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Montag, 25. Januar 2010

Sjömanshustru, die Frau des Seemanns, von Ivar Johnsson in Liseberg, Göteborg


Während man die Sjömanshustru, die alle Boote begrüßt, die den Göta Älv aufwärts fahren, nicht aus nächster Nähe betrachten kann, hat man die Möglichkeit das früher erstellte Modell dieses Symbols Göteborgs in Liseberg aus nächster Nähe zu betrachten.

Die Sjömanshustru in Liseberg wurde von Ivar Johannsson in Lebensgröße erstellt. Sehr deutlich kann man hier die im Wind fliegenden Haare, die betenden Hände, den in die Ferne gerichteten Blick und das dünne Sommerkleid betrachten und entdeckt in ihren Augen die Hoffnung, dass ihr Seemann doch noch zurückkommt und den Sturm überlebte. Die Skulptur der Frau des Seemannes kann hier in allen Details betrachtet werden und schildert das Schicksal so zahlreicher Sjömannshustrur.

Der schwedische Skulpteur Ivar Johnsson (1885 - 1970) wurde in Schonen geboren, lebte und arbeitete jedoch nahezu sein ganzes Leben lang auf Södermalm bei Stockholm. Ivar Johnsson ist vor allem wegen seiner öffentlichen Monumentalskulpturen bekannt, die man an zahlreichen Plätzen Schwedens finden kann.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Dezember 2009

Atlant von Ivar Johnsson am Stadttheater in Göteborg


Während an der linken Seite des Haupteingangs zum Stadttheater in Göteborg eine Karyatide das Vordach hält, findet man auf der rechten Seite Atlant. Atlant trägt in der griechischen Mythologie die Welt auf seinen Schultern, wobei man auch ein Theater symbolisch als Welt betrachten kann.

Der Künstler Ivar Johnsson hat seinen Atlant jedoch der nebenstehenden Karyatide angepasst, da Atlant in der Regel, auf Grund der Last, meist kniend abgebildet wird oder aber zumindest mit seinen Händen die Welt stützt, jedoch nie die Arme an der Seite baumeln lässt. Vermutlich wollte Johnsson hier mehr eine Symmetrie der beiden Figuren ausdrücken als sich auf die griechische Mythologie stützen.

Atlanten, die bei römischer Tempelkunst in der Regel Telamoner genannte werden, fanden in jeder Epoche ihre Anwendung in der Baukunst, wobei Atlant am Stadttheater im Jahre 1933 in Marmor geschaffen wurde und etwa drei Meter hoch ist. Ivar Johnsson passte seinen Atlant einer Architektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts an, was sein Werk sehr deutlich von den deutschen Atlanten und Karyatiden unterscheidet.

Ivar Johnsson (1885 - 1970) ist einer der bedeutendsten Monumentalbildhauer Schwedens, der gemäß seiner Zeit in Schweden, Frankreich und Italien Bildhauerei studierte. Von 1920 bis zu seinem Tod im Jahre 1970 wohnte und arbeitete Ivar Johnsson in Heleneborg in der Nähe von Stockholm. Johnsson schuf einige der bedeutendsten öffentlichen Werke Göteborgs.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 18. Dezember 2009

Jason von Ivar Johnsson an der Norra Hamngatan in Göteborg


Am Gebäude an der Norra Hamgatan, Ecke Östra Hamngatan findet man seit 1930 das Relief Jason, das Werk eines der bedeutendsten Künstlers, die in Göteborg tätig waren, der jedoch mehr für seine Monumentalskulpturen bekannt wurde als für seine zahlreichen Reliefe und Gebäudeausschmückungen. Wie Eric Grate bei De fyra vindarna hat auch Ivar Johnsson für sein Relief in der Alten Geschichte gesucht um dann ein modernes, abstraktes Kunstwerk zu gestalten.

Ivar Johnsson wurde in der Argonautensage fündig und nahm eine Szene mit Jason als Vorbild für sein Relief, wobei er jedoch die Symbole auf seine eigene Weise verteilt und durch den Jungen mit seinem Schiff sowohl die Meeresnähe, als auch die Reise Jasons ausdrückt, die in vielen Zügen jener von Odysseus gleicht.

Ivar Johnsson (1885 - 1970), der den größten Teil seiner Ausbildungszeit in Paris verbrachte stand der klassischen Skulptur ebenso nahe wie der klassischen Sagenwelt, die er sehr häufig in seine Werke einarbeitete. In Göteborg findet man nahezu jede Art von Skulptur des schwedischen Künstlers Ivar Johnsson, angefangen von der Kvinna vid havet bis zur Erinnerungsplakette Charles Felix Lindberg am Botanischen Garten.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. Dezember 2009

Christopher Polhem von Ivar Johnsson an der Sten Sturegatan in Göteborg


An der Sten Storegatan, in der Nähe der Katolska Kyrkan, findet man in einer kleineren Grünanlage Göteborgs ein Monument, das Christopher Polhem gewidmet ist und diesen bei seiner Arbeit darstellt. Die Monumentalskulptur zu Ehren von Christopher Polhem wurde 1951 von Ivar Johnsson geschaffen und erinnert an den vielleicht bedeutendsten Erfinder Schwedens, der sich unter anderem für die Schifffahrt auf dem Göta Älv verdient machte.

Christopher Polhem (1661 - 1751) machte während seines Lebens 114 Erfindungen, die in Schweden eine industrielle Revolution hervorriefen. Er verbesserte den Bergbau, entwickelte das moderne Schleusensystem und entwickelte Uhren und Maschinen. Zum 200. Todestag des schwedischen Vaters der Mechanik ließen 98 Industrieunternehmen die 3 Meter hohe Granitstatue von Christopher Polhem in Göteborg errichten.

Die Skulptur von Christopher Polhem schuf kein geringerer als Ivar Johnsson (1885 - 1970), der in Göteborg auch die Kvinna vid havet, flickan och sjötrollen und den Obelisk zur Erinnerung an Torgny Segerstedt errichtete. Ivar Johnsson arbeitete mit sehr unterschiedlichem Material für seine Skulpturen und schuf in seiner Zeit als Lehrer an der Konsthögskolan in Stockholm das Fach Materialkunde für Skulpteure. Sein klassischer Stil hat seinen Ursprung in seiner Ausbildung in Paris, der damaligen Hochburg für klassische Skulptur.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 11. September 2009

Obelisken, der Obelisk, von Ivar Johnsson am Vasaplatsen in Göteborg


Den Vasaplatsen in Göteborg überragt ein 10 Meter hoher dreikantiker Monolit aus Hunnebostrandsgranit. Auch wenn der Obelisk deutlich sichtbar ist und im ersten Roman mit Kommissar Erik Winter von Åke Edwardson eine wichtige Rolle spielte, so kennen dennoch nur wenige der Betrachter die Bedeutung dieses von Ivar Johnsson geschaffenen Kunstwerks.

Wer die Inschriften auf der Basis des Obelisken liest, findet den Namen Torgny Segerstedt, die Person, an den das im Jahre 1955 enthüllte Monument erinnern soll. Torgny Segerstedt wurde 1917 Redakteur bei der Göteborgs Handels- und Sjöfartstidning und leitete diese Zeitung schließlich bis zu seinem Tode im Jahre 1945.

Ivar Johnsson, der den Obelisk geschaffen hat gravierte eine der bedeutendsten Aussagen Torgny Segerstedts in den Granitobelisk, die die Denkweise des Verfassers und seine Stellung zu Hitler ausdrückte. Im Jahre 1940 schrieb Segerstedt: „De fria fåglarna plöja sin väg genom rymden. Många av dem nå kanske ej sitt fjärran mål. Stor sak i det. De dö fria.“

Torgny Segerstedt deutete die Gedanken Hitlers seit dem Jahre 1933 völlig richtig und versuchte das Volk Schwedens seit Hitler an die Macht kam auf die Gefahren aufmerksam machen, obwohl Schweden noch 1936, während der Olympischen Spiele in Berlin, Hitler als großen Staatsmann sah. Segerstedt ließ sich weder vom Königshaus noch von der Stadtverwaltung Göteborgs in seinen Aussagen einschränken und unter Druck setzen. Das Denkmal soll an diesen weitsichtigen Mann erinnern und vor einer Wiederholung ähnlicher volksfeindlichen Machenschaften einzelner Politiker warnen.

Der Skulpteur Ivar Johnsson studierte Bildhauerei in Lund, Stockholm, Italien und Dänemark. Seine Monumentalskulpturen sind heute weltweit bekannt. In Göteborg hat er auch das Flickan med sjötrollen im Kungsparken (Königspark) geschaffen und die Sjömanshustrun oder Kvinna vid havet.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. August 2009

Gedenkmedaille von Charles Felix Lindberg im Botanischen Garten Göteborg


Charles Felix Lindberg, geboren am 18. April 1840 in der Första Langgåtan in Göteborg, war einer der bedeutendsten Kaufleute der Stadt. Bereits 1901, mit 61 Jahren, zog er sich jedoch aus dem Geschäftsleben zurück und zog nach Billdal, am Rande Göteborgs.

Bei seinem Tode vermachte Charles Felix Lindberg sein gesamtes Vermögen - in Form einer Stiftung - der Stadt Göteborg, jedoch mit der Auflage, das Geld ausschließlich für die Schönheit und den Schmuck der Stadt zu verwenden. In diesem Rahmen konnte sich unter anderem der Göteborger Botanische Garten entwickeln, an dem 1991 die Lindberg Plakette angebracht wurde.

Im Jahre 1926 beauftragte die Stiftung den schwedischen Künstler Ivar Johnsson eine Gedenkmedaille von Charles Felix Lindberg zu erstellen. Ivar Johnsson konnte diese Medaille erst 1931 feststellen, wobei er sich dabei ganz auf eine Amateurfotografie und Karikaturen verlassen musste.

Die Originalmedaille trägt auf der einen Seite ein typisches Bild Lindbergs mit seiner Melone und dem Text "1840 - CHARLES FELIX LINDBERG - 1909" und zeigt auf der anderen Seite einige der bedeutendsten Bauwerke Göteborgs.

Die Plakette von Lindberg am Botanischen Garten wurde nach dem Original von 1931 in Bronze gegossen und 1991 in Erinnerung an den großen Wohltäter des Botanischen Gartens am Haupteingang angebracht. Die Rückseite der Medaille ist nicht auf der Plakette enthalten. Ivar Johnsson, der in Göteborg auch die Kvinna vid havet und das Flickan och sjötrollen hinterließ, starb bereits 1970 und erlebte den Guss der Plakette nicht mehr.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Juli 2009

Karyatide am Stadttheater in Göteborg


Eine besondere Art an Skulptur findet man am Haupteingang des Stadttheaters am Götaplatsen in Göteborg. Hier findet man Karyatide und Atlant, also Skulpturen, die in der Architektur als tragende Säule dienen und bei einem Theater bereits den Eingang mit in ein Schauspiel verwandelt.

Karyatide (was soviel wie "Mädchen von Karyäs" heißt) am Stadttheater Göteborgs hat jedoch eine Besonderheit. Sie wurden nämlich nicht von einem Bauarbeiter errichtet, sondern von keinem Geringeren als Ivar Johnsson, der auch für die Kvinna vid Havet und das Flickan och Sjötrollen zeichnet, wobei er Karyatide nach griechischem Vorbild mit einem Kranz auf dem Kopf darstellt.

Ivar Johnsson benutzte für Karyatide und Atlant hellen Granit und schuf die beiden Kunstwerke kurz nachdem er die Frau des Seemannes (1932) vollendet hatte. Ivar Johnsson war am 12. Februar 1885 in Skåne geboren und starb am 16. August 1970 in Stockholm.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Juli 2009

Flickan och sjötrollen, Skogsrået, von Ivar Johnsson in Göteborg

Der Brunnen im Kungsparken von Göteborg mit seiner schwarzen weiblichen Statue hat zwei Namen, die beide gleichermaßen verwendet werden und beide zutreffen, auch wenn ihre Bedeutung weit voneinander liegt.

In früheren Jahren sprach man bei der vom Charles Felix Lindberg Donationsfond finanzierten Figur von der Skogsrået, dem weiblichen Waldgeist, der alle Wanderer ins Verderben führt. Da sich die von Ivar Johnsson geschaffene Statue, die über dem Brunnen tront, auf dem Florakulle des Kungsparken befindet, ist ihr alter Name daher aussagekräftig.

Betrachtet man den Brunnen als Gesamtheit, so kann die aus schwarzem Granit geschaffene Figur auch das Flickan och sjötrollen sein, denn den Brunnenrand zieren drei Wassergeister aus Marmor, die ständig Wasser spucken. Während die schwarze Skulptur ausschliesslich von Ivar Johnsson geschaffen wurde, war am Brunnen auch der Architekt Arvid Fuhre beteiligt.

Ivar Johnsson schuf Flickan och sjötrollet oder Skogsrået im Jahre 1919, wo sie auch ihren Platz auf Floras Kulle im Kungsparken fand. Johnsson schuf jedoch noch eine andere, bekanntere Statue in Göteborg, die jeden Ankömmling von Seeseite aus begrüßt: Die Frau des Seemanns.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. Juli 2009

Die Frau am Hafen oder des Seemanns Frau von Ivar Johnsson


Kvinna vid havet oder Die Frau am Hafen ist in Göteborg mehr als die Frau des Seemanns oder, genauer gesagt, als Sjömanshustrun bekannt. Die von Ivar Johnsson geschaffene Statue, die seit 1997 als Replik auch in Liseberg zu finden ist, drückt das vergebliche Warten aus und das Leiden aller Frauen, die in ihrer Familie einen Seemann haben.

Die Kvinna vid havet soll aber auch an all die schwedischen Seeleute erinnern, die im ersten Weltkrieg ihr Leben auf See gelassen haben. Am Fuße des 57 Meter hohen Turmes (ohne Statue) findet man die Namen der 690 Seeleute sowie die Namen der 98 Schiffe auf denen sie umkamen.

Ivar Ivar Johnsson, einer der bedeutendsten schwedischen Monumentalskulpteure, dessen Werke sich auf zahlreichen öffentlichen Plätzen Schwedens befinden schuf die Statue der Frau am Hafen neben dem Seefahrtsmuseum vermutlich 1932, da der Turm selbst bereits 1933 eingeweiht wurde.

Copyright: Herbert Kårlin