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Sonntag, 30. Mai 2010

Sjöjungfrun, die Seejungfrau, an der Fridhemsgatan in Göteborg


Nach der schwedischen Mythologie sind Seejungfrauen (sjöjungfruar) Abwandlungen der Sirenen und bringen daher Seeleuten in der Regel Unglück, wenn sie auf deren Rat hören oder ihrem Gesang lauschen. Ursprünglich hatten diese weiblichen Sagenwesen einen weiblichen Oberkörper und den Unterleib eines Vogels, was in der skandinavischen Mythologie zu einem weiblichen Oberkörper und einem Fischschwanz führte, zumal die Sjöjungfru ein sehr starkes Wesen war, das über die Meere herrschte und an das Wasser gebunden war.

Es ist daher kein Zufall, dass die Baufirma Poseidon am Rande ihrer Bauten an der Fridhemsgatan bei Kungsten einem Künstler erlaubten aus dem untersten Teil eines geschlagenen Baumes eine Seejungfrau zu schnitzen, die verführerisch auf die nahen Fußgänger blickt, aber für immer an ihre Stelle gebunden ist. Nicht weit von ihr entfernt findet man auch Poseidon in Holz, der den Seeleuten auch wohlwollender sein konnte als die Seejungrauen oder Meerjungfrauen des hohen Norden, die mit ihrer Zauberkraft nur Verderben anrichteten.

Der Künstler dieser Holzskulptur hinterließ leider, wie bei so vielen Holzskulpturen Göteborgs, nur seine Initialen D. A., die nur seinen Freunden und Bekannten etwas sagen. Nach der Art der Skulptur der Seejungfrau zu schließen wurde Poseidon wenige Jahre früher von einem anderen Künstler geschaffen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 1. Mai 2010

Genius von Carl Milles am Sankt Sigrid Plan in Göteborg


Etwas abseits vom Sankt Sigfrid Plan in Göteborg und versteckt hinter einer Imbissbude steht eine der typischen Skulpturen von Carl Milles, der in der Stadt zahlreiche Skulpturen hinterließ. Beim Werk am Sankt Sigfrid Plan handelt es sich um Genius, also den römischen, persönlichen Schutzgeist eines Mannes.

Der Künstler hat hier die verherrlichende Pose eines Genius ausgedrückt, die in jener Zeit auch von Hitler propagiert wurde. Milles wollte diese Art von Menschen und seine Eigenschaften in jenen Jahren auch nach Schweden bringen. Er hat bei der Skulptur die Kraft und die Virilität des Mannes ausgedrückt und aus der römischen Mythologie die Flügel und das Füllhorn übernommen.

Das Original von Genius wurde 1940 fertig gestellt und ist ein Grabmal in den USA, wobei die Kopie in Göteborg bereits um die gleiche Zeit gegossen wurde und sich zwei weitere Kopien des Genius in Schweden befinden. Als Carl Milles im Sommer 1932 mit seinem Genius begann, dachte er an einen strahlenden Engel, der eine Hommage an August Strindberg sein sollte. Das Werk bekam seine tatsächliche Form jedoch erst in den Jahren 1939/1940.

Genius war vermutlich das letzte Werk, das Carl Milles (1875 - 1955) in seinem Sommerwohnsitz in Schweden noch zum Großteil erstellte. Milles war bereits 1931 nach Amerika ausgewandert und hatte 1945 die dortige Staatsbürgerschaft angenommen. Seit 1931 verbrachte der Künstler nur einige Sommermonate in seiner Stiftung, dem Millesgarten, in Stockholm und als Carl Milles 1951 mit seiner Frau nach Europa zurückkehrte, siedelte er sich in Rom an.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. Februar 2010

Atlant und Karyatide am Valandhuset in der Vasagatan in Göteborg


Atlant und Karyatide am Eingang zum Nachtklub im Valandhuset in der Vasagatan in Göteborg sind in jeder Hinsicht erstaunliche Träger, da sie in jeder Hinsicht von der klassischen Abbildung eines Atlant und einer Karyatide abweichen. Bereits die Anwendung von schwarzem Marmor für die beiden mythologischen Figuren ist unüblich, noch mehr aber ihre Ausdrucksweise und ihre Position.

Das Geheimnis von Atlant und Karyatide liegt jedoch vermutlich im Namen des Gebäudes, denn Valand kommt von Völund, einer Figur der nordischen Sagenwelt, der, zusammen mit seinen beiden Brüdern, von drei Walküren verführt wurde. Es ist daher anzunehmen, dass das Paar am Valandhaus Völund mit seiner Walküre darstellt, mit der er sieben Jahre seines Lebens verbrachte.

Atlant und Karyatide sind, wie bei entsprechenden Trägern üblich, nicht vom Künstler signiert und wurden mit Sicherheit von den beiden Architekten und Baumeistern Georg Krüger (1847 - 1893) und Ernst Krüger (1859 - 1926) beauftragt. Da das Valandhuset an der Ecke Avenyn und Vasagatan als Forum für nordische Kunst gedacht war, hat die Anpassung von Atlant und Karyatide an die skandinavische Mythologie eine weitreichende Bedeutung.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Januar 2010

Flora von Gioacchino Frulli im Botanischen Garten von Göteborg


In der römischen Mythologie war Flora die Göttin der Blüte und sorgte vor allem dafür, dass Getreide eine reiche Ernte brachte. Flora erhielt im alten römischen Reich mehrere Tempel und wurde schließlich als Göttin der Blüte zum Symbol des Frühlings.

Die Marmorskulptur Flora, die sich heute am Eingang der Galerie von Floras Rike im Botanischen Garten Göteborgs steht wurde ursprünglich für den Garten des Schlosses Gunnebo erstellt, aber nach dem Tode Halls machte die Skulptur eine Reise durch mehrere Gärten Göteborgs, bis sie endlich im Jahre 1918 von einem Erben der Familie van Reis an den Charles Felix Lindbergs Donationsfond verkauft wurde und ihren Platz im Botanischen Garten Göteborgs fand. Zu Beginn war die Statue noch im Freien aufgestellt, aber als zu Beginn der 90er Jahre Erosionsschäden an ihr entdeckt wurden, wurde sie erst restauriert und anschließend in Floras Rike aufgestellt.

Gioacchino Frulli (1766 - 1801) war in Italien geboren. Als Frulli jedoch 1786 auf dem Weg nach Sankt Petersburg Göteborg besuchte, blieb er bis zu seinem Tode in der Stadt und heirate auch in Göteborg. Gioacchino Frullis größter Auftrag wurde die Ausschmückung des Schlosses Gunnebu bei Göteborg, das heute noch seine Handzüge aufweist. In diesem Rahmen hat er auch Flora geschaffen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Dezember 2009

Atlant von Ivar Johnsson am Stadttheater in Göteborg


Während an der linken Seite des Haupteingangs zum Stadttheater in Göteborg eine Karyatide das Vordach hält, findet man auf der rechten Seite Atlant. Atlant trägt in der griechischen Mythologie die Welt auf seinen Schultern, wobei man auch ein Theater symbolisch als Welt betrachten kann.

Der Künstler Ivar Johnsson hat seinen Atlant jedoch der nebenstehenden Karyatide angepasst, da Atlant in der Regel, auf Grund der Last, meist kniend abgebildet wird oder aber zumindest mit seinen Händen die Welt stützt, jedoch nie die Arme an der Seite baumeln lässt. Vermutlich wollte Johnsson hier mehr eine Symmetrie der beiden Figuren ausdrücken als sich auf die griechische Mythologie stützen.

Atlanten, die bei römischer Tempelkunst in der Regel Telamoner genannte werden, fanden in jeder Epoche ihre Anwendung in der Baukunst, wobei Atlant am Stadttheater im Jahre 1933 in Marmor geschaffen wurde und etwa drei Meter hoch ist. Ivar Johnsson passte seinen Atlant einer Architektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts an, was sein Werk sehr deutlich von den deutschen Atlanten und Karyatiden unterscheidet.

Ivar Johnsson (1885 - 1970) ist einer der bedeutendsten Monumentalbildhauer Schwedens, der gemäß seiner Zeit in Schweden, Frankreich und Italien Bildhauerei studierte. Von 1920 bis zu seinem Tod im Jahre 1970 wohnte und arbeitete Ivar Johnsson in Heleneborg in der Nähe von Stockholm. Johnsson schuf einige der bedeutendsten öffentlichen Werke Göteborgs.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Dezember 2009

Polyhymnia von Carl Ahlborn auf dem Stora Teater in Göteborg


Als zwischen den Jahren 1855 und 1859 das Stora Teatern (Storan) in Göteborg gebaut wurde, sollte das Gebäude den Zeitgeist ausdrücken und das Gebäude sowohl innen wie außen als das kennzeichnen, was es lange Jahre über sein sollte, nämlich ein Tempel der Künste. In diesem Rahmen wurde auch der Bildhauer Carl Ahlborn gebeten die künstlerische Ausstattung des Gebäudes zu übernehmen.

Wenn man an die Bestimmung des Gebäudes denkt, so war es in der Logik der Zeit sich der klassischen griechischen Musen zu bedienen. Mehrere von ihnen wurden daher am und auf dem Gebäude von Carl Ahlborn verewigt. Eine von ihnen ist Polyhymnia, die Muse des Tanzes, der Poesie, der Hymne und der Pantomime, die sich durch ihre ausgewählte Wortwahl und der Feinheit ihrer Sprache hervor tat. Polyhymnia gilt in der griechischen Mythologie nicht nur als ausgezeichnete Rednerin, sondern auch als sehr ernst, nachdenklich und neigte zur Meditation. Die Muse Polyhymnia brachte den Verfassern unsterblicher Texte Reichtum und Ruhm.

Carl Ahlborn (1813 - 1899 ?), der Schöpfer von Polyhymnia auf dem Storan, war in Braunschweig geboren und kam im Jahre 1843 nach Schweden, wo er zahlreiche öffentliche Gebäude ausschmückte, jedoch auch als Designer für Stühle tätig war und nach dem Tode seiner Frau Lea Medaillen schuf. Carl Ahlborns Motta war: «Erledige, was du erledigen musst, aber führe es so schön wie möglich aus.» Der Künster Carl Ahlborg stand, trotz seiner überragenden Leistungen, als Künstler immer im Schatten seiner Frau, bildete jedoch zahlreiche ausgezeichnete Künstler, unter anderem Henrik Nerpin, aus, die bedeutende Preise in Paris oder Brüssel errangen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. Dezember 2009

Kämparna von Arvid Fuhre an der Kämpebron in Göteborg


An den beiden Geländern der im Jahre 1925 eingeweihten Kämpebron über den Stora Hamnkanalen in Göteborg finden man die Schmiedearbeiten Kämpare, die dem Architekten Arvid Fuhre zugeschrieben werden, da er die Zeichnung dazu geliefert hat nach der einer der unbekannten Kunstschmiede Göteborgs die Arbeit ausführte.

Die Kämpebron erhielt ihren Namen nach den ersten vier Statuen, die die Brücke zierten und die Kämpfer Starkodder, Vitolff, Arngrim und Halfdan der nordischen Mythologie darstellten. Arvid Fuhre hat diese nahezu göttlichen Helden aktualisiert und ihnen Sagentiere, die eine Mischung zwischen Pferd und Seepferdchen sind, gegeben um einerseits die alten Legenden aufrecht zu erhalten, andererseits aber die Brutalität der alten Sagen abzumindern und aus den Kämpfern eher Verteidiger der Brücke zu machen.

Arvid Fuhre (1885 - 1959) war in erster Linie Stadtarchitekt in Göteborg, Helsingborg und Söderhamn, wobei er Architektur an der Kunstakademie studierte, was sich auch auf seine verschiedenen Bauwerke auswirkte, die er häufig mit künstlerischen Ausschmückungen verzierte. In Göteborg errichtete er auch einige der für die Stadt typischen Landshövdingehus und die Brunnenschale der Skogsråfontänen im Kungsparken.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. Oktober 2009

Aphrodite von Knidos von Praxiteles vor dem Kunstmuseum in Göteborg


Eine der vier Bronzefiguren, die vor dem Kunstmuseum in Göteborg aufgestellt sind, ist den knidiska Afrodite oder die Aphrodite von Knidos. Wie auch bei den anderen Statuen vor dem Museum handelt es sich nicht um ein Original, sondern um einen Nachguss einer Gipsfigur, die ihrerseits eine Reproduktion einer römischen Kopie war. Die Kopie des Kopfes des Originals befinden sich in Berlin, der Körper aber im Vatikan. Aphrodite wurde 1931 vor dem Kunstmuseum Göteborgs aufgestellt.

Aphrodite ist nach der griechischen Mythologie die Göttin der Liebe, der Schönheit und der Begierde. Sie war eine der zwölf Götter des Olymps und wurde in späterer Zeit zur Liebesgöttin. Nach Plinius dem Älteren ist die die Aphrodite von Knidos die herrlichste Statue der alten Welt, wobei sie auch das bekannteste Werk von Praxiteles ist.

Bei sämtlichen uns bekannten Statuen von Praxiteles handelt es sich um römische Kopien, mit einer einzigen Ausnahme, seinem Hermes. Praxiteles schuf etwa 50 Statuen und gilt als der Schöpfer der jugendlichen Götterideale. Seine Werke zeichnen sich durch die außerordentliche Oberflächenbehandlung aus.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. September 2009

Sårad Amazon von Polykleitos am Kunstmuseum in Göteborg


Wie auch die anderen drei klassischen Skulpturen vor dem Kunstmuseum in Göteborg ist auch die Sårad Amazon nur die Kopie einer Statue, die Polykleitos zugeschrieben wird. Die Bronzeskulpur wurde nicht dem griechischen Original nachgegossen, da keine der Arbeiten von Polykleitos als Original erhalten blieb, sondern später geschaffenen römischen Skulpturen als Vorbild galten. Die Statue in Göteborg wiederum wurde nach einem Modell in Berlin rekonstruiert.

Die Sårad Amazon oder die verletzte Amazone wurde 1931 vor dem Kunstmuseum enthüllt, zusammen mit drei anderen, die sie auf gleicher Anhöhe begleiten. Die griechische Mythologie beschrieb an mehreren Stellen den Staat der Amazonen, einer matriachalischen Gesellschft, der sich vermutlich am Ostufer des Schwarzen Meeres befand. Das Frauenvolk der Amazonen war wegen seiner Geschicklichkeit beim Bogenschießen bei den Feinden gefürchtet und verbreitete Angst und Schrecken.

Die Sårad Amazon vor dem Kunstmuseum wird, wegen ihrer Verletzung unter der rechten Brust ohne ihr Pferd und vor allem ohne ihren Bogen abgebildet, was relativ selten geschah. Sie trägt auch nicht die sonst bei Amazonen übliche Kleidung, sondern ein männliches Gewand.

Polykeitos oder Poliyklet, wie er im Deutschen oft genannt wird, lebte von 460 bis 405 vor Christus und gilt als einer der bedeutendsten Bronzebildhauer seiner Zeit. Seine Statuen scheinen immer irgendwie in Bewegung zu sein, im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern seiner Zeit. Polykleitos versuchte seinen Skulpturen dadurch Leben zu geben.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. September 2009

Pan von Dieter Matzner in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Seit 1989 findet man in den Grünflächen der Göteborger Gartenvereinigung (Trädgårdsföreningen) zwei Kupferblöcke die aus dem Boden ragen und im ersten Moment wenig an ein Kunstwerk erinnern. Dieter Matzner, der Schöpfer dieser Skulptur, hat die beiden Blöcke Pan genannt und tatsächlich sind es typische Werke des Künstlers, der mehrere Skulpturen in Schweden geschaffen hat.

Der deutsche Skulpteur Dieter Matzner definiert sein Werk als ein gegensätzliches Verhalten zwischen einem organischen Gewächs, dem Baum zwischen den beiden Kupferblöcken, und dem nicht organischen Material Kupfer aus dem er sein Werk geschaffen hat. Wie in vielen anderen seiner Werke stellt er Pan in das Verhältnis Form-Zeit-Raum.

Pan war nach der griechischen Mythologie der Gott des Waldes und der Natur, der jedoch auf Grund seines Aussehens Schrecken verbreitete. Hirten baten ihn um seine Hilfe und den Schutz der Herden. Sein Hirtenstab symbolisiert den Kreislauf der Natur innerhalb der vier Jahreszeiten.

Dieter Matzner machte seine Kunstausbildung in Braunschweig und arbeitete in mehreren Ländern bevor er an der Göteborger Universität in der Ausbildung von Künstlern tätig wurde. Seine Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen sind grundsätzlich abstrakt und stellen Zeit und Raum in Frage, was ihn im Surrealistischen ansiedelt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. August 2009

Gemenskap oder Gemeinschaft von Ralph Lundquist im Schlosswald in Göteborg


Wer den Schlosswald vom Linnéplatz aus betritt findet fast am Eingang des Parkes eine etwas seltsam geformte Skulptur aus gefärbtem Beton. Sieben Pfeiler verwinden sich auf 11 Meter Höhe zu einer Schlinge und drücken damit die Verknüpfung verschiedener Kulturen aus.

Ralph Lundquist schuf hier im Jahre 1995 eine Skulptur, die er ursprünglich Drakslinga nannte, die nach der nordischen Mythologie eine Hütte ausdrückt, die für Heim und Gemeinsamkeit steht. Der endgültige Titel der Skulptur war dann jedoch "Gemeinschaft" oder "Gemenskap".

Göteborg und der Charles Felix Lindbergs Donationsfond suchten per Ausschreibung ein Kunstwerk, das die Bedeutung der Einwanderer in Göteburg ausdrücken sollte, die eine Bereicherung der Stadt und seiner Bevölkerung sind und andere kulturelle Einflüsse und Denkweisen in Göteborg einfließen lassen.

Die sieben Beine der Skulptur repräsentieren die sieben Kontinente, wobei jedes Bein eine andere Farbe und ein anderes Muster hat. Die sieben Betonbeine führen an der Spitze zusammen und verknüpfen sich zu einem gemeinsamen Dach, das alle Menschen dieser Erde vereinen soll.

Da eine Skulptur leider weder Vorurteile noch Rassismus ausrotten kann dient das Kunstwerk von Ralph Lundquist heute oft auch der Konfrontation der Kulturen und als Stelle der Anklage, sobald Gewalttaten gegen Einwanderer in Göteborg stattfinden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 8. August 2009

Vårens Huldra, der Waldgeist, von Gunnar Nilsson im Botanischen Garten Göteborgs


Die Huldra kommt ursprünglich aus Norwegen und hat in der schwedischen Mythologie zahlreiche Namen. Da sie eigentlich im Hochgebirge lebt und weiß wie Schnee ist wird sie erst im Frühling (vår) sichtbar. Man kann sie am ehesten mit einem weiblichen Troll vergleichen, die Männer verführt und sie oft ins Verderben führt.

Vårens Huldra, der Frühlingstroll, von Gunnar Nilsson im Botanischen Garten Göteborgs ist eines dieser mythologischen Wesen in Bronze und hat die Form eines jungen Mädchens angenommen, das nur darauf warten, dass sich ein Mann in sie verliebt. Vårens Huldra hat sich dafür in ihrem Lieblingsgebiet ihren Standort ausgesucht, unter einem dichten Baum.

Nachdem der schwedische Künstler Gunnar Nilsson viele Jahre in Frankreich verbracht hat und sich dort die klassische französische Skulptur lernte hat seine Vårens Huldra im Botanischen Garten wenige Züge eines Trolles und der junge nackte Frauenkörper entspricht mehr jener der französischen Vorstellungen einer klassischen Skulptur.

Vårens Huldra existiert in mehreren Exemplaren, wobei jene im Botanischen Garten Göteborgs das dritte Exemplar ist, das im Jahre 1954 von Torsten Odqvist, Direktor bei Elof Hansson, einem Wohltäter Göteborgs, dem Botaniska Trädgården geschenkt wurde.

Gunnar Nilsson lebte von 1928 bis zu seinem Tode in Paris und Versaille und wurde Mitglied der Ehrenlegion Frankreichs. Ausser der Waldtrollin Vårens Huldra findet man in Göteborg auch noch seine Frauenskulptur Våren in der Trädgårdsföreningen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin