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Sonntag, 23. Mai 2010

PicNic von Barbara Häggdahl an der Tunnlandsgatan in Göteborg


Unter den Bäumen an der Tunnlandsgatan in Göteborg findet man ein Werk aus Beton und Bronze, das die Künstlerin PicNic genannt hat. Die Stelle ist ideal für ein Picknick, da die hohen Bäume im Sommer die ganze Zeit über Schatten spenden, und doch bleibt dieses PicNic nur ein Kunstwerk neben dem nur selten einmal jemand sein Brot auspacken wird.

Im Jahre 2002 schuf hier Barbara Häggdahl einen hohen Tisch aus Zement, auf dem sie eine Karaffe, eine Tasse, einen Paradiesapfel und einen Secateur aus Bronze platzierte. Die Zusammenstellung wirkt mehr wie eine Pause während der Feldarbeit als ein Picknick in der Stadt, was auch seine Logik hat, da hier im vorigen Jahrhundert noch Wiesen und Felder zu finden waren.

Barbara Häggdahl wurde 1951 in Borås geboren und studierte an der Kunsthochschule Valand in Göteborg Skulptur. Für ihre Arbeiten erhielt sie mehrere Stipendien und Auszeichnungen. Barbara Häggdahl lebt und arbeitet heute in Göteborg, wobei sie sehr viel ihrer Zeit der Ausbildung anderer Künstler widmet.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 8. Mai 2010

Hising Island von Berit Lindfeldt am Kvillebäcken in Göteborg


Am Kvillebäcken, Ecke Brämaregatan/Herkulesgata, in Göteborg steht heute die Bronzeskulptur Hising Island, ein Werk, das sich ursprünglich am Wieselgrensplatsen befand, wo heute noch der Sockel mit den ursprünglichen Verzierungen zu finden ist. Das Werk am Kvillebäcken auf Hisingen ist daher nicht vollständig.

Hising Island stellt die Insel Hisingen dar, wie sie einst aus dem Meer stieg, wo man im Osten und Westen die Klippen findet und in der Mitte das frühere Brachland mit einigen Fossilien. Das Kunstwerk wurde im Jahre 1985 vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond erworben und ist das einzige Monument Göteborgs, das der Geschichte Hisingens gewidmet ist.

Berit Lindfeld, die auch den Boll in Majorna realisierte, wurde 1946 in Göteborg geboren und studierte an der Konstindustriskolan und der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Die Künstlerin war später an mehreren Kunsthochschulen Schwedens Gastdozentin, unter anderem auch in der Hochschule für Design und Kunsthandwerk und Valand. Berit Lindfeld realisierte zahlreiche öffentliche Kunstwerke in Schweden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 30. April 2010

Röd granit, roter Granit, von Claes Hake an der Rundradiogatan in Göteborg


Zwischen den Häusern an der Rundradiogatan im Göteborger Stadtteil Högsbo und mit Blick auf Bäume und einen großzügig angelegten Spielplatz steht eine dreiteilige abstrakte Skulptur in rotem Granit, die vor allem bei Sonnenschein dem Betrachter ihre Farbe und ihren Glanz zeigt.

Das Werk erhielt vom Künstler keinen Namen und erinnert an einige andere seine Werke, die Türen und Wege ausdrücken. Der überdimensionale rote Granit kann auch hier eine Art Pforte sein, wobei der polierte Innenteil im Kontrast zu den beiden äußeren, kaum behandelten Außenteilen steht und angedeutete Öffnungen aufweist. Der Teil in der Mitte ist, im Gegensatz zu den äußeren Teilen auch weich und sieht fast geschmeidig aus und erinner dadurch mehr an Ton als an Granit.

Claes Hake, der eigentlich Claes Anders Ragnar Hake heißt, wurde 1945 in Mölndal bei Göteborg geboren und studierte Malerei an der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Ende der 60er Jahre entdeckte er seine Liebe zur Skulptur und begann, mit großem Erfolg, Skulpturen in Plastik zu schaffen. Aus gesundheitlichen Problemen ging Claes Hake später dann auf Gips, Lehm und Bronze über, bis er schließlich bei Granit ankam.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 12. April 2010

Mötesplats, Treffpunkt, von Ernst Billgren am Sahlgrenska in Göteborg


Den Mötesplats, oder Treffpunkt, an der Notaufnahme des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses kann man im Grunde nicht definieren, denn es ist eine Mischung aus Objekten, die sich hier ebenso treffen wie Menschen, die manchmal zwischen Leben und Tod stehen. Der Begriff Treffpunkt kann nun einmal von jeder Warte aus betrachtet werden.

Mötesplats besteht aus Tieren, Urnen und anderen Elementen, die die verschiedenste Kunstrichtungen beinhalten, denn Mötesplatz ist ein Brunnen und der Künstler benutzt Bronze, Granit, Marmor, Mosaiksteine und selbst Ziegel für sein Werk. Mötesplats kann also auch ein Treffpunkt der künstlerischen Techniken sein.

Das von Ernst Billgren im Jahre 1996 geschaffene Werk war jedoch für die Betrachter nicht nur eine Art Fragezeichen, sondern führte auch zur Diskussion, wie haltbar ein öffentliches Werk, das im Freien steht, eigentlich sein soll, denn bereits nach zwölf Jahren waren die natürlichen Schäden so bedeutend, dass Göteborg 200.000 Kronen für die Restauration ausgeben musste, nahezu die Hälfte von dem, was das Werk insgesamt kostete.

Ernst Billgren, geboren 1957, gehört zu den bekanntesten Künstlern Schwedens. Seine Relation zu Göteborg ist der Besuch der Kunsthochschule Valand, die er fünf Jahre lang besuchte. Ernst Billgren ist in Kunstkreisen vor allem für zwei Eigenschaften bekannt. Zum einen wagt er sich an jedes Material. Er bemalt Möbel und Autos, stellt Glasskulpturen her, aber arbeitet auch mit Bronze, Granit und Zement. Bei seinen Installationen greift er zur Videokamera und benutzt jede Technik, die ihm in den Sinn kommt. Die zweite Eigenschaft ist jene, dass an ihm jede Kritik abprallt, und wenn er zur Aussage greift, dass er eben nur versucfht Kunst zu schaffen, aber nicht perfekt ist.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Foto: Irene Kårlin

Mittwoch, 7. April 2010

Die Arche Noah (Noaks Ark) an der Barytongatan in Kaverös, Göteborg


An der Barytongatan 4 in Kaverös, das zum Göteborger Stadtteil Högsbo gehört, findet man am Eingang des Gebäudes eine Skulptur, die das biblische Motiv der Arche Noah (Noaks Ark) aufgreift. Die eine Seite des Eingangs zeigt die Längsseite des Schiffes, während zur anderen Seite des Eingangs das Boot in die Ferne zieht. Leider wird dieses Kunstwerk kaum unterhalten und zeigt bereits die ersten Schäden.

Die mehrere Meter breite Skulptur Noaks Ark, die mit allen ihren Details in starkes Blech geschlagen wurde und die den Längsschnitt des Schiffes zeigt, ist mit den unterschiedlichsten Tieren bevölkert. Etwa zwanzig Tiere und einige Pflanzen hat der Künstler der Arche Noah symbolisch mit auf die Reise gegeben, was man auch so sehen kann, dass das Gebäude selbst als Arche gesehen werden kann in der die Bewohner der verschiedensten Kulturen eine neue Gemeinschaft darstellen, die gemeinsam in ihre Zukunft fahren.

Rolf Denman wurde 1923 in Munkedal geboren und studierte erst an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk (damals Slöjdforeningens Skola) und dann an der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Heute findet man von Rolf Denman etwa 50 verschiedene öffentliche Werke in Schweden. In Göteborg zeichnet Rolf Denman für mehrere öffentliche Werke, die er vor allem im Auftrag privater Bauunternehmer erstellte. Mit zu seinen bekanntesten Skulpturen in Göteborg gehören Dimman und Statisk Flykt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. April 2010

Fågelberget, der Vogelberg, von Bertil Malmstedt in Julianas Gård in Högsbohöjd, Göteborg


An der Breitseite des Hauses mit der Nummer 1 in Julianas Gård im Göteborger Stadtteil Högsbo entdeckt man eine Ziegel-Zement-Skulptur, die der Künstler Fågelberget, also Vogelberg, nannte. Nahezu die ganze Front des Gebäudes ist mit symbolischen Vogelnestern übersät aus denen jeweils ein Vogel hervorsieht.

Der Vogelberget muss als Ganzes gesehen werden, da es sich zum einen um eine Ziegelskulptur handelt, die der Hauswand eine Struktur verleiht, die einen Berg symbolisiert. In diesem Berg findet man neun Höhlen aus denen die Zementvögel hervorkommen, die mehrere unterschiedliche Positionen einnehmen. Da sich die Skulptur in einem Durchgang und in gewisser Höhe befindet, kann es leicht geschehen, dass man an ihr vorbeigeht ohne sie zu entdecken.

Bertil Malmstedt wurde 1926 in Ökna geboren und studierte an der Slöjdföreningens Skola (heute HDK) und der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Er ist vor allem für seine abstrakten Gemälde in verschiedenen Graustufen bekannt. Bertil Malmstedt ist Mitglied der Gruppe 54, die heute noch in Form einer Galerie weiterlebt und von Schülern der Kunsthochschule Valand gegründet wurde. Die Mitglieder der Gruppe malten alle abstrakt und surrealistisch, was man, in Form einer Skulptur, auch bei Bertil Malmstedts Vogelberg, dem Fågelberget, feststellen kann.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 2. April 2010

Kummel, Seezeichen, von Kent Karlsson am Frederikas Gård in Göteborg


Am Rande von Frederikas Gård im Stadtteil Högsbohöjd (Högsbo) in Göteborg findet man eine Skulptur, die fünf aufeinander liegenden Granitreifen gleicht, wobei sich roter und schwarzer Granit abwechseln. Der Göteborger Künstler nannte das Werk Kummel, also Seezeichen.

Ein Kummel ist im Grunde ein Steinhaufen, der aus weiß bemalten Steinen besteht und an einer Bucht steht, die den Schiffen signalisiert, dass hier die Wassertiefe ausreichend ist um anzulegen. Die Kummel gehören zu den ältesten Seezeichen Skandinaviens und existierten schon lange bevor den Wikingern. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden zwar alte Kummel noch aufrecht erhalten, jedoch keinerlei neue errichtet und haben ihre Bedeutung mehr und mehr verloren. Die Besonderheit des Kummels am Frederikas Gård ist die Tatsache, dass eine Granitgeige auf dem Seezeichen liegt, die bei jedem Regen unter Wasser leigt.

Der Göteborger Künstler Kent Karlsson hat mit seinem Seezeichen Kummel eines seiner typischen Werke der 90er Jahre geschaffen, bei denen er Lebensweisen, Geschichte und Erinnerung oft verknüpft, um den Betrachtern seiner Werke einen Denkanstoß zu geben. Wenn man seine Werke Tempel für Zweifel und Hoffnung und Dunkelheit, der Morgen kommt in Göteborg betrachtet, so kann man seine Entwicklung deutlich verfolgen.

Kent Karlsson wurde 1945 in Göteborg geboren und studierte an der Konstindustriskolan und der Kunsthochschule Valand in Göteborg, sowie ein weiteres Jahr an der Kungliga Konsthögskolan in Stockholm. Von 1991 bis 1997 war er Lehrer für Malerei bei Valand, wobei er ein Jahr davon eine Gastprofessur in Japan einnahm. Kent Karlsson begann seine künstlerische Laufbahn als Maler, wobei er sich später dann vor allem der Monumentalskulptur zuwandte, die ihm zahlreiche öffentliche Aufträge einbrachte. Seine Werke findet man heute in mehreren schwedischen Museen Justifierund an zahlreichen öffentlichen Plätzen Schwedens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. April 2010

Friskulptur von Per Thorlin am Gathenhielmska Kulturreservat in Göteborg


Wenn man von der Bangatan über eine Parkanlage zum Gathenhielmska Kulturreservat in Göteborg geht, so findet man am Pfeiler, der den Eingang zum Park markiert eine Freiskulptur (Friskulptur), die eine Gruppe von Bronzefiguren darstellt, die den Pfeiler symbolisch erklettern wollen.

Die Skulpturengruppe Kletterer aus dem Jahre 1967 besteht aus insgesamt zwölf Figuren, die durch eine koordinierte Zusammenarbeit den Ziegelpfeiler erklettern. Jede einzelne Figur der Gruppe ist ein Kunstwerk an sich, wobei die Gruppe als Ganzes symbolisch zeigen will, dass nur eine gemeinsame Anstrengung und eine gemeinsame Arbeit auch vorwärts, in diesem Fall nach oben, führt.

Per Thorlin wurde 1923 in Oslo geboren und studierte zwischen 1945 und 1952 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Der Künstler ließ sich anschließend in Göteborg nieder Auch wenn Per Thorlin vor allem für seine abstrakten Gemälde des Bohuslän bekannt wurde, so schuf er dennoch sehr beeindruckende öffentliche Kunstwerke in verschiedenen Materialien. In Göteborg findet man von Thorlin, unter anderen Werken, auch die Vindarna (Winde) im Pilegården.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 29. März 2010

Marmorintarsia von Endre Nemes am Axel Dahlströms torg in Göteborg


Am Axel Dahlströms torg im Göteborger Stadtteil Högsbo findet man das größte und wertvollste Mosaik der Stadt. Der Künstler schuf aus Marmorsteinchen ein expressionistisches Gemälde von über neun mal acht Metern, das im Jahre 1955 gemeinsam von den Familjebostäder Göteborg und dem Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert wurde.

Um dieses überdimensionale Gemälde am Högsboer Medborgarhuset zu schaffen, das aus 60 verschiedenen Marmorarten aus der ganzen Welt besteht, benötigte der Künstler rund 7500 Stunden, wobei er die Marmorteile nicht selbst zusägte, sondern damit die Steinbildhauerei Hermansson beauftragte.

Endre Nemes (1909 - 1985) wurde in Ungarn geboren und lebte später in mehreren Ländern, bevor er sich dann in den 40er Jahren in Schweden ansiedelte. Von 1947 bis 1955 war Endre Nemes Vorstand der Kunsthochschule Valand in Göteborg, was die Ausbildungsrichtung jener Zeit erheblich prägte. Nemes war auch einer der ersten Künstler, die in Schweden Emaille für öffentliche Kunstwerke benutzte. Endre Nemes ist mehr für seine Gemälde, die sich in allen bedeutenden Museen Schwedens befinden, bekannt als für seine öffentlichen Werke.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 15. März 2010

Hästen, das Pferd, von Claes Hake an der Sprängkullsgatan in Göteborg


Im Innenhof eines Universitätsgebäudes an der Sprängkullsgatan in Göteborg, gegenüber der Vasagatan, findet man außer der Skulptur Tornet von Britt Ignell eine weitere Skulptur eines bedeutenden Göteborger Künstlers, die als Hästen, das Pferd, bekannt wurde.

