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Samstag, 13. Februar 2010

Galionsfigur von Jill Lindström am Sannegårdshamnen in Göteborg


Im Auftrag der Göteborger Baufirmen Riksbyggen, Familjebostäder und HSB hat Jill Lindström am Sannegårdshamnen des Norra Älvstranden vier Skulpturen zum Thema "Erzählungen der sieben Meere" aus Bronze, Zement und Fliesenteilen erstellt. Eines dieser Kunstwerke nannte die Göteborger Künstlerin Galionsfigur.

Sie hat hierzu aus Zement den Bug eines Schiffes gestaltet, der von Fliesenteilen ummantelt ist, die an die letzte Fracht der Ostindiefararen Götheborg erinnern, die an der Einfahrt zum Göta Älv unterging. Bei der Galionsfigur handelt es sich um eine der typischsten Figuren, nämlich eine Seejungfrau, die oft mit Venus gleichgestellt wird. In der Regel hatten nur Segelboote eine Galionsfigur, die als der Schutzpatron eines Schiffes angesehen wurde. Allein eine Beschädigung der Figur war schon ein böses Omen und beschwor ein Unglück bei der nächsten Reise.

Die Göteborger Künstlerin Jill Lindström studierte sowohl an der Hovedskous mälarskolan als auch an der Kunsthochschule Valand bevor sie ein Jahr lang Skulptur im ehemaligen Jugoslawien studierte. Jill Lindström erhielt für ihre Arbeiten zahlreiche Preise und Stipendien, wobei sie sich künstlerisch auch in Grafiken oder Videorealisationen ausdrückt. Die Künstlerin übernimmt auch oft und gerne pädagogische Aufträge im Kunstbereich.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Januar 2010

Båten, das Boot, von Lenny Clarhäll in der Göteborger Oper


Wer im Foyer der Göteborger Oper in Richtung Opernrestaurant geht und seinen Blick nach oben richtet, sieht zwischen Restaurant und Nebenausgang ein bootähnliches Gebilde an der Decke hängen und damit das dritte Kunstwerk Lenny Clarhälls entdeckt, das in gewisser Weise zur Oper gehört.

Das metallene „Båt“ ist einem Boot nachgebildet und beinhaltet alte Münzen, die von der gesunkenen Götheborg geborgen wurden und damit einen Schatz der Ostindiefararen bedeutet. Båten, das Boot, kann in vielfacher Weise gedeutet werden, denn vor den Türen der Oper fließt der Göta Älv, die Entdeckung einer Aufführung ist wie eine Reise mit einem Boot das durch Musik und Bilder fährt und damit neue Horizonte öffnet und die Münzen können nicht nur den tatsächlichen Reichtum bedeuten, sondern auch den geistigen Reichtum, den man beim Besuch der Oper entdeckt und gewinnt.

Lenny Clarhäll wurde 1938 in Timmerdala geboren, wo er erst als Schreiner arbeitete, um dann am Konstfack in Stockholm seine Ausbildung zum Künstler zu erwerben. Seine Werke sind stark von seinen langjährigen Reisen nach Mexiko und den Vereinigten Staaten beeinflusst und sein Båt erinnert etwas an die Kunst der alten Indiokulturen. Seine jüngsten Werke neigen mehr und mehr zur abstrakten Kunst und fordern damit den Betrachter der Werke heraus. An der Oper findet man ebenfalls die Werke Snäckan und Venus hemlighet von Lenny Clarhäll.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Foto: Irene Kårlin

Freitag, 4. Dezember 2009

Talstenarna, die Sprachsteine, von Birgitta Watz im Brunnsparken in Göteborg


Auch wenn es sehr ungewöhnlich ist auf einem öffentlichen Platz über ein Kunstwerk zu laufen, so findet man im Brunnsparken eines jener, vielleicht etwas unglücklichen, Werke, das den Namen Talstenarna, die Sprachsteine, trägt. Sprachsteine oder Talstenar haben eine sehr unterschiedliche Bedeutung und beinhalten im Grunde nur eine gemeinsame Aussage in Mythologie, Archäologie und Pädagogik: Sie tragen eine Aussage und symbolisieren ein Wort oder geben dem Träger des Talsten ein besonderes Recht.

Als Birgitta Watz im Jahre 1991 auf dem Brunnsparken 78 Betonblöcke mit Inkrustationen aus Glasscherben der gesunkenen Götheborg zum Kunstwerk Talstenarna machte, benutzte sie dafür die Zahlen eins bis zwölf und setzte sie in einen Mythologischen Zusammenhang. Jeder Stein, jede Anordnung hatte eine Bestimmung und machte aus dem Brunnsparken ein offenes Buch, das mit Keramikscherben der Ostindiefararen geschrieben wurde.

Als wenige Jahre später der Brunnsparken restauriert wurde mussten, vorübergehend, auch die 78 Talstenar von Birgitta Watz weichen. Leider machten weder Stadtverwaltung noch Arbeiter sich die Mühe die 78 Blöcke vorher zu fotografieren und sachgerecht zu behandeln, so dass bei der Rekonstruktion des Kunstwerkes einige Steine ganz verschwanden und andere auf unsinnige Weise platziert wurden, die von der ursprünglichen Aussage des Werkes nur wenig ¨brig ließen. Auch die Künstlerin wurde nicht über die Arbeiten informiert, so dass der Besucher heute nur noch Relikte des Werkes betrachten kann, die die immense Arbeit der Künstlerin ahnen lassen.

Birgitta Watz studierte an der HDK (Hochschule für Design und Kunsthandwerk) in Göteborg unter anderem Malerei, Skulptur, Keramik und Glaskunst und lebt heute in Stockholm. Sie hat sich insbesondere auf Kunst spezialisiert, die etwas mit Keramik zu tun hat. Ihre Werke erzählen meist eine Geschichte und erfordern von ihrem Betrachter ein Kunstwerk aus einem unbekannten, übergeordneten Winkel zu sehen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. September 2009

De fem världsdelarna von Tore Strindberg am Järntorget in Göteborg


Seit 1927 findet man am Järntorget in Göteborg einen Brunnen, der den Namen De fem världsdelarna, die fünf Kontinente, heißt und vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert wurde. Der Brunnen besteht aus Eisen und Granit, die Skulpturen, die die fünf Kontinente darstellen und das Schiff auf der Spitze wurden in Bronze gegossen.

Die fünf Kontinente des Brunnens, der in Göteborg auch als der Järntorgsbrunnen bekannt ist werden von weiblichen Figuren dargestellt, die dem entsprechenden Kontinent deutlich sichtbar zugeordnet werden kann. Tore Strindberg, der Künstler, lässt Amerika die Freiheitsgöttin in den Händen halten und setzte sie auf einen Stein mit Inkareliefen. Europa hält einen Spiegel in der Hand, der bereits ersetzt werden musste und daher nicht mehr der Originalspiegel ist. Australien reitet auf einer Schildkröte. Asien präsentiert sich reicht geschmückt in Yogastellung und Afrika hält eine Urne in der Hand.

Es gibt mehrere Erklärungen zum Järntorgsbrunnen De fem väldsdelarna, wobei die wahrscheinlichste ist, dass der Brunnen mit seinen Figuren an die Rolle Göteborgs im Welthandel vor allem zur Zeit der Ostindiefararen erinnern soll, da auf dem Brunnen auch ein Schiff tront, das die Weltmeere befährt.

Der Stockholmer Künstler Tore Strindberg hat vor allem in Schweden gearbeitet, wobei seine Werke in zahlreichen Museen Europas ausgestellt sind. In Göteborg hat er nur zwei Skulpturen hinterlassen. Der Brunnen der fünf Kontinente ist eines seiner monumentalsten Werke in klassischem Stil. Tore Strindberg perfektionierte, wie so viele Skulpteure, seine Ausbildung in Frankreich.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 14. August 2009

Precious Cargo von Bertil Vallien an der Oper in Göteborg


Das Kunstwerk Precious Cargo wurde der Stadt Göteborg von einem der ältesten Handelshäuser Göteborgs anlässlich dessen 200jährigen Jubiläums geschenkt. Der Donator, das Handelshaus Ekman geht bis zur Zeit der Ostindiefararen zurück, wobei das Haus eine eigene Handelsflotte für ihre Transporte aufbaute.

Precious Cargo vom Glaskünstler Bertil Vallien fand seinen Platz hinter der Oper, mit Blick auf den früheren Handelshafen und den Göta älv. Bereits der Ort des Werkes, ein Glasboot mit eingebetteten "Handelsgütern", weist sowohl auf die Geschichte des Handelshauses als auch auf die Geschichte Göteborgs hin.

Bertil Vallien hat seine Glasskulptur, die am 25. Mai 2002 enthüllt wurde, in durchscheinendem, ungefärbtem Glas realisiert, wobei jedoch das Werk als Ganzes betrachtet werden muss, da bereits die quadratischen Steine unter der Skulptur Hering enthalten: Darauf folgt ein weißer Granitblock, der Papier darstellen soll und unter dem beladenen Schiff befindet sich sehr langsam rostender Stahl mit großem Kupferanteil, der dem Stahl seine veränderliche rote Rostfarbe verleiht.

Bertil Vallien wurde am 17 Januar 1938 geboren und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Glaskünstler Schwedens, der nicht nur Glasskulpturen schuf, sondern auch Gebrauchsglas entwarf. Er schuf vor allem Glasboote und Glasbüsten mit mystischen Symbolen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen sollen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin