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Samstag, 27. Februar 2010

Puzzle von Bror Persson in Pilegården in Göteborg


Puzzle ist eines der jüngsten Werke in Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim und steht eingebettet zwischen den Parkhäusern und Parkplätzen des Wohngebietes. Die Betonskulptur Puzzle wurde von Bror Persson im Jahre 1971 realisiert und gleicht seinem anderen Werk, das nicht weit davon entfernt an der gleichen Straße steht und den Namen Bautasten trägt.

Mit Puzzle wollte der Künstler sein anderes Werk vervollständigen, indem er die die einzelnen Steine zusammenfügte und damit den Weg aus der Vergangenheit in die Zukunft zeigte. Puzzle symbolisiert daher das menschliche Gefüge, das ein Wohngebiet ausmacht und nur funktioniert, wenn alle Steine passen.

Der Künstler Bror Persson (1923 - 1996) war vor allem Grafiker und Maler und hat nur sehr wenige Skulpturen realisiert. Bror Persson studierte an der Kunsthochschule Valand in Göteborg, verbrachte jedoch mehrere Jahre seines Lebens in Italien. Seine Werke, vor allem zahlreiche Stilleben, findet man heute in mehreren bedeutenden Kunstmuseen Schwedens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 24. Februar 2010

Spjälkning, Bandage von Nils.Olof Bonnier in Pilegården in Göteborg


Eine der Skulpturen am Rande des Wohngebiets Pilegården in Göteborg wird vermutlich nur von den wenigsten Bewohnern oder Besuchern des Pilegården als Kunstwerk betrachtet. Die Mehrheit überlegt sich wohl eher, wozu dieses grüne Gebilde aus Beton und Stahl dient, das der Künstler Spjälkning, also Bandage, nannte.

Weder der Künstler, noch Stena Fastigheter gaben eine Erklärung zu diesem Werk auf vier Pfeilern, so dass sich jeder Betrachter seine eigenen Gedanken über diese Skulptur machen kann. Spjälkning lässt mit Sicherheit mehrere Erklärungen zu, zumal der mittlerweile verstorbene Künstler auch nicht mehr widerspricht.

Über Nils-Olof Bonnier, den Künstler von Spjälkning ist sehr wenig bekannt. Er studierte an der Kunsthochschule Valand in Göteborg Malerei und war Mitglied der Künstlergruppe Björnligan, die sich aus ehemaligen Valand-Studenten zusammensetzte und vor allem in den 60er Jahren aktiv war. Gemälde von Nils-Olof Bonnier kann man in mehreren schwedischen Museen betrachten, unter anderem im Modernen Museum in Stockholm. Die Bandage, Spjälkningen, ist die einzige Skulptur von Nils-Olof Bonnier in Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 22. Februar 2010

Abstraktioner, Anstraktionen, von Jan Steen in Pilegården in Göteborg


Auf einem der Innenhöfe in Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim steht eine der frühen Skulpturen Jan Steens, die der Künstler Abstraktioner, Abstraktionen, genannt hat und im Jahre 1968 für die Stena Fastigheter in Bronze schuf.

Abstraktioner ist, wie der Name schon sagt eine abstrakte Arbeit des Künstlers und lässt den Betrachter einige Zeit nach einem Symbol suchen. Wer die Skulptur von der richtigen Seite aus betrachtet kann unter Umständen eine Frau mit ihrem Kind entdecken, was der Skulptur an diesem Ort auch einen gewissen Sinn gibt.

Jan Steen (1929 -1997) besuchte sowohl die Slöjdföreningen (heute Hochschule für Design und Kunsthandwerk) als auch die Kunsthochschule Valand in Göteborg. Während Jan Steens anfängliche Arbeiten mehr zum surrealistischen neigten und in der abstrakten Kunst anzusiedeln sind, schuf er später auch Werke wie Gunnar Gren oder Charles Felix Lindberg in Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Februar 2010

Mattan, der Teppich, von Ralph Lundquist in Pilegården in Göteborg


Eine der ersten Skulpturen, die man im Wohngebiet Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim entdeckt, ist die Mattan, ein roter Teppich aus Beton, der auf einer Teppichstange zu hängen scheint um bald ausgeschlagen zu werden. Auch wenn die Skulpur Mattan aus rotem Beton mit Muster auf den ersten Blick nicht sehr originell scheint, so drückt sie heute dennoch die Erinnerung an frühere Zeiten aus, als jeder Vorhof eines Mietgebäudes noch über eine Teppichstange verfügte und die Bewohner dort regelmäßig ihre Teppiche reinigten.

Während die Herausforderung an den Künstler insbesondere war eine Bewegung der Mattan, also des Teppichs, auszudrücken, so schuf er das Kunstwerk im Jahre 1971 in einer Zeit des Umbruchs, als noch einige Bewohner ihre Teppiche ausschlagen wollten, anderen aber bereits zu den Staubsaugern griffen, die ab Ende des Zweiten Weltkriegs immer mehr auch in Normalhaushalten zu finden waren.

Ralph Lundquist, geboren 1931 in Göteborg, besuchte sowohl die Kunsthochschule für Design und Kunsthandwerk (HDK), als auch die heutige Kunsthochschule Valand in Göteborg. Der Künstler Ralph Lundquist schuf mehrere bedeutende öffentliche Kunstwerke in Göteborg und arbeitet mit verschiedenen Materialien. Seine Werke findet man in mehreren Museen Schwedens, unter anderem auch im Kunstmuseum in Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. Februar 2010

Fåglar, Vögel, von Berit Lange in Pilegården in Göteborg


Inmitten der Häuser der Stena Fastigheter, die in den 60er Jahren auf einem früheren Bauernhof aufgebaut wurden, entdeckt man eine Skulptur, die nicht nur an die früheren Zeiten erinnert, sondern auch in der Materialwahl von den anderen Skulpturen des Gebietes in Askim abhebt. Es handelt sich dabei um die Holzskulptur Fåglar, Vögel.

Bei den Fåglar der dänischen Künstlerin handelt es sich, der Form nach zu urteilen, weniger um Küstenvögel, sondern eher um Tauben oder Amseln, Vögel also, die sowohl früher hier zu Hause waren als auch heute noch Pilegården besuchen und den Bewohnern einen Lichtblick in der monotonen Wohnlandschaft bieten, die in Göteborg relativ unbeliebt ist.

Berit Lange (1925 - 1987), die die Skulptur Fåglar im Jahre 1968 geschaffen hat studierte an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk (HDK) und der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Sie schuf während ihres Lebens nur relativ wenige Skulpturen und ist mehr für ihre Gemälde im Stil des Expressionismus in dunklen Leuchtfarben bekannt. Ihre Werke findet man in mehreren Museen Schwedens, wobei auch in Göteborg sowohl öffentliche Werke als auch Gemälde im Museum zu finden sind.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 15. Februar 2010

Vindarna von Per Thorlin in Pilegården in Göteborg


Zwischen den Häusern in Pilegården im Göteborger Stadtteil Askim entdeckt man eine Betonskulptur, die an dieser Stelle zum Träumen anregt oder auch gefühlsmäßig an der falschen Stelle zu finden ist, denn der Künstler Per Thorlin symbolisiert hier die Winde (Vindarna) in Form von Segeln im Wind und vermittelt damit das Gefühl als würde man mit seinem Segelboot über das Wasser des Kattegatts gleiten.

Der Künstler hat hier eine künstlerische Meisterleistung geschaffen, indem er einer Betonskulptur Ausdruck gab bei der er die Techniken der Malerei mit in die Skulptur integrierte. Natürlich ist es abstrakt, so weit vom Meer entfernt und in einem windgeschützten Innenhof von Winden die Segel straffen zu lassen, aber gerade der Kontrast zwischen den nüchternen Bauten der 60er Jahre und dem Traum vom über dem Wasser gleiten regt die Fantasie an und vermittelt in einer monotonen Umgebung die Hoffnung und den Gedanken an die Freiheit im Wind. Vindarna hat damit eine mehrfache Bedeutung für Pilegården.

Per Thorlin wurde 1923 in Oslo geboren, wo er auch mit seinem Kunststudium begann, das er dann an der Kunsthochschule Valand in Göteborg fortsetzte. Der norwegische Künstler Per Thorlin ist im Grunde Maler und hat nur relative wenige Skulpturen geschaffen. Seine Werke wurden vor allem in Schweden, Norwegen und Frankreich ausgestellt. Im Jahre 1991 konnte man einige seiner Gemälde auch in der Göteborger Kunsthalle entdecken. Per Thorlin wurde vor allem als Maler von visionären Landschaften des Bohuslän bekannt, wobei dieser Einfluss auch an seinem Werk Vindarna in Göteborg, das er 1968 realisierte, festzustellen ist.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. Februar 2010

Skogskvinnan, die Waldelfe, von Jerd Mellander in Pilegården in Göteborg


Mitten unter den Häusern in Pilegården in Göteborg steht eine Skulptur, die an das alte Schweden erinnert und damit im Kontrast zu den relativ einförmigen Häusern der 60er Jahre stehen, die das Kunstwerk umgeben. Die Skulptur wurde vom Künstler Skogskvinnan, die Waldelfe, genannt. Die weibliche Figur aus Bronze sieht aus, als würde sie von Pflanzen umrankt und fast mit der Natur verschmelzen.

Eine Skogskvinna war schon immer Teil der nordischen Legenden und Sagen. Die Waldelfe gilt als Herrscherin über den Wald und dessen Tiere. Über das Aussehen der Skogskvinna findet man sehr unterschiedliche Aussagen. Bisweilen wird sie als Schönheit bezeichnet, die den Wanderer im Wald in die Irre führt, in anderen Sagen ist sie nur von vorne schön und ihr Rücken gleicht einem im Sturm gewachsenen Baumstamm und in wieder anderen Legenden gleicht sie mehr Ästen als einer Frau. Auch ihre Eigenschaften wechseln mit den schwedischen Regionen. Die Skogskvinna kann in manchen Teilen Schwedens selbst dem Jäger helfen, damit jeder Schuss ein Treffer wird, insoweit er nicht auf ihre persönlichen Elche zielt.

Jerd Mellander (1934 -1992) besuchte die Kunsthochschule Valand in Göteborg und arbeitete vor allem in Mölndal und Göteborg. Sowohl 1956 als auch 1965 wurde er in der Göteborger Kunsthalle ausgestellt. Nach seinem Tode wurde dann eine Ausstellung im Göteborger Kunstmuseum organisiert. Eines der bekanntesten Werke Jerd Mellanders in Göteborgs ist die Christusfigur aus Terrakotta in der Bergsjöns Kirche. Seine Skulptur Badresorna till Achim am Göteborger Slottsskogen wurde leider im Jahre 2007 gestohlen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 12. Februar 2010

Bronsåldern, die Bronzezeit, von Yngve Steen in Pilegården in Göteborg


Vor allem in den 60er Jahren begannen mehrere Baugesellschaften Göteborgs Kunst in Neubaugebieten zu integrieren. Vor allem die Stena Fastigheter waren in diesen Jahren sehr aktiv und haben dabei, unter anderem, zwischen den Häusern in Pilegården einen wahren Skulpturenpark angelegt in dem man die unterschiedlichsten Arbeiten finden kann.

Bereits zwischen den ersten Häusern kann man eine Skulptur entdecken, die der Künstler Bronsåldern, die Bronzezeit, genannt hat. Natürlich ist dabei bereits das Material aus Bronze, aber auch das Werk selbst führt in abstrakter Form in die Bronzezeit zurück, indem der Künstler mehrere Werkzeuge der Bronzezeit symbolisch zu einem einzigen Werk verbunden hat. Yngve Steen hat sein Werk Bronsåldern, das im Skandinavischen Raum weitaus später kam als in den anderen Regionen der Welt, im Jahre 1968 geschaffen.

Der dänische Künstler Yngve Steen, geboren 1932, ist in erster Linie Maler, hat aber auch mehrere Skulpturen realisiert, wobei man in Göteborg nur ein einziges Werk von ihm findet. Yngve Steen studierte erst in der Hovedskous Målarskola in Göteborg und besuchte anschließend die Kunsthochschule Valand. Er hat, in den ersten Jahren seines Schaffens, mehrmals in der Göteborger Kunsthalle ausgestellt. Mehrere Gemälde Yngve Steens haben auch Göteborg und den Göta Älv als Thema.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Bautasten, Hinkelstein, von Bror Persson im Pilegården in Göteborg


Am Nergårdsvägen in Pilegården findet man eine vierteilige Betonskulptur, die Teil des Pilegården Skulpturparkes in Askim ist. Die Skulptur besteht aus sandgeblasenem Beton und scheint seit seiner Entstehung im Jahre 1969 langsam zu verwittern, was jedoch Bestandteil des Kunstwerkes ist. Bror Persson, der Künstler, nannte das Gebilde Bautasten, also Hinkelstein oder Menhir.

Der Künstler will mit seiner Skulpur die modernen Bauten der 60er Jahre mit der Vergangenheit Göteborgs verbinden, wo Menhire im ersten Jahrtausend auf männlichen Gräbern üblich waren und heute noch zu sehen sind. Das Symbol dieses Grabstein bleibt zweideutig, da man in der Regel einen Grabstein nach dem Tode einer Person aufstellte und nicht wie in Pilegården ohne vorher einen Toten zu beklagen. Vielleicht wollte der Künstler auf die hier "begrabenen" historischen Bauten hinweisen oder die Vergänglichkeit moderner Bauten ausdrücken. Vielleicht wollte er auch nur auf den historischen Boden hinweisen, auf denen heute Betonbauten stehen.

Bror Persson (1923 - 1996) war Grafiker und Maler, hat sich jedoch bei Skulptur auf architektonische Betonskulptur spezialisiert, wodurch zahlreiche seiner Skulpturen bei Gebäuden aus den 50er bis 70er Jahren zu finden sind. Seine Arbeiten sind in der Regel abstrakt, wobei zahlreiche Motive auf die Vergangenheit Göteborgs anspielen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 19. Oktober 2009

Spindeln, die Spinne, von Bertil Malmstedt im Pilegården in Göteborg


An der Straße Nedergården im Pilegården des Göteborger Stadtteils Askim steht neben der Auffahrt zu einem Parkplatz ein in der Sonne leuchtendes Gebilde, das einer Turbine oder einer Schiffsschraube ähnelt. In der Tat handelt sich sich bei dieser Leichtmetalskulptur jedoch um eine spindel, eine Spinne, die sich im Gras ausruht oder auf eine Beute wartet.

Die Spindel gehört zu einer der 17 Skulpturen, die im Pilegården verteilt sind und vom Bauträger der Siedlung beauftragt wurden. Nahezu alle Skulpturen dieses kleinen Skulpturenparks, der sich zwischen den Häusern verteilt, haben eine Beziehung zum Leben in und bei den Gebäuden. Die Spinne am Nedergården wurde von Bertil Malmstedt realisiert, der in all seinen Werken zur Abstraktion greift. Daher hat auch seine Spindel keine acht Beine und sie scheint sich eher wie eine Spirale über das Gras zu bewegen. Um die Spinne als eine solche zu erkennen kann es helfen, seine anderen Tiere des Pilegårdens in Askim zu betrachten.

Bertil Malmstedt, der die Skulptur Spindeln im Jahre 1970 schuf ist mehr als Grafiker und Zeichner bekannt, auch wenn man in Göteborg mehrere seiner öffentlichen Skulpturen finden kann. Der im Jahre 1926 bei Jönköping geborene Künstler besuchte den Vorgänger der HDK und die Kunsthochschule Valand in Göteborg und lebt in Västra Frälunda. Seine Bilder und Lithografien findet man in zahlreichen renommierten Museen Schwedens, so auch im Kunstmuseum der Stadt am Götaplatsen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin