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Samstag, 28. November 2009

Främmande länder von Arvid Bryth am Packhusplatsen in Göteborg


Am Packhusplatsen in Göteborg befindet sich eine der bemerkenswertesten Kunstwerke des schwedischen Künstlers Arvid Bryth. Auf dem Sockel des Fahnenmastes hat er die verschiedensten Länder der Welt als Reliefe skizziert und einen Gegenpol zu den Flaggmasterna am Gustav Adolf Torg geschaffen. Der Künstler hat hier jedoch völlig auf die Idealisierung der Länder verzichtet, sondern die Menschen in ihrem Alltag dargestellt.

Das Thema Främmande Länder kann man bei seinem Werk sehr unterschiedlich interpretieren, denn der Flaggenmast ist vor dem alten Posthaus platziert von wo aus die Briefe und Päckchen in alle Länder gingen, das alte Zollhaus mit dem Emigranternas Hus liegt gegenüber, das Stenpiren, von wo aus über eine Million Schweden das Land verließen liegt in Wurfweite und der Stora Hamnkanalen, den einst die Ostindiefararen für den Transport ihrer Waren nutzen befindet sich ebenfalls nur wenige Meter entfernt. Keine andere Stelle Göteborgs drückt fremde Länder (främmande länder) besser aus als der Packhusplatsen der Stadt.

Arvid Bryth (1905 - 1997), der vor allem durch seine sakrale Kunst bekannt wurde hat mit Främmande Länder auf dem Sockel der Flaggenstange einen symbolischen Weltatlas hinterlassen, der für den Anfang des 20. Jahrhunderts einzigartig war und Kunst nicht ideell zeigt, sondern von der Warte eines Arbeiters, der ein fremdes Land nicht als Abenteuer betrachtet, sondern es in seiner Realität sieht.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 24. August 2009

Delawaremonument von Carl Milles am Stenpiren in Göteborg


Auch wenn manche Führung in Göteborg noch zum Delawaremonument von Carl Milles am Stenpiren führt, so bleibt dieses wuchtige Monument jedoch relativ unbeachtet, obwohl es einen Teil der schwedischen Geschichte erzählt, in der Göteborg die Hauptrolle spielt.

Da das Stenpiren, an deren Spitze das Delawaremonument steht erst 1844 gebaut wurde und die erste große Hafenanlage direkt am Göta älv war, so müsste das Monument vermutlich weiter innen am Stora Hamnkanalen stehen, wo die Geschichte wirklich spielte, auch wenn das Stenpiren beeindruckender ist und den Auswandertraum leichter nachträumen lässt.

Das Original des Delawaremonumentes wurde 1938 anlässlich des 300-jährigen Jubiläums von Nya Sverige in Delaware enthüllt, wo Schweden im Auftrag von Axel Oxenstierna von den Delaware-Indianern Land in Übersee kaufte um dort eine schwedisch Siedlung zu errichten. Das Monument am Stenpiren ist identisch, wurde jedoch erst im Jahre 1956 in Göteborg aufgestellt, also nach dem Tode von Carl Milles.

Die schwedische Kolonie Nya Sverige wurde nur 18 Jahre nach der Ankunft der Mayflower (mit den englischen Pilgern) gegründet und lebte, im Gegensatz zu anderen Kolonien, in Eintracht mit den Indianern. Vermutlich lebten etwa 800 Schweden und Finnen in der Kolonie Nya Sverige. Die ersten Schiffe, die das Neue Schweden anliefen waren die Kalmar Nyckel und die Fågel Grip, die, wie auch alle folgenden Schiffe in Göteborg in See stachen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 21. August 2009

Krigsseglarnas minnesmärke von Lars Kleen am Stenpiren in Göteborg


Am Stenpiren in Göteborg steht eine eigenwillige Skulptur aus Eisen und Holz. Zu ihren Füßen kann man lesen: "Sverige tackar sitt sjöfolk för dess insats under ofärdsåren 1939 – 1945. Havet är stort, evigt och stort – Harr Martinsson". Es handelt sich um die Erinnerungsskulptur Krigsseglare.

Nur wer die Arbeiten des schwedischen Künstlers Lars Kleen bereits kennt, erkennt seine Handschrift an der am 6. September 1997 enthüllten Skulptur am Stenpiren, nur wenige Schritte von Milles Delawaremonument. Und dennoch waren an jenem September 1997 über 800 Seeleute, die während des Zweiten Weltkrieges auf See waren, während der Enthüllung anwesend.

Das Erinnerungsmonument Krigsseglare soll an die rund 2000 Seeleute erinnern, die während des Zweiten Weltkrieges ums Leben kamen als sie die Alliierten mit Lebensmitteln versorgten oder in friedlicher Mission auf See waren. Das Monument soll vor allem daran erinnern, dass schwedische Seeleute starben, weil sie jene versorgten, die dem Nazideutschland ein Ende bereiteten.

Die architektonische Skulptur Krigsseglare am Stenpiren in Göteborg wurde von Lars Kleen geschaffen, einem Künstler, der aus Eisen, Gummi, Ziegeln, Holz und anderem Baumaterial Kunst schafft. Seine Skulpturen fallen auf, allein schon wegen ihrer Größe, aber auch durch ihre Form, die zum Nachdenken anregt. In seiner Skulptur Krigsseglare sind alle Elements vorhanden, die das Werk ohne jedes zusätzliche Wort erklären, unter der Voraussetzung, dass man die Skulptur intensiv betrachtet.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin