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Montag, 1. März 2010

SGS am Campus Lindholmen in Göteborg


Eine besondere Art an Skulptur findet man vor dem Haupteingang zu den Studentenwohnungen in der Lindholmsallén, nahe dem Campus Lindholmen. Als die SGS Studentbostäder hier das Studentenwohnheim mit 385 Wohnungen errichten ließ, beauftragten sie auch einen Künstler, der weder im Bauprojekt genannt ist noch seine Signatur an der Skulptur hinterließ, eine Bronzeskulptur zu schaffen, die als Symbol für die SGS Studentenwohnungen dienen sollte.

Der Künstler hat dabei eine etwas ungewöhnliche Art der Symbolisierung gefunden, indem er das überdimensionale Werk so gestaltete, dass es in mehrdimensionaler Form die drei Buchstaben der Gesellschaft SGS übernimmt und damit ein zusätzliches, öffentliches Logo schafft. Um die Gesamtheit der Skulptur zu erkennen, muss man sie von drei Seiten betrachten. Vermutlich gehört das Werk mit zu den wenigst beachteten Göteborgs, da die meisten Studenten unter Zeitdruck zu ihren Vorlesungen der Technischen Hochschule Chalmers in Lindholmen eilen und das Werk dabei kaum beachten.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 5. Februar 2010

Poliskonstapel mit Hund in der Tredje Långgatan in Göteborg


Das alte Polizeigebäude im Göteborger Stadtteil Haga wurde international durch den Romankommissar Winter aus den Büchern Åke Edwardsons bekannt, auch wenn dort schon lange keine Polizei mehr stationiert ist und die Zellen zu Büroräumen wurden. In den Filmen mit Kommissar Winter wird immer wieder der Eingang zu diesem Ziegelgebäude aus dem Jahre 1911 eingeblendet und damit ein Kunstwerk, dessen Schöpfer nie ausdrücklich genannt wurde.

Über dem Eingang des Gebäudes in der Tredje Långgatan steht, auf dem Göteborger Wappen, ein Poliskonstapel mit seinem Hund, der an die Arbeit der Polizei zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnert. Zahlreiche Göteborger Architekten dieser Zeit wollten durch ein Kunstwerk die Bestimmung des Gebäudes kennzeichnen, damit selbst leseunkundige Personen maßgebliche Gebäude der Stadt an einer Ausschmückung des Gebäudes oder einer Skulptur identifizieren konnten. Der Poliskonstapel mit seinem Hund ist hier keine Ausnahme.

Auch wenn die künstlerische Arbeit teils von bedeutenden Künstlern jener Zeit ausgeführt wurden, so zeichnete oft nur der Architekt für das Gesamtwerk, zumal er die Skulptur als Teil des Hauses betrachtet. Beim Poliskonstapel ist daher ebenfalls nur der Architekt Charles Lindholm genannt. Da Charles Lindholm (1870 - 1955) jedoch nicht nur Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers studierte, sondern auch die Kunstakademie mit großem Erfolg besuchte und von 1906 bis 1912 Rektor der Slöjdföreningens skola in Göteborg war, ist es möglich, dass er auch selbst die Skulptur des Poliskonstapels schuf ohne dies besonders anzumerken.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Solport von Görel Steg am Göta Älv in Göteborg


Ein Solport oder Sonnentor spielte in vielen Kulturen eine Rolle, egal ob man bei Kelten, Griechen, Indern oder Mayas sucht. Die Solport bietet immer eine Verbindung zwischen zwei Welten durch die sehr häufig Götter kommen. In der nordischen Mythologie öffnete sich eine Solport jeweils zur Sommersonnenwende, ähnlich der keltischen Mythologie.

Görel Steg schuf ihre Solport, die aus zwei Holzpollern besteht und am Norra Älvstranden des Göta Ålv in Göteborg steht, nicht wie üblich aus Stein, sondern schnitzte sie vor Ort in Holz, wobei die gewählte Stelle am Fluss an den alten Glauben der Mayas erinnert, als der Sonnengott aus dem Wasser stieg und durch das Sonnentor zum auserwählten Volk der Mayas kam.

Aber unabhängig, aus welcher Mythologie die Künstlerin ihre Anregung zum Kunstwerk Solport nahm, es soll die glorreiche Zukunft der Norra Älvstranden bei Eriksberg spiegeln und jeweils zur Sonnenwende Wohlstand und Glück über diesen Stadtteil Göteborgs bringen.

Görel Steg, geboren 1957, widmet sich heute der Malerei und studierte ursprünglich Innenarchitektur an der Göteborger Hochschule für Design und Kunsthandwerk (HDK), bevor sie an der Technischen Hochschule Chalmers ein Architekturstudium absolvierte. Im Auftrage der Eriksbergs Förvaltnings AB realisierte sie am Norra Älvstranden auch die Skulpturengruppe Främmande Fågel.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 19. Dezember 2009

Expo 98 i Lissabon von Johan Henrikson am Korsvägen in Göteborg


Bei der Weltausstellung 1998 in Lissabon wirkte nicht nur die Technische Hochschule Chalmers beim Thema «Die Zukunft der Ozeane» mit, sondern der schwedische Pavillon zeigte auch ein Stück Göteborgs. Der im Chalmers ausgebildete Architekt Johan Henrikson schuf ein Werk aus Stein und Beton, das den Göteborger Küstenstreifen mit imitierten Steinritzungen und die Bedeutung des westschwedischen Handels und Transports darstellte.

Die imitierten Steinritzungen symbolisieren die Bedeutung der Seefahrt und ergänzen die alten Zeichnungen mit Ritzungen von Autos und moderner Industrie um eine Brücke aus der Vergangenheit in die Zukunft zu schaffen. Teile dieser Ausstellung wurden nach der Messe als eine Art Steinfliesen am Korsvägen in Göteborg aus den Originalelementen aus Portugal wieder aufgebaut. Heute geht fast jeder, der zur Göteborger Messe kommt über dieses Werk, meist ohne es zur Kenntnis zu nehmen.

Das Werk Expo 98 wurde vom Golfarchitekt Johan Henrikson (48) hergestellt, der am Liebsten Golfplätze plant, aber auch immer wieder zu künstlerischen Aktivitäten findet, die Landschaft und Kunst mit Architektur vereinen. Nach gesundheitlichen Problemen bremst Johan Henrikson nun seine Schaffenskraft etwas und arbeitet vor allem als Designer von Golfbanen, wo er Hobby und Arbeit vereinen kann.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Montag, 27. Juli 2009

John Ericsson von Ingel Fallstedt an der Avenyn in Göteborg


John Ericsson war einer der bedeutendsten Erfinder des vorletzten Jahrhundert. Er entwickelte den Schiffspropeller für das Kriegschiff Monitor, setzte die Dampfkraft ein, die aus Luft gewonnen wird und wurde mit seinen zahlreichen Erfindern vermutlich der best bekannte "Schwede" in Amerika, wo zahlreiche Statuen an Ericsson, der im Jahre 1839 nach New York auswanderte, erinnern.

Seine Verbindung zu Göteborg sind etwas vage, denn auch wenn die Chalmers Universität in Göteborg, eine Technische Hochschule, jedes Jahr die John Ericsson Medaille verleiht, so ist außer dem wissenschaftlichen Interesse keine Verbindung zwischen John Ericsson und der Stadt zu finden, im Gegensatz zu seinem Bruder Nils Ericson, der der Stadt erhebliche Dienste leistete ohne je eine Statue in Göteborg gewidmet zu bekommen.

Die Bronzestatue an der Kungsportsavenyn wurde von Ingel Fallstedt im Jahre 1899 fertig gestellt und am 6. Oktober desselben Jahres im Beisein von Olof Wijk enthüllt. Die Idee der Statue kam von Claes Adelsköld, einem Chalmers Absolventen und Miterbauer der Eisenbahn, initiiert, der dafür Geld sammelte.

Ingel Fallstedt, der Künstler, erlebte die Enthüllung seiner letzten Statue nicht. Er hatte das Bild Ericsson zu sehr in den Schmutz gezogen, indem er, zum Beispiel, von ungebügelten Hosen des Wissenschaftlers sprach. Üble Nachrede und ausbleibende Aufträge waren die Folge. Auf Grund des gesellschaftlichen Druckes erhängte sich Fallstedt daher vier Monate vor der Enthüllung der Statue.


Copyright: Herbert Kårlin