Auch wenn der Künstler nie einen Kommentar über die Beweggründe zu einem seiner Kunstwerke abgibt, so kann man bei genauerem Betrachten ohne weiteres ein Pferd (häst) erkennen, das Claes Hake in seiner minimalistischen Art in den Granit aus dem Bohuslän geschlagen hat. Wie alle seine Granitwerke, so wirkt das Pferd auf den ersten Blick grob und wenig bearbeitet. Bei genauerem Betrachten entdeckt man dann die Einheit zwischen Material und Umgebung, ein Gefühl, das der Künstler all seinen Werken vermittelt.

Claes Hake wurde 1945 in Mölndal bei Göteborg geboren und besuchte die Kunsthochschule Valand. Seine Werke, die oft aus Bogen, Bootformen oder Portalen bestehen, findet man heute in mehreren Ländern Europas und den USA. In Göteborg findet man zahlreiche seiner öffentlichen Werke, die auch seine künstlerische Entwicklung zeigen. Mit zu den bedeutendsten Skulpturen Claes Hakes in Göteborg gehören Näcken, Bohuslän und Arkipelag.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. März 2010

Livets träd, der Baum des Lebens, von Pål Svensson in Göteborg


Seit 1988 findet man neben dem Eingang des Hauses Nummer 39, im Innenhof der Husargatan des Göteborger Stadtteils Haga ein dreidimensionales Mosaik, das der Künstler Livets träd, der Baum des Lebens, genannt hat.

Der Göteborger Künstler hat hier aus hunderten von Mosaikteilchen einen Baum von den Wurzeln bis zum Geäst geschaffen. Bedeutend wird dabei jedoch auch der Teil, der den Baum umgibt, denn hier kann man deutlich eine aufströmende Bewegung erkennen, die den Stoffwechsel des Baumes symbolisiert, wo der Wind dem Stamm zu streicheln scheint. Während das Geäst relativ zart aussieht, dominiert die Wurzel, die dem Baum seine Kraft verleiht.

Pål Svensson, der 1950 in Göteborg geboren wurde und die dortige Kunsthochschule Valand besuchte, hatte seine erste Ausstellung im Jahre 1985 in der Galleri Rotor. Als er 1988, nur wenige Jahre später, Livets träd in Haga schuf, arbeitete er noch mit verschiedenen Materialien. Sein frühes Werk ist bereits in die architektonische Umgebung integriert und die Stärke seiner Schaffenskraft ist bereits sichtbar, aber noch deutet wenig auf seine späteren Monumentalarbeiten hin, bei denen er häufig Granit und Wasser sprechen lässt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. März 2010

Rytmisk Lek von Elma Oijens an der Fagottgatan in Göteborg


Eingebettet zwischen den Hochhäuser der Fagottgatan im Göteborger Ruddalen entdeckt man die Skulpturengruppe Rytmisk Lek, Rhythmisches Spiel, das in Bronzeform drei Kinder darstellt, die mit zwei Reifen spielen. Da es sich an der Fagottgatan um Häuser handelt in denen auch viele Kinder leben, drückt diese Skulptur auch das Leben in diesem Gebiet aus, auch wenn heute Reifenspiele nicht mehr so häufig zu sehen sind als 1963, als die Künstlerin die Skulptur schuf.

Rytmisk Lek drückt, wie sehr viele Skulpturen einen Momentsaufnahme aus, ähnlichem einen Foto, das während des Schaffens aktuell ist, aber schon ein Jahr später Geschichte sein kann. Es werden ständig Kinder geboren, aber die Spiele ändern sich. Heute sind es mehr die Eltern, die sich als Abbild des Rhythmischen Spieles sehen, einer Rhythmik, die in Form von Ringen ausgedrückt wird.

Elma Oijens (1907 - 1992) studierte vor allem Malerei an der Kunsthochschule Valand in Göteborg, schuf jedoch nach ihrer Ausbildung auch mehrere Skulpturen in Bronze und Gips, die man in mehreren Städten Schwedens findet. Auch in Göteborg kann man an Hand mehrerer ihrer Werke ihre Arbeitsweise sehr deutlich verfolgen und studieren.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. März 2010

Dimman, der Nebel, von Rolf Denman an der Fiolgatan in Göteborg


Etwas hinter den Häusern der Fiolgatan in Göteborg verborgen entdeckt man seit 1966 eine überdimensionale Skulptur aus Beton und Gussaluminium, das der Künstler Dimman genannt hat, also Nebel.

Sicher fragen sich viele Betrachter von Dimman im ersten Moment was dieses kompliziert verwinkelte Werk mit Nebel zu tun hat. Wer jedoch versucht den Nebel als abstraktes, festes Gebilde zu sehen, entdeckt, dass sich die Aluminiumteile bewegen wie Nebelschwaden, die oft Wiesen, Seen und Wälder bedecken. Indem der Künstler seine Skulptur Dimman in die Höhe setzte, kann man davon ausgehen, dass er damit den Hochnebel ausdrücken wollte, der die Sicht am Boden frei lässt, uns es aber unmöglich macht in die Höhe zu blicken um träumerisch der Realität zu entschweben.

Rolf Denman wurde 1923 in Munkedal bei Göteborg geboren und besuchte sowohl die Slöjdförenigens skola als auch die Kunsthochschule Valand in Göteborg. Rolf Denman hat unter anderem in der Kunsthalle der Stadt ausgestellt. Seine Werke findet man in mehreren Städten Schwedens, wobei er auch für Göteborg mehrere Kunstwerke schuf. Rolf Denman erhielt 1996, unter anderen Preisen und Stipendien, auch das Kulturstipendium der Stadt Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 27. Februar 2010

Puzzle von Bror Persson in Pilegården in Göteborg


Puzzle ist eines der jüngsten Werke in Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim und steht eingebettet zwischen den Parkhäusern und Parkplätzen des Wohngebietes. Die Betonskulptur Puzzle wurde von Bror Persson im Jahre 1971 realisiert und gleicht seinem anderen Werk, das nicht weit davon entfernt an der gleichen Straße steht und den Namen Bautasten trägt.

Mit Puzzle wollte der Künstler sein anderes Werk vervollständigen, indem er die die einzelnen Steine zusammenfügte und damit den Weg aus der Vergangenheit in die Zukunft zeigte. Puzzle symbolisiert daher das menschliche Gefüge, das ein Wohngebiet ausmacht und nur funktioniert, wenn alle Steine passen.

Der Künstler Bror Persson (1923 - 1996) war vor allem Grafiker und Maler und hat nur sehr wenige Skulpturen realisiert. Bror Persson studierte an der Kunsthochschule Valand in Göteborg, verbrachte jedoch mehrere Jahre seines Lebens in Italien. Seine Werke, vor allem zahlreiche Stilleben, findet man heute in mehreren bedeutenden Kunstmuseen Schwedens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Februar 2010

Arkipelag (Archipel) von Claes Hake in Lindholmen, Göteborg


Mitten im Wissenschaftszentrum, neben Universitätsgebäuden, Bibliothek und Forschungseinrichtungen findet man eine Skulpturengruppe, die der Künstler Arkipelag (Archipel) genannt hat und in seiner Form und Größe typisch für die Arbeiten des Künstlers sind.

Ein Archipel ist eine Inselgruppe, bei der, wie den Schären vor Göteborg, zahlreiche Inseln sehr nahe aneinander liegen und über eine eigene typische Vegetation und Tierwelt verfügen. Auch wenn es sich dabei üblicherweise um größere Inselgruppen handelt, so kann man die Schären als den vielleicht kleinsten "Arkipelag" bezeichnen und das Kunstwerk in Lindholmen damit seiner geographischen Lage zuordnen.

Claes Hake, der 1945 in Mölndal bei Göteborg geboren wurde und an der Kunsthochschule Valand studierte, hat während der letzten Jahre mehrere ähnliche Bögen aus Granit geschaffen, die immer in eine bestimmte Landschaft eingebettet wurden und die Bewegung von Wasser oder von Schneewehen ausdrücken. Claes Hakes Werk Arkipelag symbolisiert daher auch mehr die Wogen, die die Inseln eines Archipel vom Festland trennen als die Erhebungen selbst.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 22. Februar 2010

Abstraktioner, Anstraktionen, von Jan Steen in Pilegården in Göteborg


Auf einem der Innenhöfe in Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim steht eine der frühen Skulpturen Jan Steens, die der Künstler Abstraktioner, Abstraktionen, genannt hat und im Jahre 1968 für die Stena Fastigheter in Bronze schuf.

Abstraktioner ist, wie der Name schon sagt eine abstrakte Arbeit des Künstlers und lässt den Betrachter einige Zeit nach einem Symbol suchen. Wer die Skulptur von der richtigen Seite aus betrachtet kann unter Umständen eine Frau mit ihrem Kind entdecken, was der Skulptur an diesem Ort auch einen gewissen Sinn gibt.

Jan Steen (1929 -1997) besuchte sowohl die Slöjdföreningen (heute Hochschule für Design und Kunsthandwerk) als auch die Kunsthochschule Valand in Göteborg. Während Jan Steens anfängliche Arbeiten mehr zum surrealistischen neigten und in der abstrakten Kunst anzusiedeln sind, schuf er später auch Werke wie Gunnar Gren oder Charles Felix Lindberg in Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Februar 2010

Mattan, der Teppich, von Ralph Lundquist in Pilegården in Göteborg


Eine der ersten Skulpturen, die man im Wohngebiet Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim entdeckt, ist die Mattan, ein roter Teppich aus Beton, der auf einer Teppichstange zu hängen scheint um bald ausgeschlagen zu werden. Auch wenn die Skulpur Mattan aus rotem Beton mit Muster auf den ersten Blick nicht sehr originell scheint, so drückt sie heute dennoch die Erinnerung an frühere Zeiten aus, als jeder Vorhof eines Mietgebäudes noch über eine Teppichstange verfügte und die Bewohner dort regelmäßig ihre Teppiche reinigten.

Während die Herausforderung an den Künstler insbesondere war eine Bewegung der Mattan, also des Teppichs, auszudrücken, so schuf er das Kunstwerk im Jahre 1971 in einer Zeit des Umbruchs, als noch einige Bewohner ihre Teppiche ausschlagen wollten, anderen aber bereits zu den Staubsaugern griffen, die ab Ende des Zweiten Weltkriegs immer mehr auch in Normalhaushalten zu finden waren.

Ralph Lundquist, geboren 1931 in Göteborg, besuchte sowohl die Kunsthochschule für Design und Kunsthandwerk (HDK), als auch die heutige Kunsthochschule Valand in Göteborg. Der Künstler Ralph Lundquist schuf mehrere bedeutende öffentliche Kunstwerke in Göteborg und arbeitet mit verschiedenen Materialien. Seine Werke findet man in mehreren Museen Schwedens, unter anderem auch im Kunstmuseum in Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 19. Februar 2010

Sjöhästar, Seepferde, von Jill Lindström am Sannegårdshamnen in Göteborg


Die künstlerische Erzählung aus den sieben Weltmeeren von Jill Lindström am Sannegårdshamnen in Göteborg besteht aus vier Skulpturen, die jeweils oberhalb eines Bootsstegs angebracht sind. Eine dieser Skulptur nennt sich Sjöhästar, Seepferde.

Seepferde waren seit der Antike mystische Figuren für die Seefahrt. Sie zogen Schiffe durch die Meere und transportierten Zedernholz aus dem Libanon. Kein Wunder daher, dass Sjöhästar auch sehr häufig als Glücksbringer betrachtet wurden und daher als Galionsfiguren die großen Segler vor den Gefahren der Meere schützten, denn welches Unwesen würde ein Schiff angreifen, das von einem Tier beschützt wird, das ebenfalls aus dem Ozean kommt.

Jill Lindström, die die Skulptur Sjöhästar im Jahre 2003 am Sannegården aufstellte, hat mit ihrem vierteiligen Werk einen bedeutenden Beitrag zur Seefahrtgeschichte Göteborgs beigetragen. Die Göteborger Künstlerin, die die Hochschule für Design und Handwerk, sowie die Kunsthochschule Valand besuchte, lässt ihre Skulpturen am Sannegården für sich sprechen und selbst die Symbole geben nur einen Hinweis, denn jedes ihrer Kunstwerke kann mehrere Geschichten erzählen, die alle eng mit der Seefahrt verbunden sind.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. Februar 2010

Fåglar, Vögel, von Berit Lange in Pilegården in Göteborg


Inmitten der Häuser der Stena Fastigheter, die in den 60er Jahren auf einem früheren Bauernhof aufgebaut wurden, entdeckt man eine Skulptur, die nicht nur an die früheren Zeiten erinnert, sondern auch in der Materialwahl von den anderen Skulpturen des Gebietes in Askim abhebt. Es handelt sich dabei um die Holzskulptur Fåglar, Vögel.

Bei den Fåglar der dänischen Künstlerin handelt es sich, der Form nach zu urteilen, weniger um Küstenvögel, sondern eher um Tauben oder Amseln, Vögel also, die sowohl früher hier zu Hause waren als auch heute noch Pilegården besuchen und den Bewohnern einen Lichtblick in der monotonen Wohnlandschaft bieten, die in Göteborg relativ unbeliebt ist.

Berit Lange (1925 - 1987), die die Skulptur Fåglar im Jahre 1968 geschaffen hat studierte an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk (HDK) und der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Sie schuf während ihres Lebens nur relativ wenige Skulpturen und ist mehr für ihre Gemälde im Stil des Expressionismus in dunklen Leuchtfarben bekannt. Ihre Werke findet man in mehreren Museen Schwedens, wobei auch in Göteborg sowohl öffentliche Werke als auch Gemälde im Museum zu finden sind.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 15. Februar 2010

Vindarna von Per Thorlin in Pilegården in Göteborg


Zwischen den Häusern in Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim entdeckt man eine Betonskulptur, die an dieser Stelle zum Träumen anregt oder auch gefühlsmäßig an der falschen Stelle zu finden ist, denn der Künstler Per Thorlin symbolisiert hier die Winde (Vindarna) in Form von Segeln im Wind und vermittelt damit das Gefühl als würde man mit seinem Segelboot über das Wasser des Kattegatts gleiten.

Der Künstler hat hier eine künstlerische Meisterleistung geschaffen, indem er einer Betonskulptur Ausdruck gab bei der er die Techniken der Malerei mit in die Skulptur integrierte. Natürlich ist es abstrakt, so weit vom Meer entfernt und in einem windgeschützten Innenhof von Winden die Segel straffen zu lassen, aber gerade der Kontrast zwischen den nüchternen Bauten der 60er Jahre und dem Traum vom über dem Wasser gleiten regt die Fantasie an und vermittelt in einer monotonen Umgebung die Hoffnung und den Gedanken an die Freiheit im Wind. Vindarna hat damit eine mehrfache Bedeutung für Pilegården.

Per Thorlin wurde 1923 in Oslo geboren, wo er auch mit seinem Kunststudium begann, das er dann an der Kunsthochschule Valand in Göteborg fortsetzte. Der norwegische Künstler Per Thorlin ist im Grunde Maler und hat nur relative wenige Skulpturen geschaffen. Seine Werke wurden vor allem in Schweden, Norwegen und Frankreich ausgestellt. Im Jahre 1991 konnte man einige seiner Gemälde auch in der Göteborger Kunsthalle entdecken. Per Thorlin wurde vor allem als Maler von visionären Landschaften des Bohuslän bekannt, wobei dieser Einfluss auch an seinem Werk Vindarna in Göteborg, das er 1968 realisierte, festzustellen ist.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin