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Samstag, 31. Oktober 2009

Drei Löwen (3 lejon) von Palle Pernevi an der Kunsthalle (konsthall) in Göteborg


Wenn man die Fassade der Göteborger Kunsthalle betrachtet, so sieht man unter dem Dach drei Balken, die aus dem Mauerwerk hervorragen und je einen Bronzelöwen tragen, der zum Götaplatsen blickt. Diese drei Löwen (3 lejon) von Palle Pernevi wurden 1956 enthüllt und ersetzten die früheren Skulpturen über den Balken.

Bei der Eröffnung der Kunsthalle im Jahre 1923 trug jeder der Balken eine Ritterstatue, die aus unbekannten Gründen später entfernt wurden und spurlos verschwanden. Möglicherweise wurden diese ursprünglichen Skulpturen auch nur aus vergänglichem Material wie Gips und unter Zeitdruck der Göteborger Jubiläumsausstellung hergestellt. Die stilisierten Bronzelöwen, die heute die Fassade zieren symbolisieren den Göteborger Löwen, der auch im Stadtwappen zu finden ist und als Verteidiger Göteborgs zu betrachten ist.

Der schwedische Künstler Palle Pernevi (1917 - 1997) besuchte unter anderem die Akademie für angewandte Kunst in München und das Konstfack in Stockholm bevor er ab 1950 Skulptur an der Göteborger Kunsthochschule Valand unterrrichtete. Palle Pernevi zeichnet nicht nur für zahlreiche Skulpturen Schwedens aus, sondern ist auch bekannt für die Ausschmückung öffentlicher Gebäude. Er griff bei seinen Werken häufig auf die Mythologie zurück und gab seinen Werken bisweilen einen gotischen Zug. Seit 1999 wird jährlich ein Palle Pernevi Stipendium vergeben.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Oktober 2009

Victor Hasselblad von Ulf Celén am Götaplatsen in Göteborg


Zu Füßen der Kunsthalle, etwas über dem Götaplatsen, befindet sich die Statue jenes Mannes, der zu seinem Rücken ein eigenes Museum bekam, die Statue von Victor Hasselblad, dem Erfinder der gleichnamigen Kamera. Am 8. März 2006 wäre Victor Hasselblad 100 Jahre alt geworden, weshalb die Hasselblad-Stiftung in Göteborg beschloss, zu diesem Tage eine Statue des Erfinders der Kamera aufzustellen.

Von der ersten Sekunde an war klar, dass Victor Hasselblad mit seiner Kamera abgebildet werden sollte, während er auf der Jagd nach Vogelaufnahmen ist. Den Auftrag für das Kunstwerk erhielt Eino Hanski, der der Statue auch den Namen I am the camera gab, der Antwort, die Victor Hasselblad einst einem amerikanischen Zollbeamten gab als dieser fragte, ob er als Hasselblad etwas mit der Kamera zu tun habe. Die Statue von Victor Hasselblad wurde vom Astronauten Harrison H. Schmitt enthüllt.

Eino Hanski konnte jedoch die Statue nicht mehr realisierten und seine Zeichnungen kamen zu Ulf Celén, der dann die Ausführung der Arbeit weiterführte. Ulf Celén ist weniger bekannt für Bronzeskulpturen, da er als Arbeitsmaterial Holz bevorzugt, dem er jede Form geben kann. Ulf Celén ist unter anderem auch für seine Madonnenkopien bekannt, die man in zahlreichen Kirchen finden kann.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 29. August 2009

Vingarna, die Flügel, von Carl Milles am Kunstmuseum in Göteborg


Vor dem Kunstmuseum am Götaplatsen in Göteborg befindet sich auf ansehnlicher Höhe eine weitere Skulptur von Carl Milles, die 1916 selbst in der Verfilmung des Romans Mikaël von Herman Bang eine Rolle spielte.

Bereits 1908 schuf Carl Milles eine kleinere Skulpur, die er Vingarna oder Gosse med örn (Junge mit Adler) nannte und die ihm 1910 als Modell für die 270 cm hohe Monumentalskulptur vor dem Kunstmuseum diente. Die Skulptur zeigt einen Jugendlichen, der sich an einen Adler mit bereits ausgebreiteten Wingen hält um sich mit ihm in die Lüfte zu heben.

Bei der Skulptur Vingarna oder die Flügel ließ sich Milles von der griechischen Mythologie beeinflussen, wo nach einer Version Ganymed von einem Adler auf die Höhen des Olymp entführt wird. Die Skulptur wurde Göteborg im Jahre 1916 von Karolina Wijkander geschenkt und am Bastionsplatsen aufgestellt. Erst in den 40er Jahren kamen die Vingarna schließlich an ihren heutigen Platz vor dem Kunstmuseum.

Ein Abguss der gleichen Skulptur befindet sich auch im Millesgården in Stockholm. Carl Milles ließ auch eine kleinere Ausgabe des Jungen mit dem Adler in 60 cm Höhe in Bronze gießen, die heute in mehreren Museen der Welt ausgestellt werden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 20. Juli 2009

Venus hemlighet oder das Geheimnis der Venus von Lenny Clarhäll in Göteborg


Die Göteborger Oper am Lilla Bommen ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sie bekam auch gleichzeitig mehrere künstlerische Werke mit auf den Weg, die die Verbindung von Schaffenskraft und der Geschichte Göteborgs ermöglichen.

Drei der fünf künstlerischen Arbeiten, die eine Einheit mit der Oper bilden wurden vom schwedischen Skulpteur Lenny Clarhäll geschaffen, der bekannt dafür ist Realität und Kraft mit volkstümlichem Ton verbinden zu können und die Kunst auch jenen nahe bringt, die sich wenig um Kunst kümmern.

Am Eingang der Oper entdeckt man Lenny Clarhälls Werk "Venus hemlighet", das Geheimnis der Venus. Venus kann hier als Ergänzung und Gegenpol zu Poseidon am Götaplats gesehen werden, denn Venus entsteigt der Gischt des Meeres, sie ist die Stammmutter des römischen Volkes, aber auch die Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit.

Niemand kennt das Geheimnis der Venus und die Form, die ihr Lenny Clarheäll gab kann sowohl ein Segel ausdrücken mit dem Venus durch die Welt der Oper segelt als auch ein Requisit, das für die nächste Aufführung nötig ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 17. Juli 2009

Poseidon von Carl Milles am Götaplatsen im zentralen Göteborg


Eigentlich sollte den Götapatsen schon zum 300. Jubiläum der Stadt eine Skulptur schmücken, die Göteborg symbolisiert, aber da zwischen Überlegung und der Feier zu wenig Zeit blieb um ein entsprechendes Denkmal zu schaffen, fanden die Teilnehmer 1923 nur einen provisorischen Brunnen aus Holz.

Erst vier Jahre später, im Jahre 1927, wurde der heutige Bronzebrunnen an seinem Platz aufgestellt. Der Brunnen selbst ist mit zahlreichen Meerestieren und Fabelgestalten versehen, die von Carl Milles geschaffen wurden noch bevor die monumentale Skulptur Poseidon seinen Platz fand.

Poseidon, der Meeresgott, wurde im Jahre 1927 von Carl Milles fertig gestellt und am 20. November 1927 eingeweiht. Poseidon wird, wie es eines Gottes würdig ist, von sechs kleineren Skulpturen begleitet, die alle eine Beziehung zum Meer haben, wie auch Göteborg, deren Entwicklung und Größe von seinem Meereszugang abhängig war.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Juli 2009

Spjutbäraren, der Speerwerfer, von Polykleitos in Göteborg


Auf den Treppen des Göteborger Kunstmuseums am Götaplatsen stehen vier Skulpturen aus griechischer Zeit. Die etwa zwei Meter hohe Bronzestatue links ist eine Kopie des Spjutbäraren (Speerwerfer) von Polykleitos und wurde im Jahre 1931 dort aufgestellt.

Der Speerwerfer ist eine Kopie der Originalskulptur, die sich auf Pompej befindet und etwa 400 Jahre vor Christus geschaffen wurde. Die Kopie des Kunstwerks wurde, wie so viele andere in Göteborg, vom Charles Felix Lindbergs Donationsfont finanziert und von der Gießerei L. Rasmussen in Kopenhagen nach einem Gipsabdruck erstellt.

Polykleitos arbeitete etwa 460 bis 405 vor Christus und arbeitete vor allem mit Bronze und Marmor. Während seines Wirkens hat er mehrfach Statuen von Sportlern geschaffen, die zu jener Zeit einem griechischen Ideal entsprachen. Spjutbäraren, der Speerwerfer, ist die bekannteste Statue von Polykleitos und drückt die physische Perfektion aus, den Ausgleich zwischen Spannung und Ruhe in Hüften und Axeln. Zahlreiche spätere Künstler nahmen die von Polykleitos geschaffenen Proportionen der Statue als Basis für ihre eigenen Werke.

Copyright: Herbert Kårlin