Mittwoch, 7. April 2010

Die Arche Noah (Noaks Ark) an der Barytongatan in Kaverös, Göteborg


An der Barytongatan 4 in Kaverös, das zum Göteborger Stadtteil Högsbo gehört, findet man am Eingang des Gebäudes eine Skulptur, die das biblische Motiv der Arche Noah (Noaks Ark) aufgreift. Die eine Seite des Eingangs zeigt die Längsseite des Schiffes, während zur anderen Seite des Eingangs das Boot in die Ferne zieht. Leider wird dieses Kunstwerk kaum unterhalten und zeigt bereits die ersten Schäden.

Die mehrere Meter breite Skulptur Noaks Ark, die mit allen ihren Details in starkes Blech geschlagen wurde und die den Längsschnitt des Schiffes zeigt, ist mit den unterschiedlichsten Tieren bevölkert. Etwa zwanzig Tiere und einige Pflanzen hat der Künstler der Arche Noah symbolisch mit auf die Reise gegeben, was man auch so sehen kann, dass das Gebäude selbst als Arche gesehen werden kann in der die Bewohner der verschiedensten Kulturen eine neue Gemeinschaft darstellen, die gemeinsam in ihre Zukunft fahren.

Rolf Denman wurde 1923 in Munkedal geboren und studierte erst an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk (damals Slöjdforeningens Skola) und dann an der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Heute findet man von Rolf Denman etwa 50 verschiedene öffentliche Werke in Schweden. In Göteborg zeichnet Rolf Denman für mehrere öffentliche Werke, die er vor allem im Auftrag privater Bauunternehmer erstellte. Mit zu seinen bekanntesten Skulpturen in Göteborg gehören Dimman und Statisk Flykt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. April 2010

Fågelberget, der Vogelberg, von Bertil Malmstedt in Julianas Gård in Högsbohöjd, Göteborg


An der Breitseite des Hauses mit der Nummer 1 in Julianas Gård im Göteborger Stadtteil Högsbo entdeckt man eine Ziegel-Zement-Skulptur, die der Künstler Fågelberget, also Vogelberg, nannte. Nahezu die ganze Front des Gebäudes ist mit symbolischen Vogelnestern übersät aus denen jeweils ein Vogel hervorsieht.

Der Vogelberget muss als Ganzes gesehen werden, da es sich zum einen um eine Ziegelskulptur handelt, die der Hauswand eine Struktur verleiht, die einen Berg symbolisiert. In diesem Berg findet man neun Höhlen aus denen die Zementvögel hervorkommen, die mehrere unterschiedliche Positionen einnehmen. Da sich die Skulptur in einem Durchgang und in gewisser Höhe befindet, kann es leicht geschehen, dass man an ihr vorbeigeht ohne sie zu entdecken.

Bertil Malmstedt wurde 1926 in Ökna geboren und studierte an der Slöjdföreningens Skola (heute HDK) und der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Er ist vor allem für seine abstrakten Gemälde in verschiedenen Graustufen bekannt. Bertil Malmstedt ist Mitglied der Gruppe 54, die heute noch in Form einer Galerie weiterlebt und von Schülern der Kunsthochschule Valand gegründet wurde. Die Mitglieder der Gruppe malten alle abstrakt und surrealistisch, was man, in Form einer Skulptur, auch bei Bertil Malmstedts Vogelberg, dem Fågelberget, feststellen kann.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 5. April 2010

Älg, Elch, von Ragnhild Alexandersson in Annas Gård in Högsbohöjd, Göteborg


Wer den Älg, also den Elch in Annas Gård im Stadtteil Högsbo von Göteborg betrachtet, der unter den Bäumen der Grünanlage ruht, wird unmittelbar an ein anderes Werk in Göteborg denken, an Långa benet före, das die gleiche Künstlerin wenige Jahr nach ihrem Älg, der im Auftrag der Baugesellschaft AB Poseidon 1996 nach Högsbo kam, in Kyrkbyn realisierte.

Der über 2 Meter hohe Elch aus Bronze in Annas Gård verfügt nur über die notwendigsten Elemente, die einen Elch charakterisieren. Wie alle Werke der Künstlerin stimmen dennoch die Proportionen nicht, sondern lassen einen eigennwilligen Elch aus einem Märchenland auftauchen, der majestätisch seinen Blick über die spielenden Kinder wirft, mehr als sei er ein Wächter als ein Waldtier aus dem hohen Norden.

Ragnhild Alexandersson wurde 1947 in Stockholm geboren und hat dort am Konstfack und der Konsthögskolan Kunst studiert. Die öffentlichen Werke der schwedischen Künstlerin findet man heute in ganz Schweden, aber auch im Modernen Museum in Stockholm. Ragnhild Alexandersson hat ihre eigene Formsprache in ihren Skulpturen entwickelt, die sehr deutlich zu erkennen sind. In Annas Gård realisierte die Künstlerin jedoch nicht nur ihren Elch, sondern 14 weitere kleinere Skulpturen, die sich jeweils an den Eingängen zu den einzelnen Häusern befinden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. April 2010

Tegelrelief, Ziegelrelief, von Olle Zetterqvist in Kaverös, Göteborg


Als in den 60er Jahren die Wohnbauten an der Tunnlandsgatan in Kaverös, Stadtteil Högsbo in Göteborg, erbaut wurden, sollten zahlreiche Gebäude eine künstlerische Ausschmücken an der Eingangsfront erhalten. So erhielt der Wahl-Göteborger Künstler Olle Zetterqvist den Auftrag an der Tunnlandsgatant 7 ein Kunstwerk zu realisieren, das sowahl an die Umgebung als auch das Gebäude angepasst sei.

Der Künstler wählte hier die abstrakte Abbildung eines vogelartigen Gebildes, das im Gegenlicht vor der Sonne vorbeifliegt. Als Arbeitsmaterial benutzte er ausschließlich unterschiedlich gefärbte Ziegel, die er dann zu einem Tegelrelief, einem Ziegelrelief, zusammensetzte. Sowohl Arbeitsmaterial als auch Motiv passen sich hier vollkommen der Architektur des Gebäudes an und vereinen daher Baukunst und Architektur auf gekonnte Weise.

Der in Göteborg lebende und im Värmland geborene Künstler Olle Zetterqvist (86) hat relativ wenige öffentliche Werke erstellt, sondern widmete sich mehr der Grafik und der Malerei. Wie sein Bruder Jörgen Zetterqvist, studierte auch Olle an der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Über Olle Zetterqvist, der mittlerweile aus Altersgründung kaum noch aktiv ist, ist sehr wenig bekannt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 3. April 2010

Ur Väggen von Yvonne T. Larsson im Göteborger Stadtteil Högsbo


Auf dem Axel Dahlströms Torg in Högsbo, nur wenige Meter von den Marmorintarsien entfernt, steht eine Aluminium-Stahl-Skulptur, die fünf Meter in die Höhe reicht und ebenso abstrakt ist wie das Kunstwerk von Endre Nemes. Die Künstlerin nannte das Werk Ur Väggen, aus der Mauer, was jedoch nicht bedeutet, dass die Kunst aus einer Mauer wächst.

Das Werk der schwedischen Künstlerin, das im Jahre 2009 vom Göteborger Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert wurde, muss in Beziehung zu den Marmorintarsien gesehen werden, denn Ur Väggen bedeutet, dass Yvonne T. Larsson sich davon inspirieren ließ, von der Mauer, und ein Element des bekannten Werkes neu interpretierte und mit anderem Material darstellen wollte, was sich auch am Kontrast der Farben der Materialien, die sie benutzte, ausdrückt. Um dem Werk näher zu kommen müssen daher, von der Mitte des Platzes aus, beide Werke gleichzeitig betrachtet werden.

