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Dienstag, 19. Januar 2010

Gallergrind von Pål Svensson am Hasselbladmuseum in Göteborg


Fast jeder, der die Treppen zum Göteborger Kunstmuseum am Götaplatsen hinaufgeht, vielleicht auch nur um das Hasselbladmuseum zu besuchen, betrachtet die geschmiedenen Gitter (Gallergrind), die in gewisser Weise ein Kontrast zu dem im Jahre 1925 errichteten Gebäude bilden.

Tatsächlich fanden die kunstvoll geschmiedeten Gitter aus Bronze und rostfreiem Stahl auch erst im Jahre 1996 ihren Platz vor dem Museum, als das Hasselbladmuseum hierher umzog und die Hasselbladstiftung die neuen Ausstellungslokale auch künstlerisch aufwerten wollte. Der Auftrag für die künstlerische Gestaltung des Gallergrind (Eingangsgitter) ging an den Göteborger Künstler Pål Svensson, der insbesondere für seine öffentlichen Arbeiten in Göteborg bekannt ist und dem Eingang zum Hasselblad Center mit seinem Werk ein Gesicht gab, das Kunst, Architektur und Fotografie vereint, da das Gitter den Eingang wie eine Panoramafotografie betont.

Pål Svensson, der 1950 geboren wurde, hat beim Gallergrind auf seine häufigste Kombination Stein und Wasser verzichtet und zu Bronze und Stahl gegriffen um Zeitnähe und Aktualität auszudrücken. Der Göteborger Künstler Pål Svenssson, ein Absolvent der Kunsthochschule Valand ist auch nach seiner Ausbildung Göteborg treu geblieben und hat hier sein Atelier eingerichtet. Der oft auch in England arbeitende Künstler erhielt mehrere Preise für seine Werke und versucht bei seinen Arbeiten Kunst in eine architektonische Gestaltung einzubetten.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Lekande Barn von Britta Nehrman in Liseberg, Göteborg


Im Skulpturenteil des Vergnügungsparks Liseberg in Göteborg befinden sich zwei Skulpturen, die eine Einheit bieten und die die Künstlerin Britta Nehrman Lekande Barn, Spielende Kinder, genannt hat. Beide Skulpturen wurden bereits 1950 in Liseberg aufgestellt, da der Park damals auch als Freizeitpark zum Entspannen gedacht war und noch nicht den heutigen Charakter besaß.

Die lekande barn müssen daher mehr in Zusammenhang mit den Anfängen von Liseberg gesehen werden, als Kinder auf den Wiesen herumtollten und viele Göteborger hier ihr an Wochenenden ihr Picknick machten. Vergnügen war in den 50er Jahren in Liseberg nicht nur die Benutzung der damals relativ einfachen Attraktionen. Die lekande barn drücken in ihrer Nacktheit das unschuldige Spiel auf einer Wiese aus, das vollkommen ohne Spielzeug oder Ball auskommt und die klassische künstlerische Ausdrucksweise spiegelt.

Britta Nehrman (1901 - 1978) besuchte die Kunstakademie Stockholm und setzte anschließend ihre Studien in Paris und Rom fort. Sie wurde vor allem für ihre intimen Porträts in Bronze und ihre Skulpturengruppen bekannt. Ihre Skulpturen findet man nicht nur an zahlreichen öffentlichen Plätzen in Schweden, sondern auch in mehreren Kunstmuseen des Landes wie auch im Kunstmuseum Göteborg.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 9. November 2009

Diskuskastare, das Diskuswerfer, von Alkamenes am Kunstmuseum in Göteborg


Vor dem Eingang zum Kunstmuseum stehen vier Kopien klassischer Statuen. Außer dem Spjutbäraren, den knidiska Afrodite und der Sårad amazon steht hier auch der Diskuskastare, der Diskuswerfer, auf seinem Sockel, der wie der Speerwerfer, das griechische Ideal eines Sportlers ausdrückt und an die lange Geschichte der Olympiade erinnert.

Wie auch die drei anderen Statuen vor dem Kunstmuseum ist der Diskuskastare eine Kopie des Originales, das man heute im Vatikan findet. Die Skulptur wurde 1931 vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond beauftragt und verstärkt an seinem Standort das Klassische des Kunstmuseums. Der Diskuswerfer von Alkamenes wurde im Jahre 1929 von L. Rasmussen in Kopenhagen gegossen und entspricht dem Original in jedem Detail.

Alkamenes lebte im 5. Jahrhundert vor Christus und war Schüler des Bildhauers Phidias. Er entwarf einen Teil des Zeus-Tempels in Olympia und schuf zahlreiche Skulpturen griechischer Götter. Die Darstellung eines Sportlers ist daher eine besondere Arbeit Alkamenes, wobei er auch hier einen Wert auf Details legt. Plinius bezeichnete den Künstler als einen der besten, den Griechenland je hervorbrachte.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. Oktober 2009

Aphrodite von Knidos von Praxiteles vor dem Kunstmuseum in Göteborg


Eine der vier Bronzefiguren, die vor dem Kunstmuseum in Göteborg aufgestellt sind, ist den knidiska Afrodite oder die Aphrodite von Knidos. Wie auch bei den anderen Statuen vor dem Museum handelt es sich nicht um ein Original, sondern um einen Nachguss einer Gipsfigur, die ihrerseits eine Reproduktion einer römischen Kopie war. Die Kopie des Kopfes des Originals befinden sich in Berlin, der Körper aber im Vatikan. Aphrodite wurde 1931 vor dem Kunstmuseum Göteborgs aufgestellt.

Aphrodite ist nach der griechischen Mythologie die Göttin der Liebe, der Schönheit und der Begierde. Sie war eine der zwölf Götter des Olymps und wurde in späterer Zeit zur Liebesgöttin. Nach Plinius dem Älteren ist die die Aphrodite von Knidos die herrlichste Statue der alten Welt, wobei sie auch das bekannteste Werk von Praxiteles ist.

Bei sämtlichen uns bekannten Statuen von Praxiteles handelt es sich um römische Kopien, mit einer einzigen Ausnahme, seinem Hermes. Praxiteles schuf etwa 50 Statuen und gilt als der Schöpfer der jugendlichen Götterideale. Seine Werke zeichnen sich durch die außerordentliche Oberflächenbehandlung aus.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. September 2009

Sårad Amazon von Polykleitos am Kunstmuseum in Göteborg


Wie auch die anderen drei klassischen Skulpturen vor dem Kunstmuseum in Göteborg ist auch die Sårad Amazon nur die Kopie einer Statue, die Polykleitos zugeschrieben wird. Die Bronzeskulpur wurde nicht dem griechischen Original nachgegossen, da keine der Arbeiten von Polykleitos als Original erhalten blieb, sondern später geschaffenen römischen Skulpturen als Vorbild galten. Die Statue in Göteborg wiederum wurde nach einem Modell in Berlin rekonstruiert.

Die Sårad Amazon oder die verletzte Amazone wurde 1931 vor dem Kunstmuseum enthüllt, zusammen mit drei anderen, die sie auf gleicher Anhöhe begleiten. Die griechische Mythologie beschrieb an mehreren Stellen den Staat der Amazonen, einer matriachalischen Gesellschft, der sich vermutlich am Ostufer des Schwarzen Meeres befand. Das Frauenvolk der Amazonen war wegen seiner Geschicklichkeit beim Bogenschießen bei den Feinden gefürchtet und verbreitete Angst und Schrecken.

Die Sårad Amazon vor dem Kunstmuseum wird, wegen ihrer Verletzung unter der rechten Brust ohne ihr Pferd und vor allem ohne ihren Bogen abgebildet, was relativ selten geschah. Sie trägt auch nicht die sonst bei Amazonen übliche Kleidung, sondern ein männliches Gewand.

Polykeitos oder Poliyklet, wie er im Deutschen oft genannt wird, lebte von 460 bis 405 vor Christus und gilt als einer der bedeutendsten Bronzebildhauer seiner Zeit. Seine Statuen scheinen immer irgendwie in Bewegung zu sein, im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern seiner Zeit. Polykleitos versuchte seinen Skulpturen dadurch Leben zu geben.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 29. August 2009

Vingarna, die Flügel, von Carl Milles am Kunstmuseum in Göteborg


Vor dem Kunstmuseum am Götaplatsen in Göteborg befindet sich auf ansehnlicher Höhe eine weitere Skulptur von Carl Milles, die 1916 selbst in der Verfilmung des Romans Mikaël von Herman Bang eine Rolle spielte.

Bereits 1908 schuf Carl Milles eine kleinere Skulpur, die er Vingarna oder Gosse med örn (Junge mit Adler) nannte und die ihm 1910 als Modell für die 270 cm hohe Monumentalskulptur vor dem Kunstmuseum diente. Die Skulptur zeigt einen Jugendlichen, der sich an einen Adler mit bereits ausgebreiteten Wingen hält um sich mit ihm in die Lüfte zu heben.

Bei der Skulptur Vingarna oder die Flügel ließ sich Milles von der griechischen Mythologie beeinflussen, wo nach einer Version Ganymed von einem Adler auf die Höhen des Olymp entführt wird. Die Skulptur wurde Göteborg im Jahre 1916 von Karolina Wijkander geschenkt und am Bastionsplatsen aufgestellt. Erst in den 40er Jahren kamen die Vingarna schließlich an ihren heutigen Platz vor dem Kunstmuseum.

Ein Abguss der gleichen Skulptur befindet sich auch im Millesgården in Stockholm. Carl Milles ließ auch eine kleinere Ausgabe des Jungen mit dem Adler in 60 cm Höhe in Bronze gießen, die heute in mehreren Museen der Welt ausgestellt werden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. August 2009

Tecken i landskapet von Åke Nordström am Kunstmuseum in Göteborg


Tecken i landskapet oder Zeichen in der Landschaft ist eine Skulptur, die sich neben dem Kunstmuseum befindet, am Platz, der sich Fågelsången nennt. Die Tecken i landskapet von Åke Nordström wurden dort im Jahre 1991 enthüllt und stilisieren unterschiedliche Formation, die man in der Natur findet. Die Skulptur aus Eisen und Granit besteht aus mehreren Teilen, die jede für sich eine dreidimensionale Struktur ausdrückt. Sowohl das Material kommt aus der Erde, als auch die Formen, die sich bei Pflanzen und Tieren in irgendeiner Weise wiederholen.

Tecken i landskapet, die Zeichen in der Landschaft gehören zur Gruppe der modernen Skulpturen Göteborgs, die vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond erworben wurden. Auch der Göteborger Künstler Åke Nordström gehört der jungen Generation von Skulpteuren an, die sich von klassischen Formen und Strukturen abgewandt haben.

Åke Nordström ist an zahlreichen Stellen Göteborgs vertreten, wo er auch Kunst studierte und später Lehrer für Bildhauerei wurde. Seine Skulpturen können sowohl im Kunstmuseum Göteborg als auch an zahlreichen öffentlichen Stellen der Stadt betrachtet werden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 22. August 2009

Danserkorna, die Tänzerinnen, von Carl Milles am Kunstmuseum in Göteborg


Auf dem Platz vor dem Kunstmuseum in Göteborg befindet sich eine Skulptur, die Carls Milles bereits im Jahre 1915 in Stockholm schuf und typisch für sein Schaffen Anfang des 20. Jahrhunderts war. Es handelt sich um die Danserskorna, die Tänzerinnen. Wie sehr viele andere Skulpturen befinden sich auch die Tänzerinnen nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz, sondern wurden erst im Jahre 1952 vor dem Kunstmuseum aufgestellt.

Danserskorna, die Tänzerinnen, wurden von A. Fagerström erworben, einer Privatperson, die die Skulpur im Jahre 1923, anlässlich einer großen Jubiläumsausstellung Göteborger, dem Kunstmuseums schenkte. Kopien der Tänzerinnen und Variationen der beiden Gestalten befinden an mehreren Orten Schwedens und auch in den USA.

Carl Milles, der zu Beginn vor allem an Porträts und Tiergruppen arbeitete, begann sich ab 1913 für Tanz und Bewegung zu interessieren. Bereits bevor er seine ersten Tänzerinnen schuf besuchte er zahlreiche Vorstellung in Paris und Stockholm um die Bewegungen zu studieren. Er war besonders an den Momenten interessiert, wenn Tänzerinnen den Bodenkontakt verlieren und einen schwebenden Zustand einnehmen. Diesen Moment versuchte Milles auch bei den Tänzerinnen vor dem Kunstmuseum einzufangen.

Carl Milles arbeitete nur wenige Jahre an weiblichen Skulpturen und wurde mehr durch seine später entstandenen Monumentalskulpturen und vor allem seine Brunnen bekannt, die er zum Teil unter seiner Faszination zum Nationalsozialismus in Deutschland schuf.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 21. Juli 2009

Flaggenstangen (Flaggmaster) am Gustav Adof Torg in Göteborg


Die Flaggenstangen, Flaggmaster, oder genauer genommen deren Fundamente bleiben oft unbeachtet von den Spaziergängern am Gustav Adolf Torg in Göteborg, obwohl sich hier wahre Kunstwerke befinden. Jedes der drei Fundamente beherbergt einen Teil der Geschichte Göteborgs.

Am Mast, der dem Hamnkanalen am nächsten liegt, findet man die Geschichte der Industrialisierung Göteborgs mit einigen der bekanntesten Motiven der Stadt: Der Skansernas Kronan, dem Lejonet und der Domkyrkan. Auf der Seite, die zum Gustav Adolf Torg zeigt, findet man auch die Inschrift "Mig leder solen, eder skuggan".

Die Bronzereliefs wurden vom schwedischen Künstler Bror Chronander im Jahre 1932 realisiert, der auch einige der bekannteren Skulpturen Göteborgs geschaffen hat. Die Reliefs hat Chronander nach Motiven des damaligen Chefs des Göteborger Kunstmuseums erstellt, die eine Hommage an Charles Felix Lindberg darstellen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Juli 2009

Spjutbäraren, der Speerwerfer, von Polykleitos in Göteborg


Auf den Treppen des Göteborger Kunstmuseums am Götaplatsen stehen vier Skulpturen aus griechischer Zeit. Die etwa zwei Meter hohe Bronzestatue links ist eine Kopie des Spjutbäraren (Speerwerfer) von Polykleitos und wurde im Jahre 1931 dort aufgestellt.

Der Speerwerfer ist eine Kopie der Originalskulptur, die sich auf Pompej befindet und etwa 400 Jahre vor Christus geschaffen wurde. Die Kopie des Kunstwerks wurde, wie so viele andere in Göteborg, vom Charles Felix Lindbergs Donationsfont finanziert und von der Gießerei L. Rasmussen in Kopenhagen nach einem Gipsabdruck erstellt.

Polykleitos arbeitete etwa 460 bis 405 vor Christus und arbeitete vor allem mit Bronze und Marmor. Während seines Wirkens hat er mehrfach Statuen von Sportlern geschaffen, die zu jener Zeit einem griechischen Ideal entsprachen. Spjutbäraren, der Speerwerfer, ist die bekannteste Statue von Polykleitos und drückt die physische Perfektion aus, den Ausgleich zwischen Spannung und Ruhe in Hüften und Axeln. Zahlreiche spätere Künstler nahmen die von Polykleitos geschaffenen Proportionen der Statue als Basis für ihre eigenen Werke.

Copyright: Herbert Kårlin