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Freitag, 2. April 2010

Kummel, Seezeichen, von Kent Karlsson am Frederikas Gård in Göteborg


Am Rande von Frederikas Gård im Stadtteil Högsbohöjd (Högsbo) in Göteborg findet man eine Skulptur, die fünf aufeinander liegenden Granitreifen gleicht, wobei sich roter und schwarzer Granit abwechseln. Der Göteborger Künstler nannte das Werk Kummel, also Seezeichen.

Ein Kummel ist im Grunde ein Steinhaufen, der aus weiß bemalten Steinen besteht und an einer Bucht steht, die den Schiffen signalisiert, dass hier die Wassertiefe ausreichend ist um anzulegen. Die Kummel gehören zu den ältesten Seezeichen Skandinaviens und existierten schon lange bevor den Wikingern. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden zwar alte Kummel noch aufrecht erhalten, jedoch keinerlei neue errichtet und haben ihre Bedeutung mehr und mehr verloren. Die Besonderheit des Kummels am Frederikas Gård ist die Tatsache, dass eine Granitgeige auf dem Seezeichen liegt, die bei jedem Regen unter Wasser leigt.

Der Göteborger Künstler Kent Karlsson hat mit seinem Seezeichen Kummel eines seiner typischen Werke der 90er Jahre geschaffen, bei denen er Lebensweisen, Geschichte und Erinnerung oft verknüpft, um den Betrachtern seiner Werke einen Denkanstoß zu geben. Wenn man seine Werke Tempel für Zweifel und Hoffnung und Dunkelheit, der Morgen kommt in Göteborg betrachtet, so kann man seine Entwicklung deutlich verfolgen.

Kent Karlsson wurde 1945 in Göteborg geboren und studierte an der Konstindustriskolan und der Kunsthochschule Valand in Göteborg, sowie ein weiteres Jahr an der Kungliga Konsthögskolan in Stockholm. Von 1991 bis 1997 war er Lehrer für Malerei bei Valand, wobei er ein Jahr davon eine Gastprofessur in Japan einnahm. Kent Karlsson begann seine künstlerische Laufbahn als Maler, wobei er sich später dann vor allem der Monumentalskulptur zuwandte, die ihm zahlreiche öffentliche Aufträge einbrachte. Seine Werke findet man heute in mehreren schwedischen Museen Justifierund an zahlreichen öffentlichen Plätzen Schwedens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. September 2009

Tempel för tvivel och hopp von Kent Karlsson in Lindholmen, Göteborg


Im Sannegårdshamnen in Lindholmen, am Norra Älvstranden, schwimmt ein besonderes Bauwerk, der Tempel för tvivel och hopp von Kent Karlsson. Dieser 19 Meter hohe Tempel bewegt sich mit den Strömungen des Wassers und spiegelt in der Sonne auf immer neue Weise. Das fiktive Gebäude verändert sich daher kontinuierlich.

Der Tempel aus italienischem Stahldraht in Lindholmen wurde im Jahre 2004 ins Wasser gelassen und an seiner Unterseite mit einem länglichen Betonklotz versehen, der seine Bewegungen ermöglicht.

Der Tempel fär tvivel och hopp, der Tempel für Zweifel und Hoffnung, lässt sich auf vielfältige Weise interpretieren, zumal Kent Karlsson sich mit seinen Kunstwerken auch mit den Problemen des Gazastreifens und der jüdischen Vergangenheit auseinandersetzt.

Ursprünglich ist ein Tempel einer bestimmten nichtchristlichen Gottheit gewidmet, später wurde er ein Symbol für alle Glaubensrichtungen und rituelle Handlungen. Kent Karlssons Tempel ist wie eine Kirche errichtet, jedoch ohne Glocken und in einer Neubaugegend wo zwar die Wissenschaften einen bedeutenden Platz einnehmen, Kirchen jedoch nicht mehr eingeplant werden.

Kent Karlsson, der seit Jahren seit Atelier am Norra Älvstranden hat und auch das Erinnerungsmonument Mörker, väx morgondag geschaffen hat, beschäftigt sich viel mit der Geschichte der Religionen in seinen Werken, lässt aber die Interpretation in weiten Linien dem Betrachter des Werkes. Sein Tempel för tvivel och hopp ist nicht irgendein Tempel, denn er beinhaltet den Zweifel (an wem und was?) und er drückt Hoffnung aus, die Hoffnung auf eine gerechtere Welt?

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 4. September 2009

Mörker, väx morgondag von Kent Karlsson am Bastionsplatz in Göteborg


Seit dem 30. August hat der Bastionsplatz, an dem früher Prometheus stand, wieder eine Skulptur: Dieses Mal ist es eine Skulptur besonderer Art, die der Künstler Kent Karlsson Mörker, väx morgondag genannt hat - Dunkelheit, erwache Morgen.

Auf Initiative der jüdischen Gemeinde Göteborgs wurde am Bastionsplatz, nur wenige Schritte von der Synagoge entfernt, ein Erinnerungsdenkmal errichtet, das an die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs erinnern soll und an all jene erinnern soll, die im Nazideutschland verfolgt wurden und wegen ihrem Glauben oder ihrer Weltanschauung das Leben lassen mussten.

Karl Karlsson hat für sein Werk als Bild aufgebaut, das von der äußersten Kante eines symbolischen Bahngleises beginnt, das zu einem der Konzentrationslager führt. Am Ende des Gleises findet man nur noch Kinderschuhe, die die vergasten und verbrannten Kinder zurückgelassen haben. Jenseits des Lagers und des Gleises beginnt jedoch ein neuer Tag, an dem das Leben weitergeht und dieses Mal zum Licht führt, das rund um die Uhr leuchtet.

Kennt Karlsson begann seine künstlerische Laufbahn mit Malerei, aber schon in den 90er Jahren beschritt er ähnliche Wege wie Joseph Beuys und begann im Widerspruch zu suchen und schon 1993 findet man auch in Bronze gegossene Schuhe in seinen Werken, die für ihn eine Art Symbol sind. Karlsson ist ein Gegenwartskünstler, der mit Zweifel und Hoffnung arbeitet und auch vor Konfrontationen keine Angst hat. Bereits vor Mörker, väx morgondag schuf er ein Monument, das vom Gaza-Konflikt spricht.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin