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Freitag, 5. Februar 2010

Poliskonstapel mit Hund in der Tredje Långgatan in Göteborg


Das alte Polizeigebäude im Göteborger Stadtteil Haga wurde international durch den Romankommissar Winter aus den Büchern Åke Edwardsons bekannt, auch wenn dort schon lange keine Polizei mehr stationiert ist und die Zellen zu Büroräumen wurden. In den Filmen mit Kommissar Winter wird immer wieder der Eingang zu diesem Ziegelgebäude aus dem Jahre 1911 eingeblendet und damit ein Kunstwerk, dessen Schöpfer nie ausdrücklich genannt wurde.

Über dem Eingang des Gebäudes in der Tredje Långgatan steht, auf dem Göteborger Wappen, ein Poliskonstapel mit seinem Hund, der an die Arbeit der Polizei zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnert. Zahlreiche Göteborger Architekten dieser Zeit wollten durch ein Kunstwerk die Bestimmung des Gebäudes kennzeichnen, damit selbst leseunkundige Personen maßgebliche Gebäude der Stadt an einer Ausschmückung des Gebäudes oder einer Skulptur identifizieren konnten. Der Poliskonstapel mit seinem Hund ist hier keine Ausnahme.

Auch wenn die künstlerische Arbeit teils von bedeutenden Künstlern jener Zeit ausgeführt wurden, so zeichnete oft nur der Architekt für das Gesamtwerk, zumal er die Skulptur als Teil des Hauses betrachtet. Beim Poliskonstapel ist daher ebenfalls nur der Architekt Charles Lindholm genannt. Da Charles Lindholm (1870 - 1955) jedoch nicht nur Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers studierte, sondern auch die Kunstakademie mit großem Erfolg besuchte und von 1906 bis 1912 Rektor der Slöjdföreningens skola in Göteborg war, ist es möglich, dass er auch selbst die Skulptur des Poliskonstapels schuf ohne dies besonders anzumerken.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 14. November 2009

Chinesische Fu Hunde (Fu hundar) vor dem Röhsska Museum in Göteborg


Die Treppen zum Haupteingang des Röhsska Museums in Göteborg werden von zwei Steintieren bewacht, die ihren Ursprung im China zur Zeit von Christi Geburt haben. Natürlich handelt es sich auf den Treppen nicht um die Originale, sondern um eine Kopie der beiden Fu Hunde (Fu hundarna), die man im Museum selbst findet. Die Originale würden die Luftverschmutzung der Stadt leider nicht überleben.

Das Röhsska Museum kaufte diese beiden Tiere, die eine Mischung aus Hund und Löwe sind und in Göteborg auch häufig als Steinlöwen bezeichnet werden, zur Einweihung des Museum 1916 in Peking ein, der Heimat dieser Tiere. Fu Hunde werden, wie vor dem Röhsska, immer paarweise aufgestellt, wobei das Männchen unter seiner linken Pfote eine Kugel hält und das Weibchen die Pfote über ein Jungtier hält.

Die beiden Fu Hunde vor dem Röhsska werden oft als Wächter bezeichnet, in Anspielung auf die Göteborger Löwen, was historisch jedoch nicht ganz korrekt ist, sondern auf dem Irrtum beruht, dass echte Löwen in China als Wächter galten, nicht jedoch Fu Hunde, die von den Bewohnern des Hauses Unheil abhalten sollten und zu Wohlstand und Gesundheit führen. Während man in Europa die Löwen und auch Hunde mit ihrer körperlichen Kraft deutet, spielten sie in China ein mehr philosophische Rolle.

Fu Hunde entstanden in China ab 208 vor Christus und waren die heiligen Tiere des Buddhismus. Das Wort Fu ist nichts anderes als die chinesische Übersetzung für Buddha. Erst einige Jahrhunderte später verwandelten sich dann die Fu Hunde zu Wächtern von chinesischen Tempeln und wurden auch vor öffentlichen Gebäuden aufgestellt, wobei die Fu Hunde in China immer spirituell zu sehen waren, denn sie hielten böse Geister ab und nicht das Böse an sich. Der Künstler der beiden Fu Hunde im Röhsska Museum in Göteborg ist leider unbekannt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin