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Mittwoch, 6. Januar 2010

Båten, das Boot, von Lenny Clarhäll in der Göteborger Oper


Wer im Foyer der Göteborger Oper in Richtung Opernrestaurant geht und seinen Blick nach oben richtet, sieht zwischen Restaurant und Nebenausgang ein bootähnliches Gebilde an der Decke hängen und damit das dritte Kunstwerk Lenny Clarhälls entdeckt, das in gewisser Weise zur Oper gehört.

Das metallene „Båt“ ist einem Boot nachgebildet und beinhaltet alte Münzen, die von der gesunkenen Götheborg geborgen wurden und damit einen Schatz der Ostindiefararen bedeutet. Båten, das Boot, kann in vielfacher Weise gedeutet werden, denn vor den Türen der Oper fließt der Göta Älv, die Entdeckung einer Aufführung ist wie eine Reise mit einem Boot das durch Musik und Bilder fährt und damit neue Horizonte öffnet und die Münzen können nicht nur den tatsächlichen Reichtum bedeuten, sondern auch den geistigen Reichtum, den man beim Besuch der Oper entdeckt und gewinnt.

Lenny Clarhäll wurde 1938 in Timmerdala geboren, wo er erst als Schreiner arbeitete, um dann am Konstfack in Stockholm seine Ausbildung zum Künstler zu erwerben. Seine Werke sind stark von seinen langjährigen Reisen nach Mexiko und den Vereinigten Staaten beeinflusst und sein Båt erinnert etwas an die Kunst der alten Indiokulturen. Seine jüngsten Werke neigen mehr und mehr zur abstrakten Kunst und fordern damit den Betrachter der Werke heraus. An der Oper findet man ebenfalls die Werke Snäckan und Venus hemlighet von Lenny Clarhäll.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Foto: Irene Kårlin

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Musikaliska Fragment von Martti Aiha am Haupteingang der Göteborg Oper


Am Haupteingang der Göteborger Oper am Lilla Bommen sieht man eine blaue Wand, die aus zahlreichen Puzzlesteinen zusammengesetzt scheint und der der Künstler den Namen Musikaliska Fragment (Musikalisches Fragment) gegeben habt. Wer diese einzelnen Puzzlesteine etwas genauer ansieht taucht in eine Welt der kalligraphischen Symbolik ein, die nur sehr schwer zu deuten ist.

Das Werk Musikaliska Fragment ist eine der typischsten Arbeiten die der Künstler Martti Aiha in den 90er Jahren schuf. Das kalligraphische Spiel aus dem Jahre 1994 ist in der Sprache des Künstlers geschrieben, in einer seiner Farben und mit den unzähligen Kreisen und geometrischen Formen, die, bei genauerer Betrachtung, zahlreiche Fabelwesen des Meeres darstellen und eine Symphonie des Wassers spielen.

Martti Aiha wurde 1952 in Pihtipudas in Finnland geboren und kam mit 12 Jahren nach Schweden. Der Künstler begann seine Ausbildung in der Läroanstalten för Konstindustrie und setzte sie dann vier Jahre lang in Finlands Konstakademi fort. Martti Aiha erhielt im skandinavischen Raum mehrere bedeutende Preise und seine Werke, die alle ohne jede politische Botschaft sind, kann man in zahlreichen Museen bewundert. Der Künstler arbeitet mit den verschiedensten Materialien, wobei seine Schaffensweise in drei Epochen eingeteilt werden kann.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 17. August 2009

Gustav III. von Johan Tobias Sergel in Göteborg


Versteckt zwischen Büschen, Brennesseln und Bäumen des Näckrosdammen in Göteborg findet jener, der sucht, eine Büste des schwedischen Königs Gustav III. Die Bronzebüste des Königs auf schwarzen Marmorsockel erinnert an einen König, der sehr viel für Kunst und Wissenschaft leistete und im Jahre 1923 vor dem Kunstmuseum aufgestellt wurde. 1926 wurde die Büste dann jedoch zu seinem heutigen Standort transportiert.

Die Büste von König Gustav III. wurde vom schwedischen Bildhauer Johan Tobias Sergel erstellt und Göteborg vom amerikanischen Volk geschenkt, da er der erste war, der nach dem Unabhängigkeitskrieg Beziehungen mit Amerika aufnahm. Auf dem Sockel der Büste kann man folgendes lesen: ”To the first monarch to extend the hand of friendship to the United States of America. At the close of the war of independence”.

Gustav III. war von 1771 bis 1792 schwedischer König und gilt als der begabteste und intelligenteste König Schwedens, jedoch auch der meist umstrittene in der Geschichte. Gustav III. Wurde am 16 März 1792 während eines Maskenballes in der Stockholmer Oper ermordet.

Johan Tobias Sergel, der die Bronzebüste geschaffen hat war Bildhauer, Maler, Skulpteur und Zeichner mit deutschem Ursprung. Der Sergels Torg in Stockholm wurde nach ihm benannt. Gustav III. Ernannte den Künstler 1780 zum Königlichen Bildhauer und Professor an der Kunstakademie.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 14. August 2009

Precious Cargo von Bertil Vallien an der Oper in Göteborg


Das Kunstwerk Precious Cargo wurde der Stadt Göteborg von einem der ältesten Handelshäuser Göteborgs anlässlich dessen 200jährigen Jubiläums geschenkt. Der Donator, das Handelshaus Ekman geht bis zur Zeit der Ostindiefararen zurück, wobei das Haus eine eigene Handelsflotte für ihre Transporte aufbaute.

Precious Cargo vom Glaskünstler Bertil Vallien fand seinen Platz hinter der Oper, mit Blick auf den früheren Handelshafen und den Göta älv. Bereits der Ort des Werkes, ein Glasboot mit eingebetteten "Handelsgütern", weist sowohl auf die Geschichte des Handelshauses als auch auf die Geschichte Göteborgs hin.

Bertil Vallien hat seine Glasskulptur, die am 25. Mai 2002 enthüllt wurde, in durchscheinendem, ungefärbtem Glas realisiert, wobei jedoch das Werk als Ganzes betrachtet werden muss, da bereits die quadratischen Steine unter der Skulptur Hering enthalten: Darauf folgt ein weißer Granitblock, der Papier darstellen soll und unter dem beladenen Schiff befindet sich sehr langsam rostender Stahl mit großem Kupferanteil, der dem Stahl seine veränderliche rote Rostfarbe verleiht.

Bertil Vallien wurde am 17 Januar 1938 geboren und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Glaskünstler Schwedens, der nicht nur Glasskulpturen schuf, sondern auch Gebrauchsglas entwarf. Er schuf vor allem Glasboote und Glasbüsten mit mystischen Symbolen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen sollen.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. Juli 2009

Snäckan, die Muschel, von Lenny Clarhäll an der Oper in Göteborg


Die Göteborger Oper verfügt über drei Skulpturen des schwedischen Künstlers Lenny Clarhäll. Die Skulptur, die vermutlich am meisten auffällt befindet sich zwischen dem Operngebäude und dem Freizeitboothafen Lilla Bommen. Sowohl die Farbe des Kunstwerkes als auch seine Form laden den Betrachter zum Nachdenken ein.

Lenny Clarhäll hat diese Skulptur Snäckan, die Muschel, genannt. Bei genauem Betrachten sieht man schließlich die Ähnlichkeit der 8 Meter langen und 5 Meter hohen Skulptur mit einer pärlbåtssnäcka, eines Perlbootes oder Schiffbootes, die an den Steilhängen der pazifischen Korallenriffe vorkommen.

Lenny Clarhäll hat für diese Skulptur auf Schiffsmetal zurückgegriffen, das der Snäckan ihre typische Farbe verleiht. Clarhäll gehört zu den Gegenwartskünstlern, die mit Holz, Aluminium, Bronze und vor allem auch mit oxydierenden Materialien arbeiten um Kunstwerken eine gewisses Eigenleben zu vermitteln. Die Snäckan hat Clarhäll 1994 realisiert, im selben Jahr, in dem die Göteborger Oper eingeweiht wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Juli 2009

Källan, die Quelle, von Bård Breivik an der Göteborger Oper


Am 25. Oktober 1994 wurde, gleichzeitig mit der neuen Oper in Göteborg, die Skulptur "Källan", die Quelle, am Jussi Björlings Plats an der Oper eingeweiht. Realisiert wurde die Skulpur vom Norweger Bård Breivik, der für die Schaffung der Quelle zu schwedischem rotem Vångagranit (Vanga) griff.

Im Hintergrund der Skulptur sieht man, je nach Position, die Oper, Nordstan, den Freihafen, Lilla Bommen Torg oder auch den Läppstiftet und den Barken Viking.

Der 8 Meter hohe rote Monolit drückt durch das ständig von der Spitze fließenden Wassers eine Quelle aus, die sich auch auf die Schaffenskraft und das Programm der Göteborger Oper übertragen lässt.

Copyright: Herbert Kårlin