkes beteiligt war.

Tufsen ist eine Spielskulptur am Spielplatz der Äringsgatan und animiert mit seinen Gängen und skurrilen Formen die Fantasie der Kinder. Tufsen war auch die erste Spielskulptur Stockholms und der Grundstein für alle späteren Spielskulpturen, die Kindern künstlerisches Empfinden nahe bringen. Das Werk in Göteborg ist eine der Abgüsse der Originalform, die sich bis heute in ganz Schweden weiter ausbreiten. Der Göteborger Tufsen gehört mit zu den ersten Werken des Künstlers und wurde bereits 1949 an seiner heutigen Stelle aufgestellt, knapp ein Jahr nachdem der erste Abguss in Stockholm seinen Platz fand.

Egon Möller-Nielsen (1915 - 1959) wurde zu einer Architekturausbildung gezwungen, hatte aber immer die Ambitionen zu einem Künstler. Der aus Dänemark stammende Künstler siedelte sich 1940 in Schweden an, als Dänemark vom Naziregime überrollt wurde. Egon Möller-Nielsen war am Ende seines relativ kurzen Lebens Lehrer am Konstfacket in Stockholm und hatte sich einen bedeutenden Ruf mit seinen Spielskulpturen und Buchillustrationen gemacht. Möller-Nielsen war ein Erneuerer der Kunst, der Kinder an Kunst teilhaben lassen wollte und Kunst zum Anfassen schuf. In Göteborg findet man vom gleichen Künstler auch die Spielfigur Ägget.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. April 2010

Fina Fisken von Palle Pernevi am Doktor Fries Torg in Göteborg


Obwohl der Künstler bereits im Jahre 1952 ein Modell der Skulptur Fina Fisken, der schöne Fisch, am Doktor Fries Torg in Göteborg aufstellte, wurde das Werk erst 1961 an seiner heutigen Stelle im Auftrag des Charles Felix Lindbergs Donationsfonds errichtet.

Fina Fisken ist eine expressionistische Skulpur in rostfreiem Stahl, die gleichzeitig als Springbrunnen dient. Das Werk von fast fünf Meter Länge „schwimmt“ in einem künstlichen Teich von 13 x 12 Meter und ähnelt einem glitzernden Fisch, bei dem jede Schuppe sich im Wasser und dem Sonnenlicht reflektiert. Auch wenn allein schon der Fisch ein Symbol für einen Marktplatz einer Stadt am Meer sein kann, so hat der Ausdruck „Fina Fisk“ auch noch eine Doppelbedeutung, denn im etwas älteren Schwedisch versteht man unter einem fina Fisk auch alles, was schön ist oder einer besonderen Leistung entspricht.

Palle Pernevi (1917 - 1997) wurde in Helsingborg geboren und studierte Kunst in München und Stockholm. Unter Endre Nemes war er dann drei Jahre lang Lehrer an der Kunsthochschule Valand, später dann Professor an der Technischen Hochschule Chalmers und der Konstfackschule in Stockholm. Zu Beginn schuf Palle Pernevi Skulpturen, die von Religion und Mytholgie beeinflusst waren, später ging er auf abstrakte Kunst über. In dieser zweiten Phase entstand auch der Fina Fisken.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. April 2010

Babianen och Kråkan von Sture Collin im Stadtteil Guldheden in Göteborg


Am Doktor Fries Torg in Guldheden, einem Stadtteil Göteborgs, findet man eine Skulptur, die der Künstler Babianen och Kråkan, der Pavian und und die Krähe, genannt hat. Auf einem gewöhnlichen Fels sitzt ein Pavian, hinter dem eine bearbeitete Granitstange in die Höhe ragt auf der eine Krähe sitzt.

Seit 1998, als das Werk hier aufgestellt wurde, zieht es zahlreiche Kinder an, die vor allem den Pavian (Babianen) als Spielkameraden aussuchen. Gesamt gesehen sieht man jedoch zwischen dem Kunstwerk und seiner Umgebung keinerlei Zusammenhang, es sei denn, der Pavian soll der Beginn eines Zoos aus Bronze in Göteborg sein. Wenn man das Werk, das zweifellos eine künstlerische Skulptur ist, betrachtet, so fragt man sich jedoch unmittelbar was das Werk bedeuten soll oder ob die Baugesellschaft, die es finanziert hat, einfach Kunst um jeden Preis hier aufstellen wollte, denn es gibt hunderte von Stellen in Schweden, wo das Werk auch eine Bedeutung hätte. Und ein Künstler kann auch ein Werk schaffen, das eine Verbindung zu diesem relativ bedeutenden Platz hat.

Sture Collin wurde 1939 geboren und studierte an der Konsthögskolan in Stockholm. Der schwedische Bronze- und Betonkünstler wurde vor allem für seine öffentlichen Auftrage in verschiedenen Städten Schwedens bekannt. Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Künstlern des Landes hat sich Sture Collin wirklich auf die Schaffung von Skulpturen in unterschiedlichstem Material spezialisiert.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin