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Freitag, 1. Januar 2010

Melpomene und Thalia von Carl Ahlborn auf dem Stora Teater in Göteborg


Auf den Außenseiten rechts und links des Haupteingans zum Stora Teatern in Göteborg, dem Großen Theater, hat Carl Ahlborg die beiden griechischen Musen gestaltet, die je eine Maske in der Hand tragen und damit zwei Kunstarten darstellen, die in jedem Theater der Welt zu Hause sind.

Auf der Seite zum Vallgraven hin findet man Melpomene, die Muse der Tragödie, die immer eine erste Theatermaske in der Hand hält. Melpomene, was «Die Singende» heißt, hat sehr viel Leid gesehen und will den Menschen durch ihren Trauergesang und die tragische Dichtung wieder neue Lebensfreude geben.

Auf der gegenüberliegenden Seite wird die griechische Muse Thalia abgebildet, die Muse der Komödie, was sich an der lachenden Theatermaske ausdrückt. Während Thalia, die Blühende, ursprünglich nur Freude durch komische Dichtung verbreiten wollte, galt sie später als Beschützerin aller Theater.

Carl Ahlborn (1813 - 1899 ?), der das Theater in Kalmar und das Storan in Göteborg künstlerisch gestaltete, war zu seiner Zeit für seine Dekorationen öffentlicher Gebäude bekannt, arbeitete jedoch auch als Designer für Stühle in adeligen Häusern und schuf, vor allem nach dem Tode seiner Frau Lea Ahlborn, zahlreiche Medaillen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Den hemlighetsfulla porten von Pål Svensson in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Drei Granitquader bilden in der Trädgårdsföreningen Göteborgs ein öffentliches Kunstwerk, das den Namen Den hemlighetsfulla porten, das geheimnisvolle Tor, trägt. Die Skulptur findet sich auf einer Anhöhe zwischen Vallgraven und dem Palmhuset, umgeben von majestätischen Laubbäumen.

Den hemlighetsfulla Porten wurde 1986 anlässlich der Skulpturausstellung Skulptur i Parken in der Trädgårdsföreningen vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond erworben. Bei der dreiteiligen Skulptur handelt es sich um ein typisches Werk Pål Svenssons, der hier die Verbindung von Mauer und Grenze sucht, die der Betrachter zu durchbrechen versucht. Das geheimnisvolle Tor war unter anderem auch die Basis für die Choreographie Dans till skulpturerna i parken.

Pål Svensson arbeitet vor allem mit dem kaum sichtbaren Teil seiner Werke, so ist auch die hemlighetsfulla porten innen poliert und außen sieht man rohen, fast unbehandelten Granit, was die Wirkung eines geheimnisvollen Tores, das die Verbindung zweier Welten ausdrückt noch verstärkt. Wer sich der Skulptur nähert und durch die Spalten blickt entdeckt die Veränderung der Farben und des Lichtes im polierten Teil des Werkes. Man bekommt das Gefühl als müsse man nur einen Schritt durch diese Öffnung machen um Zeit und Raum hinter sich zu lassen.

An verschiedenen Stellen der Stadt findet man sehr unterschiedliche öffentliche Werke des Göteborger Künstlers Pål Svensson, so den Silverbåge an der Svenska Mässan oder Sagan om ringen am norra Älvstranden. Wie sehr viele der Künstler der Stadt erwarb auch Pål Svensson seine Ausbildung an der Kunsthochschule Valand in Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. September 2009

De svarta, die Schwarzen, von Stina Ekman in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Nahe des Vallgravens und im Schatten der mächtigen Bäume der Trädgårdsföreningen in Göteborg entdeckt der Besucher der Gartenanlage eine Skulptur besonderer Art. Zwei Quader ragen aus dem Boden, die im ersten Moment und aus der Ferne an Basalt erinnern, aber denen der Glanz dieses Steines fehlt. Bei näherem Betrachten kann man feststellen, dass diese Skulptur in zwei Teilen aus gummiüberzogenem Stahl besteht und dadurch ein eigenwilliges Muster aufweist. Die Bedeutung der beiden Steine ist schwer zu deuten, aber sie drücken in gewisser Weise das Verborgene aus, ein Glanz, der sich unter einer schwarzen Hülle versteckt.

Stina Ekman hat diese Skulptur, die vom Charles Felix Lindbergs Donationsfonds anlässlich der Ausstellung "Skulptur - från granit till gelé" in der Trädgårdsföreningen im Jahre 1995 erworben wurde. Die Skulptur der in Göteborg geborenen Künstlerin, die ihr Werk aus der Wiese wachsen lässt steht an einer der dunkelsten Stellen des Parks, was de svarta, den Schwarzen, noch eine besondere Wirkung verleiht. Ihre Form erinnert an die für Steine typischen Kristalle, ohne dass sich hier jedoch ein Stein verbirgt.

Stina Ekman, die in Stockholm Kunst studierte und anschließend in Umeå und Stockholm selbst Künstler ausbildete, ist besonders an der Außenbehandlung ihrer Werke interessiert und gibt ihren Skulpturen durch eine entsprechende Platzierung einen eigenen Ausdruck. Die Künstlerin ist international bekannt und hat, in Zusammenarbeit mit dem Statens konstråd zahlreiche öffentliche Monumente geschaffen. Stina Ekman wurde im Jahre 2007 die Statlig inkomstgaranti (Garantieverdienst von rund 20.000 Euros im Jahr) für die hohe Qualität ihrer künstlerischen Arbeit und deren Bedeutung für das schwedische Kulturleben verliehen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. September 2009

Prometheus von Vassil Simittchiev am Vallgraven in Göteborg


An der Stora Nygatan, nahe dem Kungsportsplatsen, steht ein etwas kopfloser Prometheus am Vallgraven, der "seinen Blick" über den Kungsparken schweifen lässt. Statt eines Kopfes gab Vassil Simittchiev seinem Prometheus ein pyramidenförmiges Gebilde das zwischen Kopf und futuristischem Hut liegt.

Das Kunstwerk stand ursprünglich am Bastionsplatsen, wo wir heute das Erinnerungsdenkmal "Mörker, väx morgondag" finden und wurde 1995 anlässlich der Ausstellung "Skulptur - från granit till gelé" in der Trädgårdsföreningen vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond eingekauft. Vassil Simittchiev hat seinen Prometheus aus Bronze und Beton geschaffen und damit, gemäß eines Konzeptkünstlers, Prometheus neu interpretiert.

Der Künstler Vassil Simittchiev wurde 1938 in Bulgarien geboren, studierte in Sofia Kunst und Bildhauerei und schuf anschließen für das damals kommunistische Land Auftragskunst, die er später teilweise gerne vernichtet hätte. Er kam 1975 nach Schweden wo er dann vor allem durch seine Installationen und seine Konzeptkunst bekannt wurde. Skulpturen waren dabei oft ein Mittel zum Zweck.

In diesem Sinne ist auch Prometheus am Vallgraven mehr als Konzept als als pure Skulptur zu betrachten und man kann sich die Frage stellen, ob Prometheus, als er den Menschen schuf, nicht blind ans Werk ging und die Konsequenz seines Schaffens erst später entdeckte.

Vassil Simittchiev war einige Jahre lang auch Lehrer am Konstfack in Stockholm wo er die Lehre von Joseph Beuys mit aufnahm und verbreitete. Simittchiev zeigt sich in seinen Werken modern und der Zukunft offen, hat aber den kritischen Aspekt der Kunst keine Sekunde vergessen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. August 2009

Mandala von Takashi Naraha an der Stora Nygatan in Göteborg


An der Stora Nygatan, gegenüber dem Gewächshaus der Trädgårdsföreningen, steht ein Kunstwerk besonderer Art, das Takashi Naraha Mandala nannte. Es handelt sich um zwei aufeinander stehenden Granitblöcken mit unterschiedlicher Farbe. Der Künstler sägte aus jedem der beiden Blöcke ein V, so dass die zusammengesetzten Blöcke dem Betrachter statt zweier V ein X zeigen. Während das Kunstwerk außen unpoliert ist hat der Künstler die Buchstabenkombination fein poliert und damit einen Kontrast zu seinem Äußeren geschaffen.

Ein Mandala ist in der Regel ein kreisförmiges oder quadratisches Gebilde mit einem Zentrum und wird im Buddhismus und Hinduismus zu religiösem Zweck benutzt. Takashi Naraha ist in Japan geboren und benutzt daher die japanisch-chinesische Symbolik der Mandalas. In diesen Kulturkreisen benutzt man für Mandalas Buchstaben wie beim Kunstwerk am Vallgraven. Das Kunstwerk, das großenteils vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert wurde, muss daher in Zusammenhang mit den buddhistischen Religionen betrachtet werden und dient der Meditation.

Takashi Naraha wurde 1930 in Tokyo geboren, wo er auch an der Masahino Kunsthochschule ausgebildet wurde. Im Jahre 1974 kam er nach Schweden und ließ sich dort permanent nieder. Sein künstlerischer Aufstieg begann jedoch bereits 1967 mit mehreren internationalen Ausstellungen. Heute sind seine Kunstwerke, die sehr häufig Mandalas sind, weltweit bekannt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Juli 2009

Prometheus von Simittchiev am Vallgraven in Göteborg


Prometheus erhielt, zusammen mit seinem Bruder Epimetheus, den Auftrag die Menschen zu schaffen und ihnen alles mit auf den Weg zu geben, das sie zum Überleben brauchten. Prometheus schuf den Menschen aus Ton und stahl von Zeus das Feuer, das er der Menschheit mit auf den Weg gab.

Vassil Simittchiev, der 1938 in Bulgarien geboren wurde und 1975 nach Schweden umzog nahm diese Legende als Ausgangspunkt für seinen Prometheus aus Bronze und Beton, der 1995 am Bastionsplats am Vallgraven seinen Platz fand.

Die Skulptur "Prometheus" wurde, wie so viele andere öffentliche Kunstwerke vom Charles Lindberg Donationsfond finanziert und von der Trädgårdsföreningen anlässlich der Ausstellung "Skulptur - från granit till gelé" gekauft.

Copyright: Herbert Kårlin