Über Yvonne T. Larsson, die auf Tjörn lebt und arbeitet, weiß man relativ wenig. Ursprünglich wurde sie für ihre Gemälde bekannt. Heute arbeitet Yvonne T. Larsson häufig mit Gips und komponiert ihre Werke mit Material, das sie in der Natur findet, organische Skulpturen. Ihre Themen holt sie ebenfalls häufig aus der Natur, wobei zahlreiche Werke Yvonne T. Larssons helle Figuren auf dunklen Platten darstellen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 2. April 2010

Kummel, Seezeichen, von Kent Karlsson am Frederikas Gård in Göteborg


Am Rande von Frederikas Gård im Stadtteil Högsbohöjd (Högsbo) in Göteborg findet man eine Skulptur, die fünf aufeinander liegenden Granitreifen gleicht, wobei sich roter und schwarzer Granit abwechseln. Der Göteborger Künstler nannte das Werk Kummel, also Seezeichen.

Ein Kummel ist im Grunde ein Steinhaufen, der aus weiß bemalten Steinen besteht und an einer Bucht steht, die den Schiffen signalisiert, dass hier die Wassertiefe ausreichend ist um anzulegen. Die Kummel gehören zu den ältesten Seezeichen Skandinaviens und existierten schon lange bevor den Wikingern. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden zwar alte Kummel noch aufrecht erhalten, jedoch keinerlei neue errichtet und haben ihre Bedeutung mehr und mehr verloren. Die Besonderheit des Kummels am Frederikas Gård ist die Tatsache, dass eine Granitgeige auf dem Seezeichen liegt, die bei jedem Regen unter Wasser leigt.

Der Göteborger Künstler Kent Karlsson hat mit seinem Seezeichen Kummel eines seiner typischen Werke der 90er Jahre geschaffen, bei denen er Lebensweisen, Geschichte und Erinnerung oft verknüpft, um den Betrachtern seiner Werke einen Denkanstoß zu geben. Wenn man seine Werke Tempel für Zweifel und Hoffnung und Dunkelheit, der Morgen kommt in Göteborg betrachtet, so kann man seine Entwicklung deutlich verfolgen.

Kent Karlsson wurde 1945 in Göteborg geboren und studierte an der Konstindustriskolan und der Kunsthochschule Valand in Göteborg, sowie ein weiteres Jahr an der Kungliga Konsthögskolan in Stockholm. Von 1991 bis 1997 war er Lehrer für Malerei bei Valand, wobei er ein Jahr davon eine Gastprofessur in Japan einnahm. Kent Karlsson begann seine künstlerische Laufbahn als Maler, wobei er sich später dann vor allem der Monumentalskulptur zuwandte, die ihm zahlreiche öffentliche Aufträge einbrachte. Seine Werke findet man heute in mehreren schwedischen Museen Justifierund an zahlreichen öffentlichen Plätzen Schwedens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. April 2010

Friskulptur von Per Thorlin am Gathenhielmska Kulturreservat in Göteborg


Wenn man von der Bangatan über eine Parkanlage zum Gathenhielmska Kulturreservat in Göteborg geht, so findet man am Pfeiler, der den Eingang zum Park markiert eine Freiskulptur (Friskulptur), die eine Gruppe von Bronzefiguren darstellt, die den Pfeiler symbolisch erklettern wollen.

Die Skulpturengruppe Kletterer aus dem Jahre 1967 besteht aus insgesamt zwölf Figuren, die durch eine koordinierte Zusammenarbeit den Ziegelpfeiler erklettern. Jede einzelne Figur der Gruppe ist ein Kunstwerk an sich, wobei die Gruppe als Ganzes symbolisch zeigen will, dass nur eine gemeinsame Anstrengung und eine gemeinsame Arbeit auch vorwärts, in diesem Fall nach oben, führt.

Per Thorlin wurde 1923 in Oslo geboren und studierte zwischen 1945 und 1952 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Der Künstler ließ sich anschließend in Göteborg nieder Auch wenn Per Thorlin vor allem für seine abstrakten Gemälde des Bohuslän bekannt wurde, so schuf er dennoch sehr beeindruckende öffentliche Kunstwerke in verschiedenen Materialien. In Göteborg findet man von Thorlin, unter anderen Werken, auch die Vindarna (Winde) im Pilegården.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin