Sonntag, 7. März 2010

Skörden, die Ernte, an der Sten Sturegatan in Göteborg


Im Vorgarten eines der alten Gebäude an der Sten Sturegatan, gegenüber des Sportplatzes Heden, steht die Skulptur eines jungen Mädchens, das mit zwei Körben eben die Ernte eingeholt hat und den Beeren nach zu urteilen eben aus dem Wald kommt..

Nach klassischem Stil französischer und italienischer Skulpturen ist das Mädchen nur mit einem dünnen Sommerkleidern bekleidet und barfüßig, während sie mit zwei Körben von der Ernte zurückkommt, um der Familie Nahrung zu liefern. Die Granitskulptur an der Sten Sturegatan wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen., ohne dass sie jedoch in die üblichen Verzeichnisse der Stadt aufgenommen wurde. Möglicherweise hat die Baugesellschaft das Werk finanziert oder aber ein Künstler das Gebäude bewohnt.

Wie bei so vielen Kunstwerken Göteborgs ist der Künstler nicht bekannt, der das Mädchen aus Granit geschaffen hat und keine Signatur könnte uns einen Hinweis geben. Nachdem Göteborg jedoch schon immer für seine Kunst und seine Künstler bekannt war, ist anzunehmen, dass auch hier ein ein in Göteborg ausgebildeter Künstler eines der unbekannten Werke geschaffen hat.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 6. März 2010

Östra Hamngatan von Lars Gillis in Göteborg


An der Fassade der Östra Hamngatan 48 entdeckt man eine Fassadenmalerei, die die Straße zeigt wie sie etwa um das Jahr 1890 ausgesehen hat, als noch ein Kanal die rechte und die linke Straßenseite voneinander trennte.Der Künstler zeigt hier die Östra Hamngatan zu seiner Hochzeit, denn von Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts war diese Straße die bedeutendste Handelsstraße der Stadt. Noch heute erinnern einige der alten Gebäude, und vor allem das Kaufhaus NK, das damals noch Varuhus Ferd. Lundquist & Co. hieß, an diese Glanzzeit.

Der Kanal der Östra Hamngatan wurde im Jahre 1936 vollständig zugeschüttet, da der Straßenverkehr immer bedeutender wurde und der Kanal nicht immer den besten Geruch in den angrenzenden Geschäften und Bürogebäuden verbreitete.

Lars Gillis, geboren 1929, wurde weltweit für seine Fassadenmalereien bekannt, von denen man einige an zentralen Stellen Göteborgs, und in mehreren Innenräumen, entdecken kann. Der schwedische Künstler, der in Göteborg lediglich einige Kurse für grundlegenden Techniken besuchte, bezeichnet sich als Autodidakt. Er sah in einer echten Ausbildung keinerlei Sinn. Lars Gillis hat auch zahlreiche Bücher illustriert, wobei er dem Emigranternas Hus in Göteborg ein Album mit historischen Malereien schenkte.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 5. März 2010

Per aspera ad astra an der Prüfungssaal der Viktoriagatan in Göteborg


Jeder Student, der zum Prüfungssaal der Göteborger Universität in der Viktoriagatan in Göteborg will, kommt an einem unsignierten Mosaik vorbei, das den Titel per aspera ad astra trägt und damit einen klassischen lateinischen Ausspruch trägt.

Das überdimensionale Mosaik zeigt mehrere klassischen Motive der alten Götter und Helden, die ihre Prüfungen leisten und damit zeigen, dass man an Kenntnisse, Wissenschaft oder auch andere Leistungen und Lösungen nur über eigene Anstrengungen kommt. Bereits die Interpretation dieses Mosaiks ist nur möglich, wenn man sich mit den klassischen Sagen beschäftigt hat und mindestens vier Worte in Latein versteht. Per aspera ad astra ist daher bereits die erste Herausforderung an alle Studenten, die sich hier einer Prüfung stellen.

Das Mosaik zeigt die zwölf Prüfungen des Altertums, die mit der Auszeichnung in der Mitte des Bildes enden. Diese Prüfungen wurden in jüngerer Zeit sowohl von Asterix und Obelix als auch von Pokemon in abgewandelter Weise übernommen und sollten daher jedem bekannt sein, der das Mosaik betrachtet.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. März 2010

Rytmisk Lek von Elma Oijens an der Fagottgatan in Göteborg


Eingebettet zwischen den Hochhäuser der Fagottgatan im Göteborger Ruddalen entdeckt man die Skulpturengruppe Rytmisk Lek, Rhythmisches Spiel, das in Bronzeform drei Kinder darstellt, die mit zwei Reifen spielen. Da es sich an der Fagottgatan um Häuser handelt in denen auch viele Kinder leben, drückt diese Skulptur auch das Leben in diesem Gebiet aus, auch wenn heute Reifenspiele nicht mehr so häufig zu sehen sind als 1963, als die Künstlerin die Skulptur schuf.

Rytmisk Lek drückt, wie sehr viele Skulpturen einen Momentsaufnahme aus, ähnlichem einen Foto, das während des Schaffens aktuell ist, aber schon ein Jahr später Geschichte sein kann. Es werden ständig Kinder geboren, aber die Spiele ändern sich. Heute sind es mehr die Eltern, die sich als Abbild des Rhythmischen Spieles sehen, einer Rhythmik, die in Form von Ringen ausgedrückt wird.

Elma Oijens (1907 - 1992) studierte vor allem Malerei an der Kunsthochschule Valand in Göteborg, schuf jedoch nach ihrer Ausbildung auch mehrere Skulpturen in Bronze und Gips, die man in mehreren Städten Schwedens findet. Auch in Göteborg kann man an Hand mehrerer ihrer Werke ihre Arbeitsweise sehr deutlich verfolgen und studieren.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. März 2010

Dimman, der Nebel, von Rolf Denman an der Fiolgatan in Göteborg


Etwas hinter den Häusern der Fiolgatan in Göteborg verborgen entdeckt man seit 1966 eine überdimensionale Skulptur aus Beton und Gussaluminium, das der Künstler Dimman genannt hat, also Nebel.

Sicher fragen sich viele Betrachter von Dimman im ersten Moment was dieses kompliziert verwinkelte Werk mit Nebel zu tun hat. Wer jedoch versucht den Nebel als abstraktes, festes Gebilde zu sehen, entdeckt, dass sich die Aluminiumteile bewegen wie Nebelschwaden, die oft Wiesen, Seen und Wälder bedecken. Indem der Künstler seine Skulptur Dimman in die Höhe setzte, kann man davon ausgehen, dass er damit den Hochnebel ausdrücken wollte, der die Sicht am Boden frei lässt, uns es aber unmöglich macht in die Höhe zu blicken um träumerisch der Realität zu entschweben.

Rolf Denman wurde 1923 in Munkedal bei Göteborg geboren und besuchte sowohl die Slöjdförenigens skola als auch die Kunsthochschule Valand in Göteborg. Rolf Denman hat unter anderem in der Kunsthalle der Stadt ausgestellt. Seine Werke findet man in mehreren Städten Schwedens, wobei er auch für Göteborg mehrere Kunstwerke schuf. Rolf Denman erhielt 1996, unter anderen Preisen und Stipendien, auch das Kulturstipendium der Stadt Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. März 2010

Hästen, das Pferd, an der Mölndalsån in Gårda, Göteborg


Wer in der Nähe der Göteborger Remfabriken an der Mölndalsån entlang spaziert, entdeckt direkt nach einer Brücke über das Gewässer ein Zementpferd, das gemütlich am Ufer des Wassers zu grasen scheint.

Das Pferd ist sehr einfach gehalten und der Künstler hat auf jede Feinheit verzichtet, und doch scheint dieses Pferd (häst) hier seinen idealen Platz gefunden zu haben, Nahe des Scandinaviums und der Svenska Mässan mit der jährlichen Eurohorse und der Horse Show, in einer Gegend, wo früher Pferde auch nötig waren um die Waren der verschiedensten Fabriken zu transportieren.

Außer dem Künstler selbst scheinen nur wenige Personen zu wissen, wer dieses Pferd geschaffen hat, da es in keinem Göteborger Verzeichnis mit Skulpturen auftaucht und keine Signatur trägt, wie so viele andere Kunstwerke Göteborgs, die weder Künstler noch Stadt wirklich zu schätzen scheinen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 1. März 2010

SGS am Campus Lindholmen in Göteborg


Eine besondere Art an Skulptur findet man vor dem Haupteingang zu den Studentenwohnungen in der Lindholmsallén, nahe dem Campus Lindholmen. Als die SGS Studentbostäder hier das Studentenwohnheim mit 385 Wohnungen errichten ließ, beauftragten sie auch einen Künstler, der weder im Bauprojekt genannt ist noch seine Signatur an der Skulptur hinterließ, eine Bronzeskulptur zu schaffen, die als Symbol für die SGS Studentenwohnungen dienen sollte.

Der Künstler hat dabei eine etwas ungewöhnliche Art der Symbolisierung gefunden, indem er das überdimensionale Werk so gestaltete, dass es in mehrdimensionaler Form die drei Buchstaben der Gesellschaft SGS übernimmt und damit ein zusätzliches, öffentliches Logo schafft. Um die Gesamtheit der Skulptur zu erkennen, muss man sie von drei Seiten betrachten. Vermutlich gehört das Werk mit zu den wenigst beachteten Göteborgs, da die meisten Studenten unter Zeitdruck zu ihren Vorlesungen der Technischen Hochschule Chalmers in Lindholmen eilen und das Werk dabei kaum beachten.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin