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Mittwoch, 10. Februar 2010

Pingvin, der Pinguin im Schlosswald von Göteborg


Auf einem der Hügel des Schlosswaldes (Slottsskogen) in Göteborg steht ein Granitpinguin in Originalgröße. Auch wenn die Form des Pinguins sehr einfach gehalten ist, so wurde der Stein jedoch fein geschliffen und die Form des Pinguins ist schon aus der Ferne gut zu erkennen. Auf seiner Anhöhe scheint der Pinguin die Spaziergänger auf den nahen Wegen zu beobachten.

Der Pinguin aus Granit ist eine Symbol für eine der größten Attraktionen des Schlosswaldes, denn die Pinguine des Zoos ziehen die Besucher des Parks wie magisch an. Erwachsene und Kinder beobachten diese Schwimmkünstler länger als jedes andere Tier des nordischen Tiergartens.

Leider trägt der Pinguin auf seinem Hügel weder die Signatur des Künstlers, noch wurde das Kunstwerk in einer der Listen der öffentlichen Kunst in Göteborg aufgenommen. Die Idee des Pinguinskulptur ist jedoch nicht ganz einzigartig im Slottsskogen, da man im Hof des angrenzenden Naturwissenschaftlichen Museums einen Brunnen findet, der ebenfalls von drei Pinguinen dominiert wird.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 26. Dezember 2009

Erinnerungsstein Ebbe Lieberath im Schlosswald in Göteborg


Der Erinnerungsstein Ebbe Lieberath im Göteborger Schlosswald gehört zwar zu den Öffentlichen Werken der Stadt, wird aber in der Regel nicht unter den Öffentlichen Kunstwerken eingeordnet, da der Künsler der Steingravur nicht genannt wird und die Arbeit unter der Aufsicht der Pfadfinderbewegung Göteborgs statt fand.

Beim Erinnerungsstein Ebbe Lieberath handelt es sich um einen Gneisblock von 5000 Kilogramm, der von dessen Geburtsstelle zum Schlosswald (Slottsskogen) transportiert wurde und auf drei kleineren Steinen ruht. Um das Monument herum wurden zahlreiche andere kleine Steine mit den Namen der verschiedenen Pfadfindergruppen Schwedens angebracht.

Ebbe Lieberath (1871 - 1937) wird als der Gründer der schwedischen Pfadfinderbewegung nach dem Modell von Robert Baden-Powell betrachtet. Der Minnessten (Erinnerungsstein) zu seinen Ehren wurde 1959, zum 50-jährigen Bestehen der Pfadfinderbewegung Schwedens, die in Göteborg ihren Ursprung hatte, aufgestellt, obwohl Lieberath zwar bereits 1909 nur die Idee hatte, die er dann am 2. März 1910 offizialisierte.

Lieberath war Gymnastiklehrer in Göteborg als er seine Idee der Gründung einer Pfadfinderbewegung hatte. Genauer genommen war er mit einem der Boote zu den Schären unterwegs als er das Buch Scouting for Boys von Robert Baden-Powell fand und von der Idee so fasziniert war, dass er sich unmittelbar daran machte, Baden-Powels Idee in Göteborg umzusetzen. Innerhalb nur weniger Monate schuf er damit eine Bewegung, die ganz Schweden erreichte.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. September 2009

Bruden som försvann von Lars Stocks im Botanischen Garten in Göteborg


Am Café des Botanischen Gartens in Göteborg findet man seit dem Frühjahr diesen Jahres eine Skulptur mit dem mystischen Titel Bruden som försvann, die verschwundene Braut. Wie bereits mehrere Skulpturen Göteborgs, so hatte auch diese Skulptur ein etwas tragisches Schicksal, denn 1986 wurde sie in der Trädgårdsföreningen an einem sehr guten Platz enthüllt, wo sie auch von zahlreichen Besuchern große Beachtung fand und selbst Brautpaare sich vor ihr fotografieren ließen.

Im Jubiläumsjahr 2007 sollte jedoch die Trädgårdsföreningen neu gestaltet werden und die Skulptur störte an ihrem angestammten Platz. So wurde das Kunstwerk von Lars Stocks kurzerhand in ein Lager im Slottsskogen transportiert und fast vergessen. Erst nachdem zahlreiche Göteborger immer wieder nach der Skulptur fragten entschied sich die Stadtverwaltung sich wieder um die Bruden som försvann zu kümmern. Die Trädgårdsföreningen wollte sie jedoch nicht wieder aufstellen, da eine moderne Skulptur, im Gegensatz zu den anderen modernen noch vorhandenen Skulpturen, nicht mehr zu einem Park passt, der nach einem englischen Modell vom 19. Jahrhundert zurückfinden soll. So landete nun die Skulptur an einer etwas versteckten Stelle im Botanischen Garten Göteborgs.

Was aber bedeutet die Bruden som försvann? Lars Stocks, der die Idee zu dieser Skulptur während eines Aufenthaltes in Frankreich hatte, schweigt zum Thema. Aber seine Skulptur ist dennoch eindeutig, denn die Braut lies ihr Kleid, ihre Schuhe, ihren Hut und selbst die Rosen zurück als sie verschwand. Und wer alle Details der Skulptur betrachtet findet selbst den Ring, der für ihren Finger gedacht war achtlos am Boden. Niemand weiß, warum sie die Flucht ergriff, aber sie schien im letzten Moment Angst vor der ewigen Bindung gehabt zu haben und hat die Flucht als Ausweg aus dem Dilemma gewählt.

Der Göteborger Künstler Lars Stock, der die verschwundene Braut schuf, hat ursprünglich Grafik, grafische Gestaltung und Emaillekunst in Göteborg studiert, bevor er sich an das Schweißen und Monumentalskulpturen machte. Die Werke von Lars Stock, der 1992 den Kungsbacka Kulturpris erhielt, findet man mittlerweile überall in Schweden. In Majorna befindet sich auch seine Skulptur Livets träd, der Baum des Lebens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin