Freitag, 31. Juli 2009

Gerechtigkeit und Weisheit am Rathaus in Göteborg


Wenn man vom Gustav Adolf Torg seine Augen hebt und an den First des alten Rathauses blickt, so sieht man dort neben der Uhr zwei Reliefe, die Rättvisan och Klokhet ausdrücken, also Gerechtigkeit und Weisheit. Dieses Motto ist aus den politischen und philosophischen Schriften Platons entnommen und gilt als Einheit der Platonischen Gerechtigkeitslehre.

Diese beiden Symbole galten damals für die Ratsherren und ihre Entscheidungen, gelten aber heute noch in gleichem Masse, nachdem das Gebäude mittlerweile Teile des Göteborger Tingsrätt enthält, also das erste Niveau der Gerichtsbarkeit.

Das Relief Gerechtigkeit und Weisheit wurde im Jahre 1817 vom in Göteborg geborenen Skulpteur Bengt Erland Fogelberg geschaffen, der zu dieser Zeit in Rom angesiedelt war. Im Todesjahr des Künstlers wurde auch seine Statue Gustav II. Adolf endgültig auf dem Gustav Adolf Torg aufgestellt.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. Juli 2009

Snäckan, die Muschel, von Lenny Clarhäll an der Oper in Göteborg


Die Göteborger Oper verfügt über drei Skulpturen des schwedischen Künstlers Lenny Clarhäll. Die Skulptur, die vermutlich am meisten auffällt befindet sich zwischen dem Operngebäude und dem Freizeitboothafen Lilla Bommen. Sowohl die Farbe des Kunstwerkes als auch seine Form laden den Betrachter zum Nachdenken ein.

Lenny Clarhäll hat diese Skulptur Snäckan, die Muschel, genannt. Bei genauem Betrachten sieht man schließlich die Ähnlichkeit der 8 Meter langen und 5 Meter hohen Skulptur mit einer pärlbåtssnäcka, eines Perlbootes oder Schiffbootes, die an den Steilhängen der pazifischen Korallenriffe vorkommen.

Lenny Clarhäll hat für diese Skulptur auf Schiffsmetal zurückgegriffen, das der Snäckan ihre typische Farbe verleiht. Clarhäll gehört zu den Gegenwartskünstlern, die mit Holz, Aluminium, Bronze und vor allem auch mit oxydierenden Materialien arbeiten um Kunstwerken eine gewisses Eigenleben zu vermitteln. Die Snäckan hat Clarhäll 1994 realisiert, im selben Jahr, in dem die Göteborger Oper eingeweiht wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Juli 2009

Karyatide am Stadttheater in Göteborg


Eine besondere Art an Skulptur findet man am Haupteingang des Stadttheaters am Götaplatsen in Göteborg. Hier findet man Karyatide und Atlant, also Skulpturen, die in der Architektur als tragende Säule dienen und bei einem Theater bereits den Eingang mit in ein Schauspiel verwandelt.

Karyatide (was soviel wie "Mädchen von Karyäs" heißt) am Stadttheater Göteborgs hat jedoch eine Besonderheit. Sie wurden nämlich nicht von einem Bauarbeiter errichtet, sondern von keinem Geringeren als Ivar Johnsson, der auch für die Kvinna vid Havet und das Flickan och Sjötrollen zeichnet, wobei er Karyatide nach griechischem Vorbild mit einem Kranz auf dem Kopf darstellt.

Ivar Johnsson benutzte für Karyatide und Atlant hellen Granit und schuf die beiden Kunstwerke kurz nachdem er die Frau des Seemannes (1932) vollendet hatte. Ivar Johnsson war am 12. Februar 1885 in Skåne geboren und starb am 16. August 1970 in Stockholm.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Juli 2009

Monolith in vier Teilen von Lars Hansson in Göteborg


Ein Monolith ist im Grunde ein Stein aus einem einzigen Guss und drückt die Einheit und die Stärke eines Steines aus. Bei der Skulptur von Lars Hansson handelt es sich jedoch um einen Monolith, der durch seine Trennung in vier Teilen zu einem Kunstwerk wurde, das den Ausdruck Monolith also in Frage stellt.

Lars Hansson hat sich für seine Arbeit dem Bohusgranit gewählt, Granit also, der schon in der Vorgeschichte Schwedens der Steinskulptur diente und uns viel über die Geschichte und Lebensweise der nordischen Vorfahren erzählen konnte. Hansson knüpft daher mit seinem Monolith in vier Teilen (Monolit i fyra delar) einen Sprung von der Urzeit zur Gegenwart.

Der Monolit i fyra delar wurde von Lars Hansson, der mit dem Olssons Skulpturpreis ausgezeichnet ist, im Jahre 1989 realisiert und wurde auf dem Gustav Adolf Torg enthüllt. Erst im Jahre 1992 kam das Kunstwerk an seine heutige Stelle in der Trädgårdsföreningen in Göteborg. Lars Hansson arbeitet heute vor allem in Italien und in Griechenland.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 27. Juli 2009

John Ericsson von Ingel Fallstedt an der Avenyn in Göteborg


John Ericsson war einer der bedeutendsten Erfinder des vorletzten Jahrhundert. Er entwickelte den Schiffspropeller für das Kriegschiff Monitor, setzte die Dampfkraft ein, die aus Luft gewonnen wird und wurde mit seinen zahlreichen Erfindern vermutlich der best bekannte "Schwede" in Amerika, wo zahlreiche Statuen an Ericsson, der im Jahre 1839 nach New York auswanderte, erinnern.

Seine Verbindung zu Göteborg sind etwas vage, denn auch wenn die Chalmers Universität in Göteborg, eine Technische Hochschule, jedes Jahr die John Ericsson Medaille verleiht, so ist außer dem wissenschaftlichen Interesse keine Verbindung zwischen John Ericsson und der Stadt zu finden, im Gegensatz zu seinem Bruder Nils Ericson, der der Stadt erhebliche Dienste leistete ohne je eine Statue in Göteborg gewidmet zu bekommen.

Die Bronzestatue an der Kungsportsavenyn wurde von Ingel Fallstedt im Jahre 1899 fertig gestellt und am 6. Oktober desselben Jahres im Beisein von Olof Wijk enthüllt. Die Idee der Statue kam von Claes Adelsköld, einem Chalmers Absolventen und Miterbauer der Eisenbahn, initiiert, der dafür Geld sammelte.

Ingel Fallstedt, der Künstler, erlebte die Enthüllung seiner letzten Statue nicht. Er hatte das Bild Ericsson zu sehr in den Schmutz gezogen, indem er, zum Beispiel, von ungebügelten Hosen des Wissenschaftlers sprach. Üble Nachrede und ausbleibende Aufträge waren die Folge. Auf Grund des gesellschaftlichen Druckes erhängte sich Fallstedt daher vier Monate vor der Enthüllung der Statue.


Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Juli 2009

Flickan och sjötrollen, Skogsrået, von Ivar Johnsson in Göteborg

Der Brunnen im Kungsparken von Göteborg mit seiner schwarzen weiblichen Statue hat zwei Namen, die beide gleichermaßen verwendet werden und beide zutreffen, auch wenn ihre Bedeutung weit voneinander liegt.

In früheren Jahren sprach man bei der vom Charles Felix Lindberg Donationsfond finanzierten Figur von der Skogsrået, dem weiblichen Waldgeist, der alle Wanderer ins Verderben führt. Da sich die von Ivar Johnsson geschaffene Statue, die über dem Brunnen tront, auf dem Florakulle des Kungsparken befindet, ist ihr alter Name daher aussagekräftig.

Betrachtet man den Brunnen als Gesamtheit, so kann die aus schwarzem Granit geschaffene Figur auch das Flickan och sjötrollen sein, denn den Brunnenrand zieren drei Wassergeister aus Marmor, die ständig Wasser spucken. Während die schwarze Skulptur ausschliesslich von Ivar Johnsson geschaffen wurde, war am Brunnen auch der Architekt Arvid Fuhre beteiligt.

Ivar Johnsson schuf Flickan och sjötrollet oder Skogsrået im Jahre 1919, wo sie auch ihren Platz auf Floras Kulle im Kungsparken fand. Johnsson schuf jedoch noch eine andere, bekanntere Statue in Göteborg, die jeden Ankömmling von Seeseite aus begrüßt: Die Frau des Seemanns.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Juli 2009

Carl Michael Bellman von Alfred Nyström in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Carl Michael Bellman, geboren am 4. Februar 1740 in Stockholm, gilt als einer der bedeutendsten Minne- und Liederdichter Schwedens. Seine herausragendsten Werke waren "Fredmans epistlar" (Fredmans Episteln) und "Fredmans sånger" (Fredmans Gesänge), die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Auch wenn Bellman heute als schwedischer Nationaldichter gilt, so hatte er jedoch zeit seines Lebens wegen seinem lockeren Lebenswandel ständig finanzielle Probleme.

Auch wenn Carl Michael Bellmann vermutlich nie seinen Fuß nach Göteborg setzte, so befindet sich dennoch seine Zinkbüste, geschaffen von Alfred Nyström, in der Trädgårdsföreningen der Stadt. Der Grund leuchtet jedoch ein, denn Bellman schrieb eine Ballade um den großen Brand von 1794 in Göteborg und veranlasste daher die Stockholmer Göteborg finanziell unter die Arme zu greifen.

Bellmans Büste in Zink wurde von Alfred Nystöm realisiert, der ein Schüler Molins war und für seine zahlreichen Porträtbüsten bekannt wurde. Die Büste Bellmanns wurde 1911 im Lorensbergspark enthüllt und wurde erst im Jahre 1953 an seinem heutigen Platz in der Trädgårdsföreningen aufgestellt.

Copyright: Herbert Kårlin