Mittwoch, 14. April 2010

Babianen och Kråkan von Sture Collin im Stadtteil Guldheden in Göteborg


Am Doktor Fries Torg in Guldheden, einem Stadtteil Göteborgs, findet man eine Skulptur, die der Künstler Babianen och Kråkan, der Pavian und und die Krähe, genannt hat. Auf einem gewöhnlichen Fels sitzt ein Pavian, hinter dem eine bearbeitete Granitstange in die Höhe ragt auf der eine Krähe sitzt.

Seit 1998, als das Werk hier aufgestellt wurde, zieht es zahlreiche Kinder an, die vor allem den Pavian (Babianen) als Spielkameraden aussuchen. Gesamt gesehen sieht man jedoch zwischen dem Kunstwerk und seiner Umgebung keinerlei Zusammenhang, es sei denn, der Pavian soll der Beginn eines Zoos aus Bronze in Göteborg sein. Wenn man das Werk, das zweifellos eine künstlerische Skulptur ist, betrachtet, so fragt man sich jedoch unmittelbar was das Werk bedeuten soll oder ob die Baugesellschaft, die es finanziert hat, einfach Kunst um jeden Preis hier aufstellen wollte, denn es gibt hunderte von Stellen in Schweden, wo das Werk auch eine Bedeutung hätte. Und ein Künstler kann auch ein Werk schaffen, das eine Verbindung zu diesem relativ bedeutenden Platz hat.

Sture Collin wurde 1939 geboren und studierte an der Konsthögskolan in Stockholm. Der schwedische Bronze- und Betonkünstler wurde vor allem für seine öffentlichen Auftrage in verschiedenen Städten Schwedens bekannt. Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Künstlern des Landes hat sich Sture Collin wirklich auf die Schaffung von Skulpturen in unterschiedlichstem Material spezialisiert.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. April 2010

Apollon och Asklepios von Stig Blomberg am Sahlgrenska in Göteborg


Hoch oben an der Wand des Hauptgebäudes des Universitätskrankenhauses Sahlgrenska in Göteborg sieht man von weitem eine zwölf Meter hohe Skulptur, die den Namen „Apollon och Asklepios“ trägt und die beiden griechischen Gottheiten Apollon und Asklepios darstellt.

Als das Werk im Jahre 1959 zur Eröffnung des Zentralkomplexes des Universitätskrankenhauses eingeweiht wurde, handelte es sich dabei um die höchste Skulptur Göteborgs. In Göteborg selbst ist das Werk allgemein als „Plåt-Niklas“ bekannt, nach Göteborger Humor in Erinnerung an den Gründer des Sahlgrenska.

Die Skulptur Apollon och Asklepios zeigt den Gott der Heilkunst, der gewöhnlich als alter Mann mit Bart dargestellt wird, als Jungen, der jedoch bereits seinen bekannten Stab in der Hand hält. Neben ihm steht sein Vater Apollon, der Gott der Wissenschaften mit seinem Bogen und seinem Schild. Unterhalb der beiden Götter sieht man ein Dreieck, das bedeutet, dass Krankenpflege, Forschung und Ausbildung im Krankenwesen eine Einheit bilden.

Stig Blomberg (1901 - 1970) hat die Kunsthochschule in Stockholm besucht und hielt sich zu weiteren Studien einige Jahre in Frankreich auf. Nach seiner Rückkehr war er zehn Jahre lang Lehrer auf der Konsthögskolan. Auch wenn Stig Blomberg vor allem für seine Skulpturen von Kindern und Jugendlichen bekannt wurde, so schuf er dennoch mehrere Skulpturen mit klassischen Figuren. Stig Blomberg gehört mit zu den bedeutendsten klassischen Bildhauern Schwedens, wobei er sich jedoch, wie bei Apollon och Asklepios, nicht immer an die klassischen Vorbilder hielt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 12. April 2010

Mötesplats, Treffpunkt, von Ernst Billgren am Sahlgrenska in Göteborg


Den Mötesplats, oder Treffpunkt, an der Notaufnahme des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses kann man im Grunde nicht definieren, denn es ist eine Mischung aus Objekten, die sich hier ebenso treffen wie Menschen, die manchmal zwischen Leben und Tod stehen. Der Begriff Treffpunkt kann nun einmal von jeder Warte aus betrachtet werden.

Mötesplats besteht aus Tieren, Urnen und anderen Elementen, die die verschiedenste Kunstrichtungen beinhalten, denn Mötesplatz ist ein Brunnen und der Künstler benutzt Bronze, Granit, Marmor, Mosaiksteine und selbst Ziegel für sein Werk. Mötesplats kann also auch ein Treffpunkt der künstlerischen Techniken sein.

Das von Ernst Billgren im Jahre 1996 geschaffene Werk war jedoch für die Betrachter nicht nur eine Art Fragezeichen, sondern führte auch zur Diskussion, wie haltbar ein öffentliches Werk, das im Freien steht, eigentlich sein soll, denn bereits nach zwölf Jahren waren die natürlichen Schäden so bedeutend, dass Göteborg 200.000 Kronen für die Restauration ausgeben musste, nahezu die Hälfte von dem, was das Werk insgesamt kostete.

Ernst Billgren, geboren 1957, gehört zu den bekanntesten Künstlern Schwedens. Seine Relation zu Göteborg ist der Besuch der Kunsthochschule Valand, die er fünf Jahre lang besuchte. Ernst Billgren ist in Kunstkreisen vor allem für zwei Eigenschaften bekannt. Zum einen wagt er sich an jedes Material. Er bemalt Möbel und Autos, stellt Glasskulpturen her, aber arbeitet auch mit Bronze, Granit und Zement. Bei seinen Installationen greift er zur Videokamera und benutzt jede Technik, die ihm in den Sinn kommt. Die zweite Eigenschaft ist jene, dass an ihm jede Kritik abprallt, und wenn er zur Aussage greift, dass er eben nur versucfht Kunst zu schaffen, aber nicht perfekt ist.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Foto: Irene Kårlin

Sonntag, 11. April 2010

Frühere Transportmittel der Post an der alten Hauptpost in Göteborg


An den Treppen zum alten Centralposthuset (Hauptpostamt) in Göteborg wurden bereits beim Bau sechs Granitskulpturen angebracht, die die früheren Transportmittel der Post dokumentieren sollten und damit ein Symbol des ganzen Gebäudes darstellen. Jede der Skulpturen zeigt eines der früheren Transportmittel.

Am linken Treppenaufgang findet man die Abbildung einer Postkutsche, eines Segelschiffes und eines Motorrads, die nicht nur die Transportmittel beschreiben, sondern auch die internationale Tätigkeit der Post. Die Post an den rechten Treppen wird mit Schlitten, zu Fuß und per Pferd ausgetragen, was wiederum die Postverteilung in Schweden im Laufe eines Jahres, zur Zeit als das Gebäude errichtet wurde, darstellt.

Da Bildhauerkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts häufig von Handwerkern ausgeführt wurde, die auf Auftrag des Architekten arbeiteten, ist der Name des Künstlers leider nicht bekannt. Nach dem Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes in ein Luxushotel werden die Symbole an den Treppen nur noch an die vergangene Zeit erinnern, falls die Werke nicht von Sonnenschirmen und Reklametafeln verstellt werden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 10. April 2010

Glasmosaik von Rolf Denman in Kaverös, Göteborg


Am Eingang an der Tunnlandgatan 9 in Kaverös, einem Teil des Göteborger Stadtteils Högsbo, findet man ein in Zement eingelassenes Glasmosaik, das von mehrfarbigen Leuchtröhren von hinten beleuchtet wird. Das Kunstwerk ist vollkommen abstrakt gehalten, strahlt jedoch in seiner Gesamtheit eine vollkommene Harmonie aus, die man sonst vor allem bei Kirchenkunst findet.

Die acht Teile des Gesamtwerkes gehen fast nahtlos ineinander über. Selbst wenn man die Bedeutung des Werke kaum erahnen kann, so strahlt es jedoch, vor allem nachts, ein Gefühl der Ruhe und der Sicherheit aus und wird damit zu einem Symbol für die Bewohner, die hier in einer Art Wohngemeinschaft zusammenleben. Das Glasmosaik bettet sich gleichzeitig in die architektonische Struktur des Gebäudes ein, das Mitte der 60er Jahre entstanden ist.

Der im Jahre 1923 geborene Rolf Denman hat mit seinem Glasmosaik in Kaverös ein Werk geschaffen, das zeigt, dass der Künstler sehr unterschiedliche Wege in der Kunst beschreiten kann. Rolf Denman, der in Göteborg die Hochschule für Kunst und Design, sowie die Kunsthochschule Valand besuchte, hat in Göteborg alle seine Werke der architektonischen Umgebung angepasst, was ihm auch mehrere künstlerische Aufträge von Seiten der Göteborger Bauunternehmen einbrachte.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 9. April 2010

Ödlan, die Eidechse, in der Trädgårdsföreningen in Göteborg


Noch hinter den Rosenanlagen der Trädgårdsföreningen (Gartenverein) in Göteborg findet man auf eine kleinen Anhöhe eine der ältesten Skulpturen der Gartenanlage. Der große Ödlan, die Eidechse, aus Granit liegt hier von Frühling bis Herbst eingebettet in einer grün-dominanten Fläche und wird nur von wenigen Besuchern entdeckt.

Der Ödlan in übernatürlicher Größe scheint den Besucher mit seinen großen Augen eingehend zu betrachten und liegt auf der Wacht. Die Details, inklusive der Schuppen, sind kunstvoll in den Stein gehauen. Die Skulptur zeigt alle Eigenschaften der klassischen Bildhauerei und stammt vermutlich aus den 30er Jahren, als die Anlage mehrere Kunstwerke erhielt.

Große Eidechsen gehören eigentlich nicht zu den üblichen Bewohnern Schwedens, aber wie auch verschiedene Blumensorten, die ursprünglich nicht in Schweden beheimatet sind für die Vielfalt der Trädgårdsföreningen stehen, so wäre auch ein lebender Ödla im Grunde ein Tier, das sich mitten in der Anlage sehr wohl fühlen würde.

Da der Künstler des Werke keinerlei Signatur auf seiner Eidechse hinterlassen hat, kann man nicht feststellen wer das Kunstwerk geschaffen hat.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Foto: Irene Kårlin

Donnerstag, 8. April 2010

Jonas i valfiskens buk an der Tunnlandsgatan in Kaverös, Göteborg


Ein Kunstwerk, das in Zusammenhang mit der Arche Noah an der Barytongatan gesehen werden muss ist Jonas i valfiskens bu, also Jona im Magen des Wales. Beide Skulpturen bauen auf biblische Motive auf, haben die gleiche Größe und wurden in der gleichen Technik vom gleichen Künstler hergestellt.

Während jedoch die Geschichte von Noah in fast nüchterner Form erzählt wird, greift der Künstler bei Jona und dem Wal zu einer surrealistischen Darstellung der Szene. Der Magen des Wales wird fast wie eine Konservendose nach oben geöffnet und Jona, der dabei erscheint, ist nicht direkt im Magen sichtbar, sondern nur seine Beine reichen aus den Gedärmen hervor. Der Künstler Rolf Denman zeigt an diesen beiden Beispielen wie unterschiedlich biblische Legenden in der Kunst ausgedrückt werden können.

Der schwedische Künstler Rolf Denman (geboren 1923) hat seine künstlerische Ausbildung in Göteborg erworben, wo er sowohl die HDK als auch die Kunsthochschule Valand besuchte. Auch wenn man Rolf Denmans öffentliche Werke überall in Schweden finden kann, so kann man ihn jedoch mit Sicherheit am besten in Göteborg an Hand seiner Werke studieren, da man in der Stadt mehrere seiner Skulpturen finden kann.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin