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Freitag, 7. Mai 2010

Vitsippa, Buschwindröschen, am Vitsippsdalen in Göteborg


Das Tor am Haupteingang zum Vitsippsdalen gehört mit zu den versteckten Kunstwerken Göteborgs, da sich kaum ein Tourist hierher verirrt und jene, die es schon „immer“ betrachten, machen sich keine Gedanken darüber, obwohl das schmiedeeiserne Tor die Arbeit eines Künstlers ist und nicht nur eine Abgrenzung.

Das Tor wurde so gearbeitet, dass es in stilisierter Form eine Vitsippa, ein Buschwundröschen, in seiner Blüte darstellt, das Symbol für den Botanischen Garten Göteborgs und der Hauptanziehungspunkt des Vitsippsdalen. Natürlich hätte der nicht genannte Künstler eine deutlich erkennbare Blume schweißen können, aber gerade die Abstraktion macht dieses Tor so einmalig, wo der Betrachter die Form und den Inhalt etwas suchen muss. Die Kunsthochschulen in Göteborg haben mehrere bedeutende Metallkünstler hervorgebracht, die heute vor allem bei architektonischen Projekten und der Gestaltung von Gartenanlagen eine Bedeutung haben, meist ohne ihre Signatur zu hinterlassen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. März 2010

Tulpanbrunnen im Botanischen Garten in Göteborg


Im Perennträdgården (winterharte Pflanzen) des Botanischen Gartens in Göteborg steht nur wenige Meter neben der Tulpan von Eva Lange ein Brunnen in Gusseisen, der ebenfalls eine Tulpe darstellt. Das diese Tulpe sowohl in anderem Material als auch weitaus früher hergestellt wurde, findet man bei der gusseisernen Tulpan jede Feinheit einer Pflanze und kann die botanische Struktur der Blume erkennen.

Auch wenn der Künstler des Werkes bei dieser kunstvollen Tulpe nicht genannt ist, so weiß man dagegen, dass die Brunnenschale in Tulpenform von Erik L. Magnus, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle für Göteborg spielte, finanziert wurde. Am Brunnenrand findet man die Plakette mit den Worten ”Till födelsestaden med tacksamhet” und den Namen Erik L. Magnus.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 31. Januar 2010

Cro-cro-dyl von Manuel Florencia im Botanischen Garten in Göteborg


In den Jahren, als in Göteborg an den verschiedensten Stellen zahlreiche Spielskulpturen errichtet wurden, erhielt auch eine der Wiesen im Botanischen Garten in Göteborg seine Spielskulpturen, die Kindern natürlich zum Klettern dienen, aber auch eine Aussage tragen und didaktische Zwecke erfüllen können.

In diesem Sinne wurden im Botanischen Garten (Botaniska Trädgården) in Göteborg mehrere Skulpturen aus Hartholz geschaffen, die die verschiedensten für Kinder etwas exotischen Tiere darstellen. Eines der Werke stellt ein Krokodil dar, das der Künstler in einer Mischung aus Kindersprache und wissenschaftlichem Namen Cro-cro-dyl genannt hat. Um damit besser spielen zu können hat Manuel Florencia das Krokodil nicht in seiner natürlichen Weise dargestellt, sondern mehr in aufrechter Stellung, die das Reptil fast schon wie einen Drachen aussehen lässt.

Obwohl Manuel Florencia mehrere Spielskulpturen für den Botanischen Garten in Göteborg schnitzte ist über den kubanischen Künstler, der zahlreiche Skulpturen mit afrikanischer Anknüpfung schuf, kaum etwas bekannt

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Januar 2010

Flora von Gioacchino Frulli im Botanischen Garten von Göteborg


In der römischen Mythologie war Flora die Göttin der Blüte und sorgte vor allem dafür, dass Getreide eine reiche Ernte brachte. Flora erhielt im alten römischen Reich mehrere Tempel und wurde schließlich als Göttin der Blüte zum Symbol des Frühlings.

Die Marmorskulptur Flora, die sich heute am Eingang der Galerie von Floras Rike im Botanischen Garten Göteborgs steht wurde ursprünglich für den Garten des Schlosses Gunnebo erstellt, aber nach dem Tode Halls machte die Skulptur eine Reise durch mehrere Gärten Göteborgs, bis sie endlich im Jahre 1918 von einem Erben der Familie van Reis an den Charles Felix Lindbergs Donationsfond verkauft wurde und ihren Platz im Botanischen Garten Göteborgs fand. Zu Beginn war die Statue noch im Freien aufgestellt, aber als zu Beginn der 90er Jahre Erosionsschäden an ihr entdeckt wurden, wurde sie erst restauriert und anschließend in Floras Rike aufgestellt.

Gioacchino Frulli (1766 - 1801) war in Italien geboren. Als Frulli jedoch 1786 auf dem Weg nach Sankt Petersburg Göteborg besuchte, blieb er bis zu seinem Tode in der Stadt und heirate auch in Göteborg. Gioacchino Frullis größter Auftrag wurde die Ausschmückung des Schlosses Gunnebu bei Göteborg, das heute noch seine Handzüge aufweist. In diesem Rahmen hat er auch Flora geschaffen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 20. November 2009

Carl Skottsberg von Gunnar Lybeck im Botanischen Garten in Göteborg


In der Vorhalle des Gewächshauses im Botanischen Garten in Göteborg findet man über dem Eingang eine Büste, die an den vielleicht bedeutendsten Mann des Botaniska Trädgården erinnert und der im Jahre 1915 den Auftrag erhielt den Botanischen Garten anzulegen. Es geht um keinen geringeren als Carl Johan Fredrik Skottsberg, einen bedeutenden Professor der Göteborger Universität.

Carl Skottsberg (1880 - 1963) war jedoch nicht nur der Leiter des Botanischen Gartens bis 1948, sondern war bereits vor seinem Auftrag in Göteborg einer der bedeutendsten botanischen Reisenden Schwedens und kannte nahezu die gesamte Botanik dieser Erde. Seine Reisen hatten ihn von der Arktis bis nach Patagonien und Chile geführt. Während der Arbeiten am Botanischen Garten machte er in den Jahren 1916/17 auch noch eine Reise auf die Osterinseln. Das Ergebnis dieser Reise kann noch heute in einer Abteilung des Gewächshauses betrachtet werden.

Die Büste von Carl Skottsberg im Gewächshaus des Botanischen Gartens wurde vom schwedischen Künstler Gunnar Lybeck (1881 - 1961) realisiert und dem Botaniska im Jahre 1988 von der Kerstin Wijk Broströms Stiftung überreicht. Gunnar Lybeck widmete sich erst im Alter von 50 Jahren der Kunst und gewann eine hohe Reputation in der Schaffung von Büsten und Medaillen. Seine zahlreichen Büsten zeichnen sich vor allem durch ihre Detailtreue aus.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. November 2009

Tulpan, Tulpe von Eva Lange im Botanischen Garten in Göteborg


Am Rande des Perennträdgården des Botanischen Gartens in Göteborg findet man eine Skulptur, die voll in seine Umgebung integriert ist und auf ersten Blick eher wie ein überdimensionaler Pflanzentopf aussieht. Wäre nicht seine Form etwas ungewöhnlich und fehlten nicht die entsprechenden Pflanzen.

In der Tat handelt es sich jedoch um Eva Langes Skulptur Tulpan, Tulpe, die die Perennenabteilung des Botaniska Trädgården begrenzt. Wer das Kunstwerk aus der Nähe betrachtet entdeckt die feine Bearbeitung des roten Vångagranits aus dem Bohuslän, den die schwedische Künstlerin zu einer 128 Zentimeter hohen Tulpe verarbeitet hat. Auch wenn die Skulptur nicht für den Botanischen Garten in Göteborg geschaffen wurde, sondern vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond während der Ausstellung Skulptur - från granit till gelé im Jahre 1995 erworben wurde, ist das Kunstwerk wie geschaffen für die Umgebung des Botaniska Trädgården.

Eva Lange, geboren 1935, studierte am Konstfack in Stockholm und machte sich vor allem einen Namen mit ihren Skulpturen in Alabaster, Granit, Marmor, Zement und Gips, deren Motive sie sehr häufig aus der Pflanzenwelt holt. Ihre öffentlichen Werke findet man heute in ganz Skandinavien. Eva Lange erhielt im Jahre 2001 ein Stipendium des Konstakademinsfond.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. September 2009

Våren, der Frühling, von Gunnar Nilsson in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Unmittelbar nach dem Haupteingang der Trädgårdsföreningen (des Gartenvereins) Göteborgs wird man von einer Marmorstatue begrüßt, die wie geschaffen ist um die jährliche Saison der Parkanlage einzuleiten. Das junge Mädchen in Marmor nennt sich Våren, der Frühling, und drückt in der Kunst das blühende Leben, die Freude und die ewige Jugend aus.

Gunnar Nilsson hat mit dem warmen Marmor die Stärke dieses neuen Beginns des Lebens der Natur in klassischer französischer Weise ausgedrückt, auch wenn Marmor seit der Antike für Skulpturen verwendet wird, um Leben ausdrücken: Marmor strahlt Wärme aus, was auch bei Kirchenkunst immer wieder zu sehen ist.

Die Skulptur Våren hat Gunnar Nilsson bereits 1949 hergestellt und wurde ein Jahr später von Herrn Osqvist der Trädgårdsföreningen geschenkt. Sie hat innerhalb der zahlreichen Skulpturen des Parkes einen Ehrenplatz eingenommen und bleibt nicht unbeachtet.

Gunnar Nilsson wurde 1904 in Karlskrona geboren und starb 1995 in Versailles. Er erlernte Aquarellmalerei und Modellieren an der Technischen Berufsschule der Stadt und zog im Jahre 1928 schließlich nach Paris, wo er seine künstlerische Laufbahn begann. Er war Mitglied in der schwedischen und französischen Kunstakademie. In Göteborg findet man im Botanischen Garten eine weitere Skulptur von Gunnar Nilsson, nämlich Vårens Huldra.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. September 2009

Bruden som försvann von Lars Stocks im Botanischen Garten in Göteborg


Am Café des Botanischen Gartens in Göteborg findet man seit dem Frühjahr diesen Jahres eine Skulptur mit dem mystischen Titel Bruden som försvann, die verschwundene Braut. Wie bereits mehrere Skulpturen Göteborgs, so hatte auch diese Skulptur ein etwas tragisches Schicksal, denn 1986 wurde sie in der Trädgårdsföreningen an einem sehr guten Platz enthüllt, wo sie auch von zahlreichen Besuchern große Beachtung fand und selbst Brautpaare sich vor ihr fotografieren ließen.

Im Jubiläumsjahr 2007 sollte jedoch die Trädgårdsföreningen neu gestaltet werden und die Skulptur störte an ihrem angestammten Platz. So wurde das Kunstwerk von Lars Stocks kurzerhand in ein Lager im Slottsskogen transportiert und fast vergessen. Erst nachdem zahlreiche Göteborger immer wieder nach der Skulptur fragten entschied sich die Stadtverwaltung sich wieder um die Bruden som försvann zu kümmern. Die Trädgårdsföreningen wollte sie jedoch nicht wieder aufstellen, da eine moderne Skulptur, im Gegensatz zu den anderen modernen noch vorhandenen Skulpturen, nicht mehr zu einem Park passt, der nach einem englischen Modell vom 19. Jahrhundert zurückfinden soll. So landete nun die Skulptur an einer etwas versteckten Stelle im Botanischen Garten Göteborgs.

Was aber bedeutet die Bruden som försvann? Lars Stocks, der die Idee zu dieser Skulptur während eines Aufenthaltes in Frankreich hatte, schweigt zum Thema. Aber seine Skulptur ist dennoch eindeutig, denn die Braut lies ihr Kleid, ihre Schuhe, ihren Hut und selbst die Rosen zurück als sie verschwand. Und wer alle Details der Skulptur betrachtet findet selbst den Ring, der für ihren Finger gedacht war achtlos am Boden. Niemand weiß, warum sie die Flucht ergriff, aber sie schien im letzten Moment Angst vor der ewigen Bindung gehabt zu haben und hat die Flucht als Ausweg aus dem Dilemma gewählt.

Der Göteborger Künstler Lars Stock, der die verschwundene Braut schuf, hat ursprünglich Grafik, grafische Gestaltung und Emaillekunst in Göteborg studiert, bevor er sich an das Schweißen und Monumentalskulpturen machte. Die Werke von Lars Stock, der 1992 den Kungsbacka Kulturpris erhielt, findet man mittlerweile überall in Schweden. In Majorna befindet sich auch seine Skulptur Livets träd, der Baum des Lebens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. September 2009

Ljusbåge, ein Lichtbogen, von Erik Åkerlund im Botanischen Garten in Göteborg


Wer die Stufen gegenüber dem Eingang zum Gewächshaus des Botanischen Gartens (Botaniska Trädgården) hinauf schreitet sieht von unten einen Steinblock mit einer Öffnung, die fast den Eindruck gibt, man müsste dort durchklettern um seinen Weg fortsetzen zu können.

Wenn man diesem Gebilde näher kommt, so entdeckt man einen Weg, der links an diesem Block vorbeiführt, der natürlich kein natürliches Gebilde ist sondern eine Granitskulptur, die Erik Åkerlund, der Künstler, Ljusbåge (Lichtbogen) genannt hat. Und die Öffnung im Stein ist daher nichts anderes als die Trennung von zwei Polen, die eine (elektrische) Entladung, die Schaffung eines Lichtbogens möglich machen.

Eine symbolische elektrische Entladung auf dieser Anhöhe lässt natürliche mehrere Deutungen zu, denn eine Entladung kann wie ein Blitzableiter reagieren und dadurch den Botanischen Garten vor Brand schützen, aber die Entladung kann der Erde auch Wärme zuführen, die den Pflanzen aus südlicheren Ländern das Leben ermöglicht. Aber ein Lichtbogen spendet auch Licht, das den Pflanzen den dunklen Winter erleuchtet und schließlich sind Lichtbogenlampen die ältesten elektrischen Lichtquellen und drücken dadurch auch, im übertragenen Sinne, die Entstehungsgeschichte aus.

Den 1,5 Meter hohen Lichtbogen im Botanischen Garten schuf Erik Åkerlund, der von 1969 bis 1977 Kunst im Konstfack und anschließend in der Konsthögskolan in Stockholm studierte und vor allem als Steinskulpteur tätig ist. Für einige seiner Kunstwerke benutzt er jedoch auch Bronze oder Holz. Åkerlund bildet in den letzten Jahren auch Bildhauer aus und ist sehr aktiv in der Konstnärernas Kollektivverkstad-Bohuslän.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 31. August 2009

Najad, die Wassernymphe, von Carl Milles im Botanischen Garten in Göteborg


Kaum ein Künstler hatte je die Chance in einer Stadt zwei Exemplare der gleichen Skulptur zu finden. Dieses Glück hatte jedoch Carl Milles mit seiner Skulptur Najad, Wassernymphe, selbst wenn die zweite Skulptur erst nach seinem Tode im Keilers Park in Göteborg aufgestellt wurde.

Die erste Version der 150 cm hohen Wassernymphe (Najad) ist ein Bronzespringbrunnen im Botanischen Garten Göteborgs die am Bassin unmittelbar am Eingang des Botaniska Trägården zu finden ist und dort bereits 1931 ihren Platz fand.

Milles schuf während seiner Schaffensperiode zahlreiche Najaden, wobei die bekannteste die Lilla Najaden ist, die er 1916 schuf und die heute im Millesgarten in Stockholm zu bewundern ist. Eine Najad ein mystisches Wasserwesen, das vor allem in Quellen, Grotten und Brunnen lebt, das aber bisweilen auch in Bächen, Flüssen und Strömen zu finden ist. Najaden oder Wassernymphen waren sterbliche mindere Gottheiten und galten in der Regel als Wohltäter. Mit ihrem Tod versiegt, nach alter Legende, auch die Quelle, die sie aufrecht erhielt oder der Wasserlauf, den sie unterhielt, versiegte.

Die Najad im Botanischen Garten in Göteborg ist daher in gewisser Weise auch als die Beschützerin des Gartens zu sehen, den sie mit Wasser versorgt, das die Grundlage des pflanzlichen Lebens ist.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. August 2009

Linné von Walter Runeberg im Botanischen Garten in Göteborg


Carl von Linné, eigentlich Carl Nilsson Linnaeus, wurde 1707 geboren und wurde einer der bedeutendsten Botaniker seiner Zeit. Er bereiste ganz Schweden und beschrieb nahezu jede Pflanze, die zu jener Zeit in Schweden wuchs. Seine Systematik gilt bis heute und wird weltweit in allen Schule gelehrt.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass im Botanischen Gartens Göteborg eine Bronzebüste steht, die an den großen Gelehrten erinnert. Die Skulptur wurde von Walter Runeberg im Jahre 1907 geschaffen und im Jahre 1923 dem Botanischen Garten von der Smålands Gille, die auch eine Museumsstuga im Schlosswald besitzt, geschenkt.

Walter Runeberg, der diese Skulptur geschaffen hat stammte aus Finnland, lernte jedoch die klassische Skulptur vor allem in Rom und Paris. Er machte sich in Schweden vor allem einen Namen mit seinen Porträtbüsten, die sich auf dem Universitätsplatz von Lund befinden. In Göteborg wird Runeberg ausschließlich von seiner Büste von Linné repräsentiert.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 8. August 2009

Vårens Huldra, der Waldgeist, von Gunnar Nilsson im Botanischen Garten Göteborgs


Die Huldra kommt ursprünglich aus Norwegen und hat in der schwedischen Mythologie zahlreiche Namen. Da sie eigentlich im Hochgebirge lebt und weiß wie Schnee ist wird sie erst im Frühling (vår) sichtbar. Man kann sie am ehesten mit einem weiblichen Troll vergleichen, die Männer verführt und sie oft ins Verderben führt.

Vårens Huldra, der Frühlingstroll, von Gunnar Nilsson im Botanischen Garten Göteborgs ist eines dieser mythologischen Wesen in Bronze und hat die Form eines jungen Mädchens angenommen, das nur darauf warten, dass sich ein Mann in sie verliebt. Vårens Huldra hat sich dafür in ihrem Lieblingsgebiet ihren Standort ausgesucht, unter einem dichten Baum.

Nachdem der schwedische Künstler Gunnar Nilsson viele Jahre in Frankreich verbracht hat und sich dort die klassische französische Skulptur lernte hat seine Vårens Huldra im Botanischen Garten wenige Züge eines Trolles und der junge nackte Frauenkörper entspricht mehr jener der französischen Vorstellungen einer klassischen Skulptur.

Vårens Huldra existiert in mehreren Exemplaren, wobei jene im Botanischen Garten Göteborgs das dritte Exemplar ist, das im Jahre 1954 von Torsten Odqvist, Direktor bei Elof Hansson, einem Wohltäter Göteborgs, dem Botaniska Trädgården geschenkt wurde.

Gunnar Nilsson lebte von 1928 bis zu seinem Tode in Paris und Versaille und wurde Mitglied der Ehrenlegion Frankreichs. Ausser der Waldtrollin Vårens Huldra findet man in Göteborg auch noch seine Frauenskulptur Våren in der Trädgårdsföreningen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. August 2009

Gedenkmedaille von Charles Felix Lindberg im Botanischen Garten Göteborg


Charles Felix Lindberg, geboren am 18. April 1840 in der Första Langgåtan in Göteborg, war einer der bedeutendsten Kaufleute der Stadt. Bereits 1901, mit 61 Jahren, zog er sich jedoch aus dem Geschäftsleben zurück und zog nach Billdal, am Rande Göteborgs.

Bei seinem Tode vermachte Charles Felix Lindberg sein gesamtes Vermögen - in Form einer Stiftung - der Stadt Göteborg, jedoch mit der Auflage, das Geld ausschließlich für die Schönheit und den Schmuck der Stadt zu verwenden. In diesem Rahmen konnte sich unter anderem der Göteborger Botanische Garten entwickeln, an dem 1991 die Lindberg Plakette angebracht wurde.

Im Jahre 1926 beauftragte die Stiftung den schwedischen Künstler Ivar Johnsson eine Gedenkmedaille von Charles Felix Lindberg zu erstellen. Ivar Johnsson konnte diese Medaille erst 1931 feststellen, wobei er sich dabei ganz auf eine Amateurfotografie und Karikaturen verlassen musste.

Die Originalmedaille trägt auf der einen Seite ein typisches Bild Lindbergs mit seiner Melone und dem Text "1840 - CHARLES FELIX LINDBERG - 1909" und zeigt auf der anderen Seite einige der bedeutendsten Bauwerke Göteborgs.

Die Plakette von Lindberg am Botanischen Garten wurde nach dem Original von 1931 in Bronze gegossen und 1991 in Erinnerung an den großen Wohltäter des Botanischen Gartens am Haupteingang angebracht. Die Rückseite der Medaille ist nicht auf der Plakette enthalten. Ivar Johnsson, der in Göteborg auch die Kvinna vid havet und das Flickan och sjötrollen hinterließ, starb bereits 1970 und erlebte den Guss der Plakette nicht mehr.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Juli 2009

Charles Felix Lindberg von Jan Steen am Bältesspännareparken


Charles Felix Lindberg war geboren in Göteborg und machte als Kaufmann ein Vermögen. Den größten Teil dieses Vermögens vermachte er nach seinem Tode 1909, in Form einer Stiftung, der Stadt Göteborg. Auf diese Weise half er bei der Entwicklung des Botanischen Gartens, des Schlosswaldes und, er zeichnet für zahlreiche Skulpturen Göteborgs.

Die Statue, realisiert vom schwedischen Künstler Jan Steen, zeigt Charles Felix Lindberg bei einem seiner typischen Spaziergänge in Göteborg. Außer der typischen Kleidung der Epoche hält Lindberg auch einen kleinen Strauss mit Buschwindröschen in seiner linken Hand. Niemand weiß, wem der Blumenstrauß gewidmet ist, oder ob die Blumen einen Hinweis auf den Botanischen Garten geben, der die Buschwindröschen als Symbol trägt.

Charles Felix Lindberg bedachte Göteborg in seinem Testament aus folgendem Grund: Weil er "tillbragt större delen af sitt lif" in der Stadt und "och för hvars utveckling han städse hyst lifligt intresse". Lindberg zeigte sich damit bis lange nach seinem Tode als wahrer Göteborger.

Copyright: Herbert Kårlin