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Dienstag, 6. April 2010

Fågelberget, der Vogelberg, von Bertil Malmstedt in Julianas Gård in Högsbohöjd, Göteborg


An der Breitseite des Hauses mit der Nummer 1 in Julianas Gård im Göteborger Stadtteil Högsbo entdeckt man eine Ziegel-Zement-Skulptur, die der Künstler Fågelberget, also Vogelberg, nannte. Nahezu die ganze Front des Gebäudes ist mit symbolischen Vogelnestern übersät aus denen jeweils ein Vogel hervorsieht.

Der Vogelberget muss als Ganzes gesehen werden, da es sich zum einen um eine Ziegelskulptur handelt, die der Hauswand eine Struktur verleiht, die einen Berg symbolisiert. In diesem Berg findet man neun Höhlen aus denen die Zementvögel hervorkommen, die mehrere unterschiedliche Positionen einnehmen. Da sich die Skulptur in einem Durchgang und in gewisser Höhe befindet, kann es leicht geschehen, dass man an ihr vorbeigeht ohne sie zu entdecken.

Bertil Malmstedt wurde 1926 in Ökna geboren und studierte an der Slöjdföreningens Skola (heute HDK) und der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Er ist vor allem für seine abstrakten Gemälde in verschiedenen Graustufen bekannt. Bertil Malmstedt ist Mitglied der Gruppe 54, die heute noch in Form einer Galerie weiterlebt und von Schülern der Kunsthochschule Valand gegründet wurde. Die Mitglieder der Gruppe malten alle abstrakt und surrealistisch, was man, in Form einer Skulptur, auch bei Bertil Malmstedts Vogelberg, dem Fågelberget, feststellen kann.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 5. April 2010

Älg, Elch, von Ragnhild Alexandersson in Annas Gård in Högsbohöjd, Göteborg


Wer den Älg, also den Elch in Annas Gård im Stadtteil Högsbo von Göteborg betrachtet, der unter den Bäumen der Grünanlage ruht, wird unmittelbar an ein anderes Werk in Göteborg denken, an Långa benet före, das die gleiche Künstlerin wenige Jahr nach ihrem Älg, der im Auftrag der Baugesellschaft AB Poseidon 1996 nach Högsbo kam, in Kyrkbyn realisierte.

Der über 2 Meter hohe Elch aus Bronze in Annas Gård verfügt nur über die notwendigsten Elemente, die einen Elch charakterisieren. Wie alle Werke der Künstlerin stimmen dennoch die Proportionen nicht, sondern lassen einen eigennwilligen Elch aus einem Märchenland auftauchen, der majestätisch seinen Blick über die spielenden Kinder wirft, mehr als sei er ein Wächter als ein Waldtier aus dem hohen Norden.

Ragnhild Alexandersson wurde 1947 in Stockholm geboren und hat dort am Konstfack und der Konsthögskolan Kunst studiert. Die öffentlichen Werke der schwedischen Künstlerin findet man heute in ganz Schweden, aber auch im Modernen Museum in Stockholm. Ragnhild Alexandersson hat ihre eigene Formsprache in ihren Skulpturen entwickelt, die sehr deutlich zu erkennen sind. In Annas Gård realisierte die Künstlerin jedoch nicht nur ihren Elch, sondern 14 weitere kleinere Skulpturen, die sich jeweils an den Eingängen zu den einzelnen Häusern befinden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 2. April 2010

Kummel, Seezeichen, von Kent Karlsson am Frederikas Gård in Göteborg


Am Rande von Frederikas Gård im Stadtteil Högsbohöjd (Högsbo) in Göteborg findet man eine Skulptur, die fünf aufeinander liegenden Granitreifen gleicht, wobei sich roter und schwarzer Granit abwechseln. Der Göteborger Künstler nannte das Werk Kummel, also Seezeichen.

Ein Kummel ist im Grunde ein Steinhaufen, der aus weiß bemalten Steinen besteht und an einer Bucht steht, die den Schiffen signalisiert, dass hier die Wassertiefe ausreichend ist um anzulegen. Die Kummel gehören zu den ältesten Seezeichen Skandinaviens und existierten schon lange bevor den Wikingern. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden zwar alte Kummel noch aufrecht erhalten, jedoch keinerlei neue errichtet und haben ihre Bedeutung mehr und mehr verloren. Die Besonderheit des Kummels am Frederikas Gård ist die Tatsache, dass eine Granitgeige auf dem Seezeichen liegt, die bei jedem Regen unter Wasser leigt.

Der Göteborger Künstler Kent Karlsson hat mit seinem Seezeichen Kummel eines seiner typischen Werke der 90er Jahre geschaffen, bei denen er Lebensweisen, Geschichte und Erinnerung oft verknüpft, um den Betrachtern seiner Werke einen Denkanstoß zu geben. Wenn man seine Werke Tempel für Zweifel und Hoffnung und Dunkelheit, der Morgen kommt in Göteborg betrachtet, so kann man seine Entwicklung deutlich verfolgen.

Kent Karlsson wurde 1945 in Göteborg geboren und studierte an der Konstindustriskolan und der Kunsthochschule Valand in Göteborg, sowie ein weiteres Jahr an der Kungliga Konsthögskolan in Stockholm. Von 1991 bis 1997 war er Lehrer für Malerei bei Valand, wobei er ein Jahr davon eine Gastprofessur in Japan einnahm. Kent Karlsson begann seine künstlerische Laufbahn als Maler, wobei er sich später dann vor allem der Monumentalskulptur zuwandte, die ihm zahlreiche öffentliche Aufträge einbrachte. Seine Werke findet man heute in mehreren schwedischen Museen Justifierund an zahlreichen öffentlichen Plätzen Schwedens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 31. März 2010

Hästhuvud von Ida Isaksson Sillén an Amandas Gård in Högsbohöjd, Göteborg


Am Rande des Amandas Gård in Högsbohöjd, das zum Göteborger Stadtteil Högsbo gehört, wird man von einem Hästhuvud, einem Pferdekopf begrüßt, der daran erinnert, dass dort, wo jetzt die Wohnblocks stehen, früher Landwirtschaft betrieben wurde. Noch in den 30er Jahren pflanzte man hier Kartoffeln und das Getreide wehte im Wind.

Der Hästhuvud setzt sich aus mehreren Materialien zusammen und nur der Hauptteil des Pferdekopfes besteht aus Bronze. Der angedeutete Hals des Pferdes setzt sich aus mehreren dunklen Steinarten zusammen, was man jedoch nur entdeckt, wenn man sich der Skulptur nähert. Auch wenn der Hästhuvud heute im Kontrast zu seiner Umgebung steht, so muss man bedenken, dass auch die bedeutende Wohnsiedlung, die hier beginnt als Gård, also Landgut bezeichnet wird.

Die Künstlerin Ida Isaksson Sillén, die in Göteborg auch das Werk Accelleration im Vasapark realisierte studierte von 1955 bis 1961 an der heutigen Hochschule für Design und Kunsthandwerk (HDK) in Göteborg. Ida Isaksson Sillén, die zahlreiche öffentliche Werke in Schweden schuf und auch als Malerin aktiv ist, lebt und arbeitet in Stallarholmen, im Södermanland. Das Werk Hästhuvud von Ida Isaksson Sillén in Högsbo wurde von der Baugesellschaft Poseidon beauftragt und finanziert.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin