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Dienstag, 13. April 2010

Apollon och Asklepios von Stig Blomberg am Sahlgrenska in Göteborg


Hoch oben an der Wand des Hauptgebäudes des Universitätskrankenhauses Sahlgrenska in Göteborg sieht man von weitem eine zwölf Meter hohe Skulptur, die den Namen „Apollon och Asklepios“ trägt und die beiden griechischen Gottheiten Apollon und Asklepios darstellt.

Als das Werk im Jahre 1959 zur Eröffnung des Zentralkomplexes des Universitätskrankenhauses eingeweiht wurde, handelte es sich dabei um die höchste Skulptur Göteborgs. In Göteborg selbst ist das Werk allgemein als „Plåt-Niklas“ bekannt, nach Göteborger Humor in Erinnerung an den Gründer des Sahlgrenska.

Die Skulptur Apollon och Asklepios zeigt den Gott der Heilkunst, der gewöhnlich als alter Mann mit Bart dargestellt wird, als Jungen, der jedoch bereits seinen bekannten Stab in der Hand hält. Neben ihm steht sein Vater Apollon, der Gott der Wissenschaften mit seinem Bogen und seinem Schild. Unterhalb der beiden Götter sieht man ein Dreieck, das bedeutet, dass Krankenpflege, Forschung und Ausbildung im Krankenwesen eine Einheit bilden.

Stig Blomberg (1901 - 1970) hat die Kunsthochschule in Stockholm besucht und hielt sich zu weiteren Studien einige Jahre in Frankreich auf. Nach seiner Rückkehr war er zehn Jahre lang Lehrer auf der Konsthögskolan. Auch wenn Stig Blomberg vor allem für seine Skulpturen von Kindern und Jugendlichen bekannt wurde, so schuf er dennoch mehrere Skulpturen mit klassischen Figuren. Stig Blomberg gehört mit zu den bedeutendsten klassischen Bildhauern Schwedens, wobei er sich jedoch, wie bei Apollon och Asklepios, nicht immer an die klassischen Vorbilder hielt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 16. Oktober 2009

Woodelf, die Waldelfe, von Carin Ellberg am Chapmans torg in Göteborg


Wer den Chapman torg betritt kann die Laterne mitten auf dem Platz kaum übersehen und fragt sich im ersten Moment was dieses Gebilde wohl soll, das, auf den ersten Blick, wie ein großer Kaugummi wirkt. Um diese Skulptur zu entdecken, darf man daher nicht einfach vorbeigehen, sondern sollte eine Runde um sie drehen und sie etwas genauer betrachten.

So langsam nimmt denn die Woodelf oder Waldelfe wie Carin Ellberg ihre Betonskulptur genannt hat Form an und bald erscheint euch ein Kopf, der in Richtung Carl Johansgatan blickt. Die Skulptur ist drei Meter hoch und wurde von der Künstlerin in Stockholm hergestellt, bevor sie im Jahre 2005 fachgemäß auf dem Chapman torg aufgestellt wurde.

Die Waldelfe wurde aus mit grünen Pigmenten versetztem Beton geschaffen, der in eine verstärkte Gipsform gegossen wurde. Auch der Beton wurde mit rostfreiem Stahl verstärkt und mit Röhren versehen, die es erlauben, die Skulptur auch zu beleuchten. Die elfenhafte Erscheinung wird durch die grüne Farbe daher erst bei künstlicher Beleuchtung auftauchen und der Beton wird dadurch zu einem Baum, in dem die Woodelf wohnt.

Carin Ellbergs Woodelf wurde vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert, wobei die Stockholmer Künstlerin sich bei ihren Werken in der Regel von Kindern und Sagenbüchern beeinflussen lässt. Schon als Kind war sie von dieser seltsamen Welt des Waldes mit Elfen, Trollen und anderen Sagenfiguren tief beeindruckt, was sie nun in ihren Kunstwerken zum Ausdruck bringt. Carin Ellberg hat ihre Ausbildung an der Kunsthochschule in Stockholm erworben.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. September 2009

Ljusbåge, ein Lichtbogen, von Erik Åkerlund im Botanischen Garten in Göteborg


Wer die Stufen gegenüber dem Eingang zum Gewächshaus des Botanischen Gartens (Botaniska Trädgården) hinauf schreitet sieht von unten einen Steinblock mit einer Öffnung, die fast den Eindruck gibt, man müsste dort durchklettern um seinen Weg fortsetzen zu können.

Wenn man diesem Gebilde näher kommt, so entdeckt man einen Weg, der links an diesem Block vorbeiführt, der natürlich kein natürliches Gebilde ist sondern eine Granitskulptur, die Erik Åkerlund, der Künstler, Ljusbåge (Lichtbogen) genannt hat. Und die Öffnung im Stein ist daher nichts anderes als die Trennung von zwei Polen, die eine (elektrische) Entladung, die Schaffung eines Lichtbogens möglich machen.

Eine symbolische elektrische Entladung auf dieser Anhöhe lässt natürliche mehrere Deutungen zu, denn eine Entladung kann wie ein Blitzableiter reagieren und dadurch den Botanischen Garten vor Brand schützen, aber die Entladung kann der Erde auch Wärme zuführen, die den Pflanzen aus südlicheren Ländern das Leben ermöglicht. Aber ein Lichtbogen spendet auch Licht, das den Pflanzen den dunklen Winter erleuchtet und schließlich sind Lichtbogenlampen die ältesten elektrischen Lichtquellen und drücken dadurch auch, im übertragenen Sinne, die Entstehungsgeschichte aus.

Den 1,5 Meter hohen Lichtbogen im Botanischen Garten schuf Erik Åkerlund, der von 1969 bis 1977 Kunst im Konstfack und anschließend in der Konsthögskolan in Stockholm studierte und vor allem als Steinskulpteur tätig ist. Für einige seiner Kunstwerke benutzt er jedoch auch Bronze oder Holz. Åkerlund bildet in den letzten Jahren auch Bildhauer aus und ist sehr aktiv in der Konstnärernas Kollektivverkstad-Bohuslän.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 21. September 2009

Trapplejon von Axel Wetterlund an der Universität in Göteborg


Rechts und links der Treppen zum ältesten Universitätsgebäude Göteborgs an der Vasagatan blicken zwei gigantische Bronzelöwen nach rechts und links. Bereits in geschichtlicher Zeit wurden die Könige der Tiere als Statuen wiedergegeben und drückten Weisheit und Stärke aus, weshalb sie auch in den zahlreichsten Wappen ihren Platz fanden, so auch als Bewacher dieses Gebäudes.

Die Trapplejon, die Löwen an der Treppe der Göteborger Universität haben eine vielfache Bedeutung, denn zum einen zeigt das Göteborger Stadtwappen einen Löwen, zum anderen repräsentiert er ein akademisches Privileg der Vergangenheit der Stadt, denn die Studenten und Professoren der Universität waren jene, die frei denken, groß denken und richtig denken durften und sollten, nicht zuletzt deshalb, weil die erste Fakultät Göteborgs die Fakultät der Philosophie war, eine der bedeutendsten Seiner Zeit.

Der Skulpteur der beiden Löwen, Axel Wetterlund, ist in Västergötland geboren, machte jedoch seine Ausbildung in der Slöjdskolan in Stockholm und vertiefte seine Kenntnisse durch mehrere Reisen in das südliche Europa. Axel Wetterlund arbeitete vor allem an der Ausschmückung von Gebäuden. Seine meist bekannten Skulpturen kann man am königlichen Schloss in Stockholm sehen. Dass er die Löwen an der Göteborger Universität herstellte zeigt, wie bedeutend das Gebäude zu jener Zeit der Stadt und den Bauherren war.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 7. September 2009

Per Henrik Ling von Hans Michelsen im Slottsskogsvallen in Göteborg


An den Sportanlagen am Slottsskogsvallen in Göteborg findet man eine Büste mit dem Text Mens sana in corpore sano, ein Leitspruch Göteborgs und dem Slogan der Göteborger Fussballmannschaft Örgryte IS. Die Büste über dem Text zeigt Per Henrik Ling , den legendären Gymnastikpädagogen Schwedens, der im ganzen Land immer wieder in Zusammenhang mit Sport auftaucht.

Per Henrik Ling war jedoch auch für seine Gedichte und historischen Schauspiele bekannt, was im Museum, das im Pfarrhaus, wo er seine Jugend verbrachte, eingehend betrachtet werden kann. Die Medaillen bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm zeigten auf der Rückseite ebenfalls seine Büste.

Die Bronzebüste von Per Henrik Ling im Slottsskogsvallen wurde vom norwegischen Künstler Hans Michelsen im 19. Jahrhunderts geschaffen. Michelsen studierte ab 1815 Kunst in Stockholm und war Schüler von Erik Gustav Göthe. 1820 zog er nach Rom um seine Ausbildung beim dänischen Skulpteur Bertel Thorvaldsen fortzusetzen. Da die Büste von Per Henrik Ling deutliche Einflüsse von Thorvaldsen zeigt und Hans Michelsen erst ab 1828 wieder in Schweden arbeitete ist anzunehmen, dass die Büste im Slottsskogsvallen nach 1830, jedoch vor 1840 geschaffen wurde.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. September 2009

August Kobb von Christian Eriksson im Schlosswald von Göteborg


Am großen Teich vom Schlosswald (Slottsskogen) in Göteborg findet man eine in Granit gemeiselte Büste von August Kobb, der dem Schlosswald sein Aussehen gab und dem auch einer der Teiche und einer der Wege gewidmet sind. Für viele gilt August Kobb sogar als Gründer des Schlosswaldes.

August Kobb gehörte zu den bedeutendsten Geschäftsleuten Göteborgs, der während seiner Handelsreisen nach London die englischen Parkanlagen entdeckte und in Göteborg eine Anlage nach englischem Muster schaffen wollte. Wenn August Kobb also auch nicht allein den Slottskogen schaffen konnte, so hat er ihm doch in großen Linien sein heutiges Aussehen gegeben.

Die Granitbüste im Schlosswald wurde 1905 vom schwedischen Künstler und Bildhauer Christian Eriksson geschaffen, dessen öffentliche Werke vor allem in Stockholm zu finden sind. Christian Eriksson war ursprünglich Möbelarchitekt bevor er sich in Hamburg und anschließend in Paris der Skulptur widmete. Seine ersten Werke waren daher stark von der französischen klassischen Schule inspiriert. Eriksson war, als Kunsthandwerker einer der Pioniere für Jugendstil in Schweden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 29. August 2009

Vingarna, die Flügel, von Carl Milles am Kunstmuseum in Göteborg


Vor dem Kunstmuseum am Götaplatsen in Göteborg befindet sich auf ansehnlicher Höhe eine weitere Skulptur von Carl Milles, die 1916 selbst in der Verfilmung des Romans Mikaël von Herman Bang eine Rolle spielte.

Bereits 1908 schuf Carl Milles eine kleinere Skulpur, die er Vingarna oder Gosse med örn (Junge mit Adler) nannte und die ihm 1910 als Modell für die 270 cm hohe Monumentalskulptur vor dem Kunstmuseum diente. Die Skulptur zeigt einen Jugendlichen, der sich an einen Adler mit bereits ausgebreiteten Wingen hält um sich mit ihm in die Lüfte zu heben.

Bei der Skulptur Vingarna oder die Flügel ließ sich Milles von der griechischen Mythologie beeinflussen, wo nach einer Version Ganymed von einem Adler auf die Höhen des Olymp entführt wird. Die Skulptur wurde Göteborg im Jahre 1916 von Karolina Wijkander geschenkt und am Bastionsplatsen aufgestellt. Erst in den 40er Jahren kamen die Vingarna schließlich an ihren heutigen Platz vor dem Kunstmuseum.

Ein Abguss der gleichen Skulptur befindet sich auch im Millesgården in Stockholm. Carl Milles ließ auch eine kleinere Ausgabe des Jungen mit dem Adler in 60 cm Höhe in Bronze gießen, die heute in mehreren Museen der Welt ausgestellt werden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 22. August 2009

Danserkorna, die Tänzerinnen, von Carl Milles am Kunstmuseum in Göteborg


Auf dem Platz vor dem Kunstmuseum in Göteborg befindet sich eine Skulptur, die Carls Milles bereits im Jahre 1915 in Stockholm schuf und typisch für sein Schaffen Anfang des 20. Jahrhunderts war. Es handelt sich um die Danserskorna, die Tänzerinnen. Wie sehr viele andere Skulpturen befinden sich auch die Tänzerinnen nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz, sondern wurden erst im Jahre 1952 vor dem Kunstmuseum aufgestellt.

Danserskorna, die Tänzerinnen, wurden von A. Fagerström erworben, einer Privatperson, die die Skulpur im Jahre 1923, anlässlich einer großen Jubiläumsausstellung Göteborger, dem Kunstmuseums schenkte. Kopien der Tänzerinnen und Variationen der beiden Gestalten befinden an mehreren Orten Schwedens und auch in den USA.

Carl Milles, der zu Beginn vor allem an Porträts und Tiergruppen arbeitete, begann sich ab 1913 für Tanz und Bewegung zu interessieren. Bereits bevor er seine ersten Tänzerinnen schuf besuchte er zahlreiche Vorstellung in Paris und Stockholm um die Bewegungen zu studieren. Er war besonders an den Momenten interessiert, wenn Tänzerinnen den Bodenkontakt verlieren und einen schwebenden Zustand einnehmen. Diesen Moment versuchte Milles auch bei den Tänzerinnen vor dem Kunstmuseum einzufangen.

Carl Milles arbeitete nur wenige Jahre an weiblichen Skulpturen und wurde mehr durch seine später entstandenen Monumentalskulpturen und vor allem seine Brunnen bekannt, die er zum Teil unter seiner Faszination zum Nationalsozialismus in Deutschland schuf.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 17. August 2009

Gustav III. von Johan Tobias Sergel in Göteborg


Versteckt zwischen Büschen, Brennesseln und Bäumen des Näckrosdammen in Göteborg findet jener, der sucht, eine Büste des schwedischen Königs Gustav III. Die Bronzebüste des Königs auf schwarzen Marmorsockel erinnert an einen König, der sehr viel für Kunst und Wissenschaft leistete und im Jahre 1923 vor dem Kunstmuseum aufgestellt wurde. 1926 wurde die Büste dann jedoch zu seinem heutigen Standort transportiert.

Die Büste von König Gustav III. wurde vom schwedischen Bildhauer Johan Tobias Sergel erstellt und Göteborg vom amerikanischen Volk geschenkt, da er der erste war, der nach dem Unabhängigkeitskrieg Beziehungen mit Amerika aufnahm. Auf dem Sockel der Büste kann man folgendes lesen: ”To the first monarch to extend the hand of friendship to the United States of America. At the close of the war of independence”.

Gustav III. war von 1771 bis 1792 schwedischer König und gilt als der begabteste und intelligenteste König Schwedens, jedoch auch der meist umstrittene in der Geschichte. Gustav III. Wurde am 16 März 1792 während eines Maskenballes in der Stockholmer Oper ermordet.

Johan Tobias Sergel, der die Bronzebüste geschaffen hat war Bildhauer, Maler, Skulpteur und Zeichner mit deutschem Ursprung. Der Sergels Torg in Stockholm wurde nach ihm benannt. Gustav III. Ernannte den Künstler 1780 zum Königlichen Bildhauer und Professor an der Kunstakademie.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin