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Montag, 15. Februar 2010

Vindarna von Per Thorlin in Pilegården in Göteborg


Zwischen den Häusern in Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim entdeckt man eine Betonskulptur, die an dieser Stelle zum Träumen anregt oder auch gefühlsmäßig an der falschen Stelle zu finden ist, denn der Künstler Per Thorlin symbolisiert hier die Winde (Vindarna) in Form von Segeln im Wind und vermittelt damit das Gefühl als würde man mit seinem Segelboot über das Wasser des Kattegatts gleiten.

Der Künstler hat hier eine künstlerische Meisterleistung geschaffen, indem er einer Betonskulptur Ausdruck gab bei der er die Techniken der Malerei mit in die Skulptur integrierte. Natürlich ist es abstrakt, so weit vom Meer entfernt und in einem windgeschützten Innenhof von Winden die Segel straffen zu lassen, aber gerade der Kontrast zwischen den nüchternen Bauten der 60er Jahre und dem Traum vom über dem Wasser gleiten regt die Fantasie an und vermittelt in einer monotonen Umgebung die Hoffnung und den Gedanken an die Freiheit im Wind. Vindarna hat damit eine mehrfache Bedeutung für Pilegården.

Per Thorlin wurde 1923 in Oslo geboren, wo er auch mit seinem Kunststudium begann, das er dann an der Kunsthochschule Valand in Göteborg fortsetzte. Der norwegische Künstler Per Thorlin ist im Grunde Maler und hat nur relative wenige Skulpturen geschaffen. Seine Werke wurden vor allem in Schweden, Norwegen und Frankreich ausgestellt. Im Jahre 1991 konnte man einige seiner Gemälde auch in der Göteborger Kunsthalle entdecken. Per Thorlin wurde vor allem als Maler von visionären Landschaften des Bohuslän bekannt, wobei dieser Einfluss auch an seinem Werk Vindarna in Göteborg, das er 1968 realisierte, festzustellen ist.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 12. Februar 2010

Bronsåldern, die Bronzezeit, von Yngve Steen in Pilegården in Göteborg


Vor allem in den 60er Jahren begannen mehrere Baugesellschaften Göteborgs Kunst in Neubaugebieten zu integrieren. Vor allem die Stena Fastigheter waren in diesen Jahren sehr aktiv und haben dabei, unter anderem, zwischen den Häusern in Pilegården einen wahren Skulpturenpark angelegt in dem man die unterschiedlichsten Arbeiten finden kann.

Bereits zwischen den ersten Häusern kann man eine Skulptur entdecken, die der Künstler Bronsåldern, die Bronzezeit, genannt hat. Natürlich ist dabei bereits das Material aus Bronze, aber auch das Werk selbst führt in abstrakter Form in die Bronzezeit zurück, indem der Künstler mehrere Werkzeuge der Bronzezeit symbolisch zu einem einzigen Werk verbunden hat. Yngve Steen hat sein Werk Bronsåldern, das im Skandinavischen Raum weitaus später kam als in den anderen Regionen der Welt, im Jahre 1968 geschaffen.

Der dänische Künstler Yngve Steen, geboren 1932, ist in erster Linie Maler, hat aber auch mehrere Skulpturen realisiert, wobei man in Göteborg nur ein einziges Werk von ihm findet. Yngve Steen studierte erst in der Hovedskous Målarskola in Göteborg und besuchte anschließend die Kunsthochschule Valand. Er hat, in den ersten Jahren seines Schaffens, mehrmals in der Göteborger Kunsthalle ausgestellt. Mehrere Gemälde Yngve Steens haben auch Göteborg und den Göta Älv als Thema.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Februar 2010

Snäckfågel, Schneckenvogel, von Eric Grate in Göteborg


An der Kreuzung von Skånegatan und Engelbrektsgatan, direkt vor dem Haupteingang des Hotels Opalen in Göteborg ragt eine abstrakte Skulptur in den Himmel, die der Künstler Snäckfågel oder Schneckenvogel genannt hat.

Niemand kann heute genau sagen, wann Eric Grate seinen Snäckfågel wirklich geschaffen hat, da mehrere Dokumente sehr unterschiedliche Jahre nennen. Mit größter Wahrscheinlichkeit hat der Künstler die 2,50 Meter hohe Bronzeskulptur zwischen 1960 und 1961 geschaffen. Sie wurde dann vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond 1967 an seiner heutigen Stelle aufgestellt. Ein Duplikat der Skulptur befindet sich noch im schwedischen Eslöv. Grate hat mit seinem Snäckfågel eine abstrakte Skulptur der 50er und 60er Jahre geschaffen. Während man den Vogel im Werk noch finden kann, so ist die Schnecke dabei weitaus schwieriger zu entdecken.

Eric Grate (1896 - 1983) studierte an der Konstakademin in Stockholm Kunst bevor er zahlreiche Studienreisen in mehrere europäische Länder unternahm und sich einige Jahre lang in Paris nieder ließ. Während Eric Grate sich anfangs noch der klassischen Skulptur zuwandte, neigten seine späteren Werke mehr und mehr zum Surrealismus.

Eric Grate stellte seine Werke 1945, zusammen mit Hugo Zuhr, erstmals in der Göteborger Konsthalle aus und dann erneut 1955, dieses Mal jedoch als Einzelausstellung. Grate schuf 1945 die Kostüme und schuf die Szenonografie zu Sartres Fliegen im Dramaten in Stockholm und repräsentierte 1955 Schweden auf der Kunstbiennale in Venedig

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. Januar 2010

Myran och ägget von Poul Torjusen an der Lantmilsgatan in Göteborg


Auf einer der inneren Grünflächen an der Lantmilsgatan in Göteborg findet man eine Skulptur, die man entdecken muss, denn das Fabeltier gleicht, auf den ersten Blick, sowohl einem Krokodil als auch einem Frosch oder einem anderen Wesen aus dem Tierreich. Je nach Betrachtungsweise und -winkel ändert sich zudem das Aussehen.

Wer die Skulptur dann näher untersucht findet immer mehr Tiere, die die Skulptur von 1966 bevölkern, selbst an der offenen Unterseite findet man zahlreiche kleine Wesen. Myran och ägget gehört zu den Skulpturen, die Kunst und Spielkunst in einem sind und der Umgebung ideal angepasst sind, denn kaum ein Kind wird nicht auf dem Werk reiten wollen oder sich auf die Suche nach den abgebildeten Tieren machen und mit den Fragen so manche Eltern in die Verzweiflung stürzen.

Die Spielskulptur Myran och ägget, die Ameise und das Ei, wurden von Poul Torjusen im Jahre 1966 realisiert, wobei der Künstler zwar in der Kunsthalle in Göteborg ausgestellt wurde, sonst jedoch sehr wenig von ihm bekannt ist. Im Göteborger Stadtteil Västra Frölunda befinden sich zwei weitere öffentliche Werke von Poul Torjusen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 31. Oktober 2009

Drei Löwen (3 lejon) von Palle Pernevi an der Kunsthalle (konsthall) in Göteborg


Wenn man die Fassade der Göteborger Kunsthalle betrachtet, so sieht man unter dem Dach drei Balken, die aus dem Mauerwerk hervorragen und je einen Bronzelöwen tragen, der zum Götaplatsen blickt. Diese drei Löwen (3 lejon) von Palle Pernevi wurden 1956 enthüllt und ersetzten die früheren Skulpturen über den Balken.

Bei der Eröffnung der Kunsthalle im Jahre 1923 trug jeder der Balken eine Ritterstatue, die aus unbekannten Gründen später entfernt wurden und spurlos verschwanden. Möglicherweise wurden diese ursprünglichen Skulpturen auch nur aus vergänglichem Material wie Gips und unter Zeitdruck der Göteborger Jubiläumsausstellung hergestellt. Die stilisierten Bronzelöwen, die heute die Fassade zieren symbolisieren den Göteborger Löwen, der auch im Stadtwappen zu finden ist und als Verteidiger Göteborgs zu betrachten ist.

Der schwedische Künstler Palle Pernevi (1917 - 1997) besuchte unter anderem die Akademie für angewandte Kunst in München und das Konstfack in Stockholm bevor er ab 1950 Skulptur an der Göteborger Kunsthochschule Valand unterrrichtete. Palle Pernevi zeichnet nicht nur für zahlreiche Skulpturen Schwedens aus, sondern ist auch bekannt für die Ausschmückung öffentlicher Gebäude. Er griff bei seinen Werken häufig auf die Mythologie zurück und gab seinen Werken bisweilen einen gotischen Zug. Seit 1999 wird jährlich ein Palle Pernevi Stipendium vergeben.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin