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Mittwoch, 24. März 2010

Sommaren, der Sommer, von Eric Grate in Lundby, Göteborg


Die Skulptur Sommaren (der Sommer) oder Ung Man (junger Mann) wurde im Jahre 1947 vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond erworben und im Rahmen eines Programmes, das Architektur und Kunst in Göteborg verknüpfen sollte, an der Utmarksgatan in Lundby aufgestellt. Heute wirkt das Werk, das auf einer Wiese zwischen zwei Häusern eingebettet ist, völlig verloren und an der falschen Stelle.

Eric Grate, der für zahlreiche Skulpturen in Göteborg zeichnet, unter anderem für Snäckfågeln und die Bergslagsurnan, hat hier die Granitfigur eines jungen Mannes, der den Sommer darstellt, in klassischer Weise geschaffen und der Skulptur Kraft, Stärke und Jugend verliehen. Bereits im Jahre 2004 musste Sommaren repariert werden, da die Lage der Skulptur Vandalen und ausufernde Feste geradezu anzieht. 2009 wurde die Skulptur erneut beschädigt und der Sockel mit Geschmiere bemalt. Ohne Schutzmaßnahmen oder eine Umplatzierung ist das Werk vermutlich früher oder später einer völligen Zerstörung Preis gegeben.

Eric Grate (1896 - 1983) wurde in Stockholm geboren, wo er auch die Kunstakademie besuchte, bevor er dann mehrere Jahre lang in Frankreich lebte und arbeitete. Zehn Jahre lang war Eric Grate auch Lehrer an der Stockholmer Konstakademien. Erik Grates öffentliche Werke findet man in ganz Schweden, aber einige auch in Frankreich. Seine Skulpturen zogen mittlerweile in die größten Museen des Landes ein.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 27. November 2009

Lodjur (Luchs) von Arvid Knöppel in Liseberg, Göteborg

Mit zu den beeindruckendsten Skulpturen des Göteborger Vergnügungsparks Liseberg gehört mit Sicherheit der Luchs, Lodjur, das sich nahe dem Haupteingang befindet. Lodjur drückt die Arbeit eines Künstlers aus, der tagelang auf der Lauer liegt um jede Bewegung eines Luchses einzufangen und zu skizzieren bevor er sich an die Schaffung der Bronzeskulptur wagte.

Lodjur oder Luchs wurde von Arvid Köppel im Jahre 1964 in drei Exemplaren, die sich alle in Schweden befinden, ausgeführt. Er hat bei diesem Werk jede Bewegung des Luchses eingefangen, seine Anspannung, die gestreckten Muskeln und seine katzenartige Bewegung. Lodjur in Liseberg ist nicht sein erster und nicht sein letzter Luchs in Bronze gewesen, denn dieses Tier hat ihn sein Leben lang fasziniert und zu mehreren Skulpturen geführt, die die lodjur in unterschiedlicher Pose zeigen.

Der schwedische Künstler Arvid Knöppel (1892 - 1970) studierte Malerei und Skulptur in der Althins målarskola, der Technischen Hochschule, der Kunstakademie in Stockholm sowie seinen Aufenthalten in München und Rom bevor er sich im Wärmland niederließ. Er verbrachte für seine Tierstudien nicht nur unzählige Stunden im Wald, sondern legte auch selbst einen kleinen Zoo an und zog einen kleinen Luchs groß, den er Slobacken nannte. In seiner Umgebung befanden sich auch nicht weniger als 400 Nistkästen für Vögel. Kein Wunder also, dass Arvid Knöppel daher für seine einzigartigen Tierschöpfungen bekannt wurde.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 30. Oktober 2009

Ett segelfartyg sover i hamnen von Bianca Maria Barmen am Stigbergstorget in Göteborg


Am Stigbergstorget in Göteborg, direkt gegenüber dem Seefahrtsmuseum, steht eine dreiteilige Skulptur, an der viele vorüber gehen ohne dass sie einen Blick auf das Kunstwerk werfen, da man den Blick nach unten richten muss, da der höchste Punkt der Skulptur Ett segelfartyg sover i hamnen (Ein Großsegler schläft im Hafen) gerade einmal 50 cm in die Höhe ragt.

Die Bronzeskulptur von Bianca Maria Barmen besteht aus einem Schiffshund, einem Schiffsjungen und einem rauchenden Vulkan. Die Interpretation der im Jahre 2003 enthüllten Bronzegruppe ist vielschichtig, denn die vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanzierte Skulptur kann an die Träume der nahen Frau des Seemanns anknüpfen, aber auch an die Fahrten der Ostindischen Kompanie mit der Götheborg erinnern oder die lange Geschichte der Seefahrt in Götheborg spiegeln. Aber jede der Deutungen hat einen engen Zusammenhang mit der Hafenstadt Göteborg.

Bianca Maria Barmen wurde 1960 geboren und studierte, bevor sie sich der Kunst widmete, Architektur in Lund, besuchte jedoch anschließend die Kunstakademie in Kopenhagen und die Hovedskous målarskola (heute Göteborger Kunstschule). Ett segelfartyg i hamnen ist eines ihrer typischen Werke, die man überall in Schweden finden kann und die oft eine Art Stillleben sind, das Ruhe und Nachdenklichkeit ausdrückt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 10. Oktober 2009

Krokusflickan von Tore Strindberg im Kungsparken in Göteborg


Auch wenn das meist bekannte Werk Tore Strindberg in Göteborg der Järntorgbrunnen ist, so ist eine andere seiner Skulpturen, die sich im Kungsparken befindet, nicht weniger bedeutend. Das Krokusflicken hält in ihrer linken Hand einen welkenden Krokus, den sie nachdenklich und etwas wehmütig betrachtet.

Das Mädchen mit dem Krokus drückt einen der bedeutendsten Gedanken Strindbergs aus, die Vergänglichkeit eines glücklichen Momentes, was auch das Gedicht Tore Strindbergs ausdrückt, das er für jenes Mädchen in Bronze 1925 geschrieben hat, im gleichen Jahr als drei dieser Skulpturen in Schweden aufgestellt wurden. Er vergleicht dabei einen Krokus mit dem Frühling, der nur zu schnell zum Sommer wird, so wie die Jugendzeit, die sehr schnell vorbeigeht und unwiederbringlich ist.

Tore Strindberg war vor allem Skulpteur und Graveur, der von 1902 bis 1905 an der Kunstakademie in Stockholm studierte. Wenn man Kritikern Glauben schenken kann, so ist sein Krokusflickan eine seiner Meisterleistungen. Tore Strindbergs Arbeiten zeigen den französischen Stil des 16. Jahrhunderts, der sehr viele schwedische Künstler der 20er und 30er Jahre faszinierte, wobei Strindberg Lyrik und Skulptur zu vereinen suchte wie kaum ein anderer Künstler Schwedens.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 17. August 2009

Gustav III. von Johan Tobias Sergel in Göteborg


Versteckt zwischen Büschen, Brennesseln und Bäumen des Näckrosdammen in Göteborg findet jener, der sucht, eine Büste des schwedischen Königs Gustav III. Die Bronzebüste des Königs auf schwarzen Marmorsockel erinnert an einen König, der sehr viel für Kunst und Wissenschaft leistete und im Jahre 1923 vor dem Kunstmuseum aufgestellt wurde. 1926 wurde die Büste dann jedoch zu seinem heutigen Standort transportiert.

Die Büste von König Gustav III. wurde vom schwedischen Bildhauer Johan Tobias Sergel erstellt und Göteborg vom amerikanischen Volk geschenkt, da er der erste war, der nach dem Unabhängigkeitskrieg Beziehungen mit Amerika aufnahm. Auf dem Sockel der Büste kann man folgendes lesen: ”To the first monarch to extend the hand of friendship to the United States of America. At the close of the war of independence”.

Gustav III. war von 1771 bis 1792 schwedischer König und gilt als der begabteste und intelligenteste König Schwedens, jedoch auch der meist umstrittene in der Geschichte. Gustav III. Wurde am 16 März 1792 während eines Maskenballes in der Stockholmer Oper ermordet.

Johan Tobias Sergel, der die Bronzebüste geschaffen hat war Bildhauer, Maler, Skulpteur und Zeichner mit deutschem Ursprung. Der Sergels Torg in Stockholm wurde nach ihm benannt. Gustav III. Ernannte den Künstler 1780 zum Königlichen Bildhauer und Professor an der Kunstakademie.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. August 2009

Potatiskungen Jonas Alströmer von John Börjeson am Lilla torget in Göteborg


Jonas Alströmer, geboren 1685 in Alingsås bei Göteborg, ist wohl mehr bekannt als Potatiskungen, der König der Kartoffeln, als für seine wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Leistungen. Noch heute wird jährlich in Alingsås das Kartoffelfest gefeiert, auch wenn nicht mit absoluter Sicherheit bewiesen ist, dass Jonas Alströmer die Kartoffel auch wirklich nach Schweden gebracht hat. Geschichtlich bewiesen ist nur, dass Alströmer der erste in Schweden war, der Kartoffeln in größerem Ausmaß anbaute.

Die Statue von Jonas Alströmer am Lilla torget, die John Börjeson im Jahre 1905 realisiert hat soll jedoch weniger an den Kartoffelkönig erinnern, als vielmehr an die Leistungen Jonas Alströmers in Göteborg.

Jonas Alströmer gründete in Göteborg eine Zuckerraffinerie und war einer der ersten Direktoren des Schwedischen Ostindien-Kompanie, wobei er im Laufe seines Lebens auch zahlreiche Jungunternehmer mit Wissen und Kapital unterstützte. Allströmer war gleichzeitig ein Pinonier in Industrie und Landwirtschaft und war 1753 Mitbegründer der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

John Börjeson, der 1904 die Bronzestatue am Lilla torget schuf wurde erst relativ spät ein Künstler und arbeitete bis 1858 als Seemann, Schneider und begann eine Ausbildung als Goldschmied. Schließlich wurde er in der Kunstakademie angenommen, wo er nach Aufenthalten in Rom und Paris auch Lehrer wurde. Er schuf zahlreiche öffentliche Skulpturen und machte sich einen Ruf mit Skulpturen mit vor-nordischen Motiven.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin