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Donnerstag, 4. Februar 2010

Atlant und Karyatide am Valandhuset in der Vasagatan in Göteborg


Atlant und Karyatide am Eingang zum Nachtklub im Valandhuset in der Vasagatan in Göteborg sind in jeder Hinsicht erstaunliche Träger, da sie in jeder Hinsicht von der klassischen Abbildung eines Atlant und einer Karyatide abweichen. Bereits die Anwendung von schwarzem Marmor für die beiden mythologischen Figuren ist unüblich, noch mehr aber ihre Ausdrucksweise und ihre Position.

Das Geheimnis von Atlant und Karyatide liegt jedoch vermutlich im Namen des Gebäudes, denn Valand kommt von Völund, einer Figur der nordischen Sagenwelt, der, zusammen mit seinen beiden Brüdern, von drei Walküren verführt wurde. Es ist daher anzunehmen, dass das Paar am Valandhaus Völund mit seiner Walküre darstellt, mit der er sieben Jahre seines Lebens verbrachte.

Atlant und Karyatide sind, wie bei entsprechenden Trägern üblich, nicht vom Künstler signiert und wurden mit Sicherheit von den beiden Architekten und Baumeistern Georg Krüger (1847 - 1893) und Ernst Krüger (1859 - 1926) beauftragt. Da das Valandhuset an der Ecke Avenyn und Vasagatan als Forum für nordische Kunst gedacht war, hat die Anpassung von Atlant und Karyatide an die skandinavische Mythologie eine weitreichende Bedeutung.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. Januar 2010

Tomtar, Zwerge, von Thorvald Rasmussen an der Vasagatan in Göteborg


An der Kreuzung Viktoriagatan und Vasagatan liegt das vermutlich meist fotografierte Haus Göteborgs, das zwischen 1888 und 1890 erbaut wurde, heute unter Denkmalschutz steht, und durch seine Tomtar-Malereien eine Bedeutung erlangte, die weit über Schweden hinausreicht.

Die drei Fassaden des sogenannten Tomtehusets wurden mit den verschiedensten Motiven bemalt, in denen Zwerge (Tomtar) und Tiere die Hauptrolle spielen. Einige der abgebildeten Figuren stellen Mitglieder der Familie Hedlund, die im Haus arbeitete, bei ihrer Tätigkeit dar, andere verweisen auf die Fabelwelt oder zeigen Gebäude der Stadt mit Zwergen. Es dauert mehrere Minuten bis man die ganze Vielfalt der Malerei entdeckt, denn selbst unter dem Dachfirst verstecken sich noch Tiere und Zwerge, die schwedischen Tomtar.

Es wurde jahrelang gerätselt wer die Tomtar am Tomtehus gemalt hat, wobei mehrere bekannte Maler ins Gespräch kamen, bevor man entdeckte, dass es sich um Thorvald Rasmussen handelte, den Bruder eines der Architekten, die das Tomtehus erbauten.

Thorvald Rasmussen (1850 -1919) war ursprünglich Theater- und Dekorationsmaler bevor er sich einen Namen als Postkartenmaler machte. Anfangs malte Rasmussen vor allem historische Motive mit schwedischen Königen. Später wurden es dann allgemeine Ansichtskarten, Weihnachtskarten und schließlich Ansichtskarten mit ironischen Motiven.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Januar 2010

Danserska, die Tänzerin, von François Raoul Larches an der Vasagatan in Göteborg


Vor der Hausnummer 7 der Vasagatan in Göteborg, nicht weit entfernt vom Tomtehuset, steht eine einzigartige Strassenlampe, die kaum ein Passant bemerkt. Im Gegensatz zu den anderen Laternen befindet sie sich jedoch einige Zentimeter näher dem Gebäude als die städtischen Laternen und muss vom Grundstückseigentümer selbst mit Strom versorgt werden.

Die Straßenlampe Danserska, die Tänzerin, wurde hier im Jahre 1971 aufgestellt, wobei die Lampe eine Skulptur der französischen Künstlers François Raoul Larches beleuchtet. Das Kunstwerk wurde vermutlich gegen 1900 geschaffen und fällt daher in die Hochzeit des Jugendstil. Ursprünglich war die Danserska vergoldet, wie eine andere Lampe des französischen Künstlers, und stellt die amerikanische Tänzerin Loie Fuller dar, die ab 1890 eine einzigartige Karriere in Paris machte.

François Raoul Larches hat zahlreiche weibliche Figuren geschaffen, wobei er die Tänzerin Loie Fuller nie völlig nackt darstellte, sondern immer in die für sie typischen Kleider hüllte, die mehr zeigten als versteckten und damit die Bewegung des Tanzes ausdrückten. Um den Bewegungen der Skulptur folgen zu können muss man sie sehr genau von allen Seiten betrachten.

François Raoul Larches (1862 - 1912) ist einer der bedeutendsten französischen Künstler des Jugendstils, wobei er außer Frauengestalten auch mehrere Christusfiguren als Auftragsarbeit schuf. Ab 1890 erhielt François Raoul Larches zahlreiche staatliche Aufträge. Seine bedeutendsten Werke schuf er zwischen 1805 und 1910. Er starb 1912 durch einen Unfall.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 21. September 2009

Trapplejon von Axel Wetterlund an der Universität in Göteborg


Rechts und links der Treppen zum ältesten Universitätsgebäude Göteborgs an der Vasagatan blicken zwei gigantische Bronzelöwen nach rechts und links. Bereits in geschichtlicher Zeit wurden die Könige der Tiere als Statuen wiedergegeben und drückten Weisheit und Stärke aus, weshalb sie auch in den zahlreichsten Wappen ihren Platz fanden, so auch als Bewacher dieses Gebäudes.

Die Trapplejon, die Löwen an der Treppe der Göteborger Universität haben eine vielfache Bedeutung, denn zum einen zeigt das Göteborger Stadtwappen einen Löwen, zum anderen repräsentiert er ein akademisches Privileg der Vergangenheit der Stadt, denn die Studenten und Professoren der Universität waren jene, die frei denken, groß denken und richtig denken durften und sollten, nicht zuletzt deshalb, weil die erste Fakultät Göteborgs die Fakultät der Philosophie war, eine der bedeutendsten Seiner Zeit.

Der Skulpteur der beiden Löwen, Axel Wetterlund, ist in Västergötland geboren, machte jedoch seine Ausbildung in der Slöjdskolan in Stockholm und vertiefte seine Kenntnisse durch mehrere Reisen in das südliche Europa. Axel Wetterlund arbeitete vor allem an der Ausschmückung von Gebäuden. Seine meist bekannten Skulpturen kann man am königlichen Schloss in Stockholm sehen. Dass er die Löwen an der Göteborger Universität herstellte zeigt, wie bedeutend das Gebäude zu jener Zeit der Stadt und den Bauherren war.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin