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Montag, 30. November 2009

Hjalmar Branting von Carl Eldh am Olof Palme Plats in Göteborg


Seit 1926 steht die Büste von Hjalmar Branting bereits auf dem Olof Palme Plats in Göteborg, der damals noch Teil des Järntorget war. Hjalmar Brantings Büste in Bronze befindet sich neben Charles Lindley, den Järnbäraren und dem Brödupproret von Haga in erlesener Arbeitergesellschaft. Auch wenn Hjalmar Branting vor allem in Stockholm agierte, ist sein Einfluss auf die Arbeiterbewegung Göteborgs nicht zu verleugnen.

Hjalmar Branting (1860 -1925) war einer der bedeutendsten sozialdemokratischen Politiker des letzten Jahrhunderts, der die Sozialdemokratische Arbeiterpartei von 1907 bis 1920 leitete um dann Schwedens erster sozialdemokratischer Staatsminister zu werden. Hjalmar Branting war es auch, der Schweden in den Hungerjahren 1917/1918 aus der Krise half und bedeutende Ausschreitungen verhindern konnte in denen der Järntorget eine wichtige Rolle in Göteborg spielte. Unter Branting musste der schwedische König einsehen, dass die rechte Regierung nicht mehr haltbar war und das Volk mehr Demokratie forderte.

Die Bronzebüste von Hjalmar Branting wurde von niemand anderem als dem bedeutendsten Arbeiterkünstler Schwedens, Carl Eldt (1873 – 1954), geschaffen, der auch die Reliefs am Televerket und die Skulptur Ungdom in Göteborg hinterlassen hat. Carl Eldh, der am Konstfack in Stockholm seine erste künstlerische Ausbildung erhielt lernte anschließend Skulptur in Frankreich, wo er sich vor allem von den Werken Rodins beeinflussen ließ. Carl Eldt, der rund 400 Skulpturen im Laufe seines Lebens realisierte gilt als der bedeutendste Porträtskulpteur Schwedens des letzten Jahrhunderts.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. November 2009

Järnbärare, Eisenträger, von Sven Lundqvist am Olof Palme Plats in Göteborg


Auf dem Olof Palme Platz, der früher Teil des Järntorget war, steht unter dem Schatten der Bäume eine mehrteilige Bronzeskulptur, die unter dem Namen Järnbärare (Eisenträgern) an die Rolle der Arbeiter in Göteborg erinnert und an den Beruf, der dem Platz einst den Namen gab.

Die Göteborger Arbeitervereinigung will mit der im Jahre 1967 enthüllten Skulptur Järnbärare an ihr Wirken zwischen 1864 und 1966 erinnern und an die Leistung, die ein Arbeiter im 19. und 20. Jahrhundert auf diesem Platz leisten musste. Die Skulptur stellt drei Eisenträger dar und an den Seiten des Sockels ein Schiff, ein Pferd mit Last und einen Mann mit Wagen. Die Bronzefigur der vierten Seite wurde leider gestohlen und nur noch die Aufhängung ragt aus dem Stein.

Die Skulptur wurde vom schwedischen Künstler Sven Lundqvist realisiert, der 1918 in Storvik geboren wurde und nach einem Schlaganfall im Jahre 2008 leider arbeitsunfähig wurde. Sven Lundqvist studierte an der Stockholmer Kunstakademie und vertiefte seine Kunst in Frankreich und Italien. Lundqvist gilt als einer der aktivsten Künstler Schwedens und hat seit 1953 jedes Jahr bis zu sechs Skulpturen für öffentliche Plätze Schwedens geschaffen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. September 2009

De fem världsdelarna von Tore Strindberg am Järntorget in Göteborg


Seit 1927 findet man am Järntorget in Göteborg einen Brunnen, der den Namen De fem världsdelarna, die fünf Kontinente, heißt und vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert wurde. Der Brunnen besteht aus Eisen und Granit, die Skulpturen, die die fünf Kontinente darstellen und das Schiff auf der Spitze wurden in Bronze gegossen.

Die fünf Kontinente des Brunnens, der in Göteborg auch als der Järntorgsbrunnen bekannt ist werden von weiblichen Figuren dargestellt, die dem entsprechenden Kontinent deutlich sichtbar zugeordnet werden kann. Tore Strindberg, der Künstler, lässt Amerika die Freiheitsgöttin in den Händen halten und setzte sie auf einen Stein mit Inkareliefen. Europa hält einen Spiegel in der Hand, der bereits ersetzt werden musste und daher nicht mehr der Originalspiegel ist. Australien reitet auf einer Schildkröte. Asien präsentiert sich reicht geschmückt in Yogastellung und Afrika hält eine Urne in der Hand.

Es gibt mehrere Erklärungen zum Järntorgsbrunnen De fem väldsdelarna, wobei die wahrscheinlichste ist, dass der Brunnen mit seinen Figuren an die Rolle Göteborgs im Welthandel vor allem zur Zeit der Ostindiefararen erinnern soll, da auf dem Brunnen auch ein Schiff tront, das die Weltmeere befährt.

Der Stockholmer Künstler Tore Strindberg hat vor allem in Schweden gearbeitet, wobei seine Werke in zahlreichen Museen Europas ausgestellt sind. In Göteborg hat er nur zwei Skulpturen hinterlassen. Der Brunnen der fünf Kontinente ist eines seiner monumentalsten Werke in klassischem Stil. Tore Strindberg perfektionierte, wie so viele Skulpteure, seine Ausbildung in Frankreich.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. August 2009

Dan Andersson von Britt-Marie Jern am Järntorget in Göteborg


Dan Andersson wurde am 6. April 1888 in Skattlösberg geboren und starb ab 16. September 1920 in Stockholm. Daniel Andersson, wie er mit vollem Namen hiess, gilt als der bedeutendste Arbeiterdichter Schwedens, der auch zahlreiche seiner Gedichte vertonte, die heute noch von zahlreichen Künstlern interpretiert werden.

Dass die Büste von Dan Andersson, die von der Göteborger Künstlerin Britt-Marie Jern realisiert wurde, auf dem Järntorget zu finden ist, ist kein Zufall, denn der Järntorget ist zum einen das Symbol der Arbeiterbewegung in Göteborg und, zum anderen, arbeitete Dan Andersson hier von 1917 bis 1918 bei der Zeitung "Ny Tid", die ihre Redaktion am Järntorget hatte.

Auf dem Sockel der Büste kann man lesen "Bed för dem som staden kväver att de länge må bli unga och om troll och högland drömma uppå Tullens svarta krog", wobei Tullens svarta Krug die Kneipe war (heute Gillestugan), wo Dan Andersson häufig mit seinen Freunden anzutreffen war.

Die von Britt-Marie Jern geschaffene Bronzebüste wurde am 18. November 1990 enthüllt. Britt-Marie Jern besuchte die Hovedskous Målarskola in Göteborg und ist vor allem für ihre realistischen Büsten bekannt, die in vielen Teilen Schwedens zu sehen sind, auch wenn sie in zahlreichen künstlerischen Bereichen aktiv ist.

Copyright: Herbert Kårlin