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Mittwoch, 5. Mai 2010

Sagofisk, der Sagenfisch in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Als in den 50er und 60er Jahren mehrere Kinderspielplätze von Künstlern geschaffen wurden, wurde auch in der Göteborger Trädgårdsföreningen ein Künstler mit der Schaffung eines Spielplatzes beauftragt. Das Ergebnis war nicht nur eine Rutschbahn in Form eines Sagofisk (Sagenfisches), sondern eine ganze Anlage, die von der Geschichte beeinflusst wurde.

So findet man am Spielplatz außer dem Sagofisk einen rekonstruierten verfallenen griechischen Tempel, wobei nicht nur die Säulen in die Luft ragen, sondern in der Umgebung auch Reste eines fiktiven einstigen Tempels liegen, wobei einige davon selbst Steingravuren aufweisen um den Eindruck realistischer zu gestalten. Für Kinder kann diese Spielskulptur einfach ein interessantes Entdeckungsfeld zum Spielen sein. Mit Hilfe von Kindergärtnern oder den Eltern kann die Spielskulptur dagegen auch der Erziehung dienen und die Phantasie der Kinder steigern.

Wie an so zahlreichen Skulpturen der Stadt hat der Künstler leider keinerlei Signatur hinterlassen, was darauf schließen lässt, dass es sich um einen lokalen Künstler handelt, der das Werk als Auftragsarbeit erledigte.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 9. April 2010

Ödlan, die Eidechse, in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Noch hinter den Rosenanlagen der Trädgårdsföreningen (Gartenverein) in Göteborg findet man auf eine kleinen Anhöhe eine der ältesten Skulpturen der Gartenanlage. Der große Ödlan, die Eidechse, aus Granit liegt hier von Frühling bis Herbst eingebettet in einer grün-dominanten Fläche und wird nur von wenigen Besuchern entdeckt.

Der Ödlan in übernatürlicher Größe scheint den Besucher mit seinen großen Augen eingehend zu betrachten und liegt auf der Wacht. Die Details, inklusive der Schuppen, sind kunstvoll in den Stein gehauen. Die Skulptur zeigt alle Eigenschaften der klassischen Bildhauerei und stammt vermutlich aus den 30er Jahren, als die Anlage mehrere Kunstwerke erhielt.

Große Eidechsen gehören eigentlich nicht zu den üblichen Bewohnern Schwedens, aber wie auch verschiedene Blumensorten, die ursprünglich nicht in Schweden beheimatet sind für die Vielfalt der Trädgårdsföreningen stehen, so wäre auch ein lebender Ödla im Grunde ein Tier, das sich mitten in der Anlage sehr wohl fühlen würde.

Da der Künstler des Werke keinerlei Signatur auf seiner Eidechse hinterlassen hat, kann man nicht feststellen wer das Kunstwerk geschaffen hat.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Foto: Irene Kårlin

Montag, 1. Februar 2010

Baggen Ullrik von Uwe Kersten in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Manche Kunstwerke haben in Göteborg nicht sehr viel Glück und werden zum falschen Zeitpunkt an den richtigen Stellen aufgestellt. So ging es auch dem Baggen Ullrik, dem Bock Ulrich in der Trädgårdsföreningen in Göteborg. Als er im Jahre 1996 im Gartenverein aufgestellt wurde, dachte der Künstler, dass sein Bock aus Granit für die Ewigkeit bestimmt sei. Aber sehr lange steht er nun, mit anderen halb zerstörten Kunstwerken, in einer Ecke der Trädgårdsföreningen und wartet darauf wieder einen Platz in Göteborg zu finden.

Baggen Ullrik sollte, wie alle Werke des deutschstämmigen Künstlers, eine Beziehung zur Umwelt haben, was gerade bei einem Bock, der von Grasflächen umgeben ist, voll der Fall ist. Außerdem konnten Kinder auf ihm klettern und der Bock konnte selbst zu erzieherische Zwecken dienen. Der Künstler hat den massiven Körperbau und das Fell des Baggen Ullrik in hervorragender Weise wiedergegeben.

Uwe Kersten wurde 1940 im deutschen Merseburg geboren und machte ab 1962 Göteborg zu seiner Wahlheimat. Er studierte von 1963 bsi 1967 an der Konstindustriskolan in Göteborg und studierte anschließend an der Universität Kulturkommunikation. Seine öffentlichen Werke findet man nicht nur in ganz Schweden, sondern selbst in China. Uwe Kersten erhielt mehrere Stipendien für seine Leistungen, unter anderem auch das Kulturstipendium der Stadt Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. Januar 2010

Syskonen, die Geschwister, von Nanna Ullman in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Unmittelbar am Eingang des Palmenhauses der Trädgårdsföreningen Göteborg stößt man auf eine kleinere Skulptur mit einem Wasserspiel, die die Künstlerin Syskonen, die Geschwister, nannte. Es handelt sich dabei um ein sehr junges Mädchen, das ihren Bruder trägt. Die beiden Figuren drücken die Nähe und ein sehr zärtliches Verhalten aus, die man häufig bei Kinderskulpturen der 20er und 30er Jahre findet.

Die Skulptur drückt in Form und Ausdruck die Vorkriegszeit aus, in der Kinder sehr häufig sehr früh eine große Verantwortung trugen und sich sehr zeitig um ihre Geschwister kümmern mussten. Die schwedische Künstlerin Nanna Ullman hat eine weitere Kindergruppe in Göteborg realisierte, die man am Korsvägen finden kann, nämlich die Gruppe Diskussion.

Nanna Ullman (1888 - 1964) wurde in Kopenhagen geboren und studierte an der Kunsthochschule in Göteborg, wo sie sich auch mit ihrem Mann, Sigrid Ullman, nieder ließ, als er Leiter der Kunsthochschule Valand wurde. Nanna Ullman hielt sich mehrere Jahre in Rom auf um italienische Skulptur zu erlernen. Sie stellte zeit ihres Lebens nur sehr wenige ihrer Kunstwerke aus, schuf jedoch einige öffentliche Werke in Göteborg. Heute findet man ihre Skulpturen in den Museen Stockholms, Oslos und Göteborgs.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 8. Januar 2010

Urnor, Urnen, von Sivert Lindblom an der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Am Södra Vägen, dort wo man vom Bältesspännareparken zur Trädgårdsföreningen geht stehen zwei Urnen (Urnor), die man sehr schnell für überdimensionale Pflanztöpfe hält und die sich erst auf den zweiten Blick als Kunstwerke entpuppen.

Zum einen sind die beiden Urnor aus Bronze, zum anderen haben sie eine sehr eigene Form, die auch auf die Arbeit des Künstlers Sivert Lindblom hinweist. Die beiden Urnen wurden 1984 am heutigen Platz aufgestellt und bilden einen architektonisch-künstlerischen Übergang von einem Park zur nächsten Parkanlage. Sie bilden gewissermassen ein Toor zwischen den beiden Anlagen, die beide auf einer alten Festung errichtet wurden.

Sivert Lindblom wurde, geboren 1931, wurde in den 80er Jahren vor allem dafür bekannt, dass er ein Vertreter einer Künstlergrupe war, die Plastikmaterial in der Kunst benutzten und deren Anwendung verteidigte. 1968 vertrat er, zusammen mit Arne Jones, Schweden bei der Kunstbiennale in Venedig. Sivert Lindblom arbeitete an zahlreichen Projekten bei denen Architektur und Kunst eine Einheit bilden sollten und unterrichtete zeitweise an der Hochschule für Architektur in Stockholm.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Den hemlighetsfulla porten von Pål Svensson in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Drei Granitquader bilden in der Trädgårdsföreningen Göteborgs ein öffentliches Kunstwerk, das den Namen Den hemlighetsfulla porten, das geheimnisvolle Tor, trägt. Die Skulptur findet sich auf einer Anhöhe zwischen Vallgraven und dem Palmhuset, umgeben von majestätischen Laubbäumen.

Den hemlighetsfulla Porten wurde 1986 anlässlich der Skulpturausstellung Skulptur i Parken in der Trädgårdsföreningen vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond erworben. Bei der dreiteiligen Skulptur handelt es sich um ein typisches Werk Pål Svenssons, der hier die Verbindung von Mauer und Grenze sucht, die der Betrachter zu durchbrechen versucht. Das geheimnisvolle Tor war unter anderem auch die Basis für die Choreographie Dans till skulpturerna i parken.

Pål Svensson arbeitet vor allem mit dem kaum sichtbaren Teil seiner Werke, so ist auch die hemlighetsfulla porten innen poliert und außen sieht man rohen, fast unbehandelten Granit, was die Wirkung eines geheimnisvollen Tores, das die Verbindung zweier Welten ausdrückt noch verstärkt. Wer sich der Skulptur nähert und durch die Spalten blickt entdeckt die Veränderung der Farben und des Lichtes im polierten Teil des Werkes. Man bekommt das Gefühl als müsse man nur einen Schritt durch diese Öffnung machen um Zeit und Raum hinter sich zu lassen.

An verschiedenen Stellen der Stadt findet man sehr unterschiedliche öffentliche Werke des Göteborger Künstlers Pål Svensson, so den Silverbåge an der Svenska Mässan oder Sagan om ringen am norra Älvstranden. Wie sehr viele der Künstler der Stadt erwarb auch Pål Svensson seine Ausbildung an der Kunsthochschule Valand in Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Oktober 2009

Tummelisa oder Däumelinchen von Stig Blomberg in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Im Wasserhaus (Vattenhuset) des Palmhauses (Palmhuset) in der Trädgårdsföreningen in Göteborg findet man ein kleines Marmormädchen, das auf einem Seerosenblatt zu schlafen scheint. Wer anders könnte dies sein als Tummelisa, das Däumelinchen aus dem Märchen von H. C. Andersen. Die Skulptur hat seinen Platz inmitten des Beckens mit zahlreichen, teils exotischen Wasserpflanzen.

Stig Blomberg hat Tummelisa für diesen Platz geschaffen, in einer Zeit, als Märchen noch wichtig waren für Kinder. Im Jahre 1950 gab es weder Computerspiele noch Fernsehen in jedem Haus. Es waren daher Märchen wie jenes von Däumelinchen, die Kinder träumen ließen, die gerade mit diesem Märchen die Tier- und Pflanzenwelt entdecken konnten und von fremden Ländern erfuhren. Und der Platz im Wasserbecken des Gartenvereins in Göteborg ist wie geschaffen um an dieses Märchen zu erinnern.

Der schwedische Künstler Stig Blomberg, der 1970 in Linköping starb hat mehrere Werke in Göteborg hinterlassen, unter anderem auch die Tampande pojkar und die Bollspelande flickor im Slottsskogsvallen, wobei er am meisten bekannt wurde für Werke wie Tummelisa, seine Skulpturen von Kindern, die er träumend, schlafend und in jeder anderen Position meisterhaft darstellen konnte, was er auch bei seinen zahllosen Buchillustrationen unter dem Pseudonym T. Arvidsson immer wieder unter Beweis stellte.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. September 2009

Våren, der Frühling, von Gunnar Nilsson in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Unmittelbar nach dem Haupteingang der Trädgårdsföreningen (des Gartenvereins) Göteborgs wird man von einer Marmorstatue begrüßt, die wie geschaffen ist um die jährliche Saison der Parkanlage einzuleiten. Das junge Mädchen in Marmor nennt sich Våren, der Frühling, und drückt in der Kunst das blühende Leben, die Freude und die ewige Jugend aus.

Gunnar Nilsson hat mit dem warmen Marmor die Stärke dieses neuen Beginns des Lebens der Natur in klassischer französischer Weise ausgedrückt, auch wenn Marmor seit der Antike für Skulpturen verwendet wird, um Leben ausdrücken: Marmor strahlt Wärme aus, was auch bei Kirchenkunst immer wieder zu sehen ist.

Die Skulptur Våren hat Gunnar Nilsson bereits 1949 hergestellt und wurde ein Jahr später von Herrn Osqvist der Trädgårdsföreningen geschenkt. Sie hat innerhalb der zahlreichen Skulpturen des Parkes einen Ehrenplatz eingenommen und bleibt nicht unbeachtet.

Gunnar Nilsson wurde 1904 in Karlskrona geboren und starb 1995 in Versailles. Er erlernte Aquarellmalerei und Modellieren an der Technischen Berufsschule der Stadt und zog im Jahre 1928 schließlich nach Paris, wo er seine künstlerische Laufbahn begann. Er war Mitglied in der schwedischen und französischen Kunstakademie. In Göteborg findet man im Botanischen Garten eine weitere Skulptur von Gunnar Nilsson, nämlich Vårens Huldra.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. September 2009

Bruden som försvann von Lars Stocks im Botanischen Garten in Göteborg


Am Café des Botanischen Gartens in Göteborg findet man seit dem Frühjahr diesen Jahres eine Skulptur mit dem mystischen Titel Bruden som försvann, die verschwundene Braut. Wie bereits mehrere Skulpturen Göteborgs, so hatte auch diese Skulptur ein etwas tragisches Schicksal, denn 1986 wurde sie in der Trädgårdsföreningen an einem sehr guten Platz enthüllt, wo sie auch von zahlreichen Besuchern große Beachtung fand und selbst Brautpaare sich vor ihr fotografieren ließen.

Im Jubiläumsjahr 2007 sollte jedoch die Trädgårdsföreningen neu gestaltet werden und die Skulptur störte an ihrem angestammten Platz. So wurde das Kunstwerk von Lars Stocks kurzerhand in ein Lager im Slottsskogen transportiert und fast vergessen. Erst nachdem zahlreiche Göteborger immer wieder nach der Skulptur fragten entschied sich die Stadtverwaltung sich wieder um die Bruden som försvann zu kümmern. Die Trädgårdsföreningen wollte sie jedoch nicht wieder aufstellen, da eine moderne Skulptur, im Gegensatz zu den anderen modernen noch vorhandenen Skulpturen, nicht mehr zu einem Park passt, der nach einem englischen Modell vom 19. Jahrhundert zurückfinden soll. So landete nun die Skulptur an einer etwas versteckten Stelle im Botanischen Garten Göteborgs.

Was aber bedeutet die Bruden som försvann? Lars Stocks, der die Idee zu dieser Skulptur während eines Aufenthaltes in Frankreich hatte, schweigt zum Thema. Aber seine Skulptur ist dennoch eindeutig, denn die Braut lies ihr Kleid, ihre Schuhe, ihren Hut und selbst die Rosen zurück als sie verschwand. Und wer alle Details der Skulptur betrachtet findet selbst den Ring, der für ihren Finger gedacht war achtlos am Boden. Niemand weiß, warum sie die Flucht ergriff, aber sie schien im letzten Moment Angst vor der ewigen Bindung gehabt zu haben und hat die Flucht als Ausweg aus dem Dilemma gewählt.

Der Göteborger Künstler Lars Stock, der die verschwundene Braut schuf, hat ursprünglich Grafik, grafische Gestaltung und Emaillekunst in Göteborg studiert, bevor er sich an das Schweißen und Monumentalskulpturen machte. Die Werke von Lars Stock, der 1992 den Kungsbacka Kulturpris erhielt, findet man mittlerweile überall in Schweden. In Majorna befindet sich auch seine Skulptur Livets träd, der Baum des Lebens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. September 2009

De svarta, die Schwarzen, von Stina Ekman in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Nahe des Vallgravens und im Schatten der mächtigen Bäume der Trädgårdsföreningen in Göteborg entdeckt der Besucher der Gartenanlage eine Skulptur besonderer Art. Zwei Quader ragen aus dem Boden, die im ersten Moment und aus der Ferne an Basalt erinnern, aber denen der Glanz dieses Steines fehlt. Bei näherem Betrachten kann man feststellen, dass diese Skulptur in zwei Teilen aus gummiüberzogenem Stahl besteht und dadurch ein eigenwilliges Muster aufweist. Die Bedeutung der beiden Steine ist schwer zu deuten, aber sie drücken in gewisser Weise das Verborgene aus, ein Glanz, der sich unter einer schwarzen Hülle versteckt.

Stina Ekman hat diese Skulptur, die vom Charles Felix Lindbergs Donationsfonds anlässlich der Ausstellung "Skulptur - från granit till gelé" in der Trädgårdsföreningen im Jahre 1995 erworben wurde. Die Skulptur der in Göteborg geborenen Künstlerin, die ihr Werk aus der Wiese wachsen lässt steht an einer der dunkelsten Stellen des Parks, was de svarta, den Schwarzen, noch eine besondere Wirkung verleiht. Ihre Form erinnert an die für Steine typischen Kristalle, ohne dass sich hier jedoch ein Stein verbirgt.

Stina Ekman, die in Stockholm Kunst studierte und anschließend in Umeå und Stockholm selbst Künstler ausbildete, ist besonders an der Außenbehandlung ihrer Werke interessiert und gibt ihren Skulpturen durch eine entsprechende Platzierung einen eigenen Ausdruck. Die Künstlerin ist international bekannt und hat, in Zusammenarbeit mit dem Statens konstråd zahlreiche öffentliche Monumente geschaffen. Stina Ekman wurde im Jahre 2007 die Statlig inkomstgaranti (Garantieverdienst von rund 20.000 Euros im Jahr) für die hohe Qualität ihrer künstlerischen Arbeit und deren Bedeutung für das schwedische Kulturleben verliehen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 19. September 2009

Inner sources / Ursprung von Hagbart Solløs an der Centralstationen in Göteborg


Auf dem Nils Eriksonplatsen zwischen Nordstan und Centralstationen ragen drei schwarze Basaltsteine aus der Erde als ob sie neu geboren wären und eben erst aus dem Zentrum der Erde zu uns gefunden hätten. Der norwegische Skulpteur Hagbart Solløs hat hier eines seiner Zeichen hinterlassen, das er Inner sources und Ursprung genannt hat.

Viele Göteborger werden bei diesem Werk an die Trädgårdsföreningen denken, wo die drei Basaltskulpturen, die die Einheit Inner Sources / Ursprung ausmachen, seit 1987 ihren Platz hatten. Beide Stellen drücken mit ihrer unterschiedlichen „Wachstumsepoche“ eine Entstehungsgeschichte aus, denn Pflanzen kommen aus der Erde und ein Reisender fängt vielleicht sein Leben dann an zu leben wenn er den Göteborger Hauptbahnhof verlässt.

Hagbart Solløs hat eine Vorliebe für schwarzen Basalt, einen sehr harten Stein, der entsteht, wenn Magma an der Erdoberfläche austritt und dann sehr schnell erkaltet. Basalt zu verarbeiten bedeutet daher einem neuen Leben eine Form zu geben, die Zukunft zu schaffen. Der Künstler entreißt dem Basalt gewissermaßen sein Geheimnis und lässt es in Form eines Kunstwerkes dem Betrachter seine Geschichte erzählen. Inner sources macht hier keine Ausnahme, wobei die drei Einzelskulpturen mit ihrer unterschiedlichen Größe ebenfalls zu wachsen scheinen.

Hagbart Solløs ist in Norwegen geboren und studierte in Oslo Kunst und Bildhauerei bevor er sich an die Arbeit mit Stein machte. Seine Werke finden sich vor allem in Norwegen und Schweden. Sie drücken alle ein eigenes Leben aus und scheinen selbst im Schwarz die Sonne zu reflektieren und die Strahlung des heißen Magmas nach außen weiterzugeben.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 5. September 2009

Totem von Carina Wallert in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Seit 1995 findet man auf den Wiesen der Trädgårdsföreningen (Gartenverein) in Göteborg zwei nebeneinander stehende Bronzeköpfe auf Holzpfeilern. Das Gebilde erinnert mehr an lang vergangene Zeiten, in der Indianer noch über die Prärie in Amerika herrschten als an die Gegenwart. Die Künstlerin Carina Wallert hat dieses Gebilde Totem genannt, vermutlich in Anknüpfung an diese lang vergessene Zeit.

Tatsächlich handelt es sich bei ihrer Skulptur aus Bronze und Holz jedoch mehr um einen Wappenpfahl und nicht um ein Totem. Im Gegensatz zum Totem, das eine Verwandtschaft mit einer Person voraussetzt ist der Wappenpfahl, der vor allem bei den Indianern der amerikanischen Nordwestküste verbreitet war, ein Symbol, meist das Wappentier, einer Familie. Diese Wappenpfähle wurden in der Regel als Denkmal für einen Toten errichtet, die die Verbindung zur Gegenwart hielten, und haben vermutlich die Arbeit von Carina Wallert an ihrem Totem beeinflusst.

Das Werk Totem von Carina Wallert wurde 1995 anlässlich der Ausstellung „Skulptur - från granit till gelé", die in der Trädgårdsföreningen stattfand, vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond erworben. Aufgrund der Symbolhaltigkeit der Skulptur ist der gewählte Ort für das Kunstwerk jedoch zu diskutieren.

Die 1952 geborene Künstlerin Carina Wallert, die in Stockholm Skulptur studierte, beschäftigt sich oft mit Tieren in ihren Werken und zeigt eine gewisse Faszination für die Tierwelt. Sie empfindet manches Tier lebendiger als den Menschen, der sich mit ihm zeigt. Das Tier wurde in der Vergangenheit häufig als Symbol oder Träger einer Botschaft betrachtet, was auch nordamerikanische Indianer dazu brachte ihr Geschlecht einer Tierart zuzuordnen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. September 2009

Pan von Dieter Matzner in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Seit 1989 findet man in den Grünflächen der Göteborger Gartenvereinigung (Trädgårdsföreningen) zwei Kupferblöcke die aus dem Boden ragen und im ersten Moment wenig an ein Kunstwerk erinnern. Dieter Matzner, der Schöpfer dieser Skulptur, hat die beiden Blöcke Pan genannt und tatsächlich sind es typische Werke des Künstlers, der mehrere Skulpturen in Schweden geschaffen hat.

Der deutsche Skulpteur Dieter Matzner definiert sein Werk als ein gegensätzliches Verhalten zwischen einem organischen Gewächs, dem Baum zwischen den beiden Kupferblöcken, und dem nicht organischen Material Kupfer aus dem er sein Werk geschaffen hat. Wie in vielen anderen seiner Werke stellt er Pan in das Verhältnis Form-Zeit-Raum.

Pan war nach der griechischen Mythologie der Gott des Waldes und der Natur, der jedoch auf Grund seines Aussehens Schrecken verbreitete. Hirten baten ihn um seine Hilfe und den Schutz der Herden. Sein Hirtenstab symbolisiert den Kreislauf der Natur innerhalb der vier Jahreszeiten.

Dieter Matzner machte seine Kunstausbildung in Braunschweig und arbeitete in mehreren Ländern bevor er an der Göteborger Universität in der Ausbildung von Künstlern tätig wurde. Seine Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen sind grundsätzlich abstrakt und stellen Zeit und Raum in Frage, was ihn im Surrealistischen ansiedelt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. August 2009

Mandala von Takashi Naraha an der Stora Nygatan in Göteborg


An der Stora Nygatan, gegenüber dem Gewächshaus der Trädgårdsföreningen, steht ein Kunstwerk besonderer Art, das Takashi Naraha Mandala nannte. Es handelt sich um zwei aufeinander stehenden Granitblöcken mit unterschiedlicher Farbe. Der Künstler sägte aus jedem der beiden Blöcke ein V, so dass die zusammengesetzten Blöcke dem Betrachter statt zweier V ein X zeigen. Während das Kunstwerk außen unpoliert ist hat der Künstler die Buchstabenkombination fein poliert und damit einen Kontrast zu seinem Äußeren geschaffen.

Ein Mandala ist in der Regel ein kreisförmiges oder quadratisches Gebilde mit einem Zentrum und wird im Buddhismus und Hinduismus zu religiösem Zweck benutzt. Takashi Naraha ist in Japan geboren und benutzt daher die japanisch-chinesische Symbolik der Mandalas. In diesen Kulturkreisen benutzt man für Mandalas Buchstaben wie beim Kunstwerk am Vallgraven. Das Kunstwerk, das großenteils vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert wurde, muss daher in Zusammenhang mit den buddhistischen Religionen betrachtet werden und dient der Meditation.

Takashi Naraha wurde 1930 in Tokyo geboren, wo er auch an der Masahino Kunsthochschule ausgebildet wurde. Im Jahre 1974 kam er nach Schweden und ließ sich dort permanent nieder. Sein künstlerischer Aufstieg begann jedoch bereits 1967 mit mehreren internationalen Ausstellungen. Heute sind seine Kunstwerke, die sehr häufig Mandalas sind, weltweit bekannt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 15. August 2009

Klättraren, der Kletterer, von Björn Therkelson in der Trädgårdsföreningen Göteborg


Der Kletterer oder Klättraren gehört zu jenen Skulpturen, die nicht für einen bestimmten Platz und nicht ausdrücklich für Göteborg geschaffen wurden sondern bei einer Ausstellung erworben wurde. Der Charles Felix Lindbergs Donationsfond, der den Klättraren kaufte hatte ihn eigentlich für den Drottningstorget bestimmt und nicht für seinen tatsächlichen Platz in der Trädgårdsföreningen in Göteborg.

Die Skulptur "Der Kletterer" von Björn Therkelson kann jedoch an jedem Platz der Welt stehen, da sie eine allgemeine gültige Aussage birgt. Der Mann in Bronze verlässt mit seinem nächsten Schritt den sicheren Grund und wagt sich damit in einen Bereich ohne Umkehr in dem er sich auf das Ungewisse verlässt. Es kann der Aufbruch in ein neues Leben sein aber auch ein Bewegung zur inneren Person, die Angst und Zweifel zurück lässt.

Der Kletterer wurde im Jahre 1986 in der Trädgårdsföreningen Göteborg aufgestellt. Die Bronzeskulptur schuf der Malmöer Künstler Björn Therkelson, der in mehreren künstlerischen Bereichen aktiv ist und unter anderem von 1978 bis 1981 die Hovedskous Målarskola (heute Göteborgs Konstskola) in Göteborg besuchte. Er spielt seit 2007 eine maßgebliche Rolle als Projektleiter für Kunst im Västra Götaland.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 8. August 2009

Vårens Huldra, der Waldgeist, von Gunnar Nilsson im Botanischen Garten Göteborgs


Die Huldra kommt ursprünglich aus Norwegen und hat in der schwedischen Mythologie zahlreiche Namen. Da sie eigentlich im Hochgebirge lebt und weiß wie Schnee ist wird sie erst im Frühling (vår) sichtbar. Man kann sie am ehesten mit einem weiblichen Troll vergleichen, die Männer verführt und sie oft ins Verderben führt.

Vårens Huldra, der Frühlingstroll, von Gunnar Nilsson im Botanischen Garten Göteborgs ist eines dieser mythologischen Wesen in Bronze und hat die Form eines jungen Mädchens angenommen, das nur darauf warten, dass sich ein Mann in sie verliebt. Vårens Huldra hat sich dafür in ihrem Lieblingsgebiet ihren Standort ausgesucht, unter einem dichten Baum.

Nachdem der schwedische Künstler Gunnar Nilsson viele Jahre in Frankreich verbracht hat und sich dort die klassische französische Skulptur lernte hat seine Vårens Huldra im Botanischen Garten wenige Züge eines Trolles und der junge nackte Frauenkörper entspricht mehr jener der französischen Vorstellungen einer klassischen Skulptur.

Vårens Huldra existiert in mehreren Exemplaren, wobei jene im Botanischen Garten Göteborgs das dritte Exemplar ist, das im Jahre 1954 von Torsten Odqvist, Direktor bei Elof Hansson, einem Wohltäter Göteborgs, dem Botaniska Trädgården geschenkt wurde.

Gunnar Nilsson lebte von 1928 bis zu seinem Tode in Paris und Versaille und wurde Mitglied der Ehrenlegion Frankreichs. Ausser der Waldtrollin Vårens Huldra findet man in Göteborg auch noch seine Frauenskulptur Våren in der Trädgårdsföreningen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Juli 2009

Monolith in vier Teilen von Lars Hansson in Göteborg


Ein Monolith ist im Grunde ein Stein aus einem einzigen Guss und drückt die Einheit und die Stärke eines Steines aus. Bei der Skulptur von Lars Hansson handelt es sich jedoch um einen Monolith, der durch seine Trennung in vier Teilen zu einem Kunstwerk wurde, das den Ausdruck Monolith also in Frage stellt.

Lars Hansson hat sich für seine Arbeit dem Bohusgranit gewählt, Granit also, der schon in der Vorgeschichte Schwedens der Steinskulptur diente und uns viel über die Geschichte und Lebensweise der nordischen Vorfahren erzählen konnte. Hansson knüpft daher mit seinem Monolith in vier Teilen (Monolit i fyra delar) einen Sprung von der Urzeit zur Gegenwart.

Der Monolit i fyra delar wurde von Lars Hansson, der mit dem Olssons Skulpturpreis ausgezeichnet ist, im Jahre 1989 realisiert und wurde auf dem Gustav Adolf Torg enthüllt. Erst im Jahre 1992 kam das Kunstwerk an seine heutige Stelle in der Trädgårdsföreningen in Göteborg. Lars Hansson arbeitet heute vor allem in Italien und in Griechenland.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Juli 2009

Carl Michael Bellman von Alfred Nyström in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Carl Michael Bellman, geboren am 4. Februar 1740 in Stockholm, gilt als einer der bedeutendsten Minne- und Liederdichter Schwedens. Seine herausragendsten Werke waren "Fredmans epistlar" (Fredmans Episteln) und "Fredmans sånger" (Fredmans Gesänge), die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Auch wenn Bellman heute als schwedischer Nationaldichter gilt, so hatte er jedoch zeit seines Lebens wegen seinem lockeren Lebenswandel ständig finanzielle Probleme.

Auch wenn Carl Michael Bellmann vermutlich nie seinen Fuß nach Göteborg setzte, so befindet sich dennoch seine Zinkbüste, geschaffen von Alfred Nyström, in der Trädgårdsföreningen der Stadt. Der Grund leuchtet jedoch ein, denn Bellman schrieb eine Ballade um den großen Brand von 1794 in Göteborg und veranlasste daher die Stockholmer Göteborg finanziell unter die Arme zu greifen.

Bellmans Büste in Zink wurde von Alfred Nystöm realisiert, der ein Schüler Molins war und für seine zahlreichen Porträtbüsten bekannt wurde. Die Büste Bellmanns wurde 1911 im Lorensbergspark enthüllt und wurde erst im Jahre 1953 an seinem heutigen Platz in der Trädgårdsföreningen aufgestellt.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. Juli 2009

Dimman, der Nebel, von Gusten Lindberg in Göteborg


Dimman, der Nebel, ist trotz seines symbolhaltigen Namens ein pures Kunstwerk, das Gusten Lindberg im Jahre 1885 in Paris geschaffen hat und ursprünglich in Gips realisiert wurde. Als Gusten Lindberg seine Skulptur "Dimman" bei der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 präsentierte, wurde sie mit der Goldmedaille prämiert.

Dimman in Göteborg ist jedoch nicht die einzige Version der Statue, denn Gusten Lindberg schuf auch ein Exemplar in Marmor für das Nationalmuseum in Stockholm und mehrere Exemplare in Bronze, wovon sich eine heute in der Trädgårdsföreningen in Göteborg befindet.

Die Skulptur Dimman kam über den Restaurantbesitzer Sophus Peterson nach Göteborg, der die Statue 1914 im Lorensbergspark aufstellen ließ. Erst 1975 wurde Dimman dann vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond erworben und an seiner heutigen Stelle in der Trädgårdsföreningen aufgestellt.

Gusten Lindberg, 1852 in Stockholm geboren, gehörte zu den Künstlern, die sich der französischen Skulptur hingaben. Seine Arbeiten sind bekannt für ihre graziöse, weiche Form. Lindberg gehörte der Bewegung Opponenterna an, die sich für die Modernisierung der Künstlerausbildung in Schweden einsetzte.

Copyright: Herbert Kårlin