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Sonntag, 23. August 2009

Hagas Geschichte (Hagas Historia) von Tord Thamming in Göteborg


Wer die Haga Nygata entlanggeht entdeckt an der Kreuzung zur Kaponjärngatan ein Bronzerelief von Tord Thamming, das auf vier Seiten die bedeutendsten Bauwerke Hagas darstellt wie auch die bedeutendsten Persönlichkeiten, die den Göteborger Stadtteil Haga geschaffen haben. Dies ist auch der Grund, warum diese Skulptur Hagas Historia oder Hagas Geschichte heißt. Die beiden "Götheborger" Löwen auf den Bänken sind begrenzen die Skulptur und sind Teil des Werkes.

Haga war der erste per Karte fixierte Stadtteil Göteborgs außerhalb der befestigten Stadt, die sich innerhalb des Wallgrabens befand. Ausser einer Brauerei hatte der Stadtteil, der ursprünglich auch Masthugget in sich vereinte, nie irgendwelche Industrie. Bis in die 70er Jahre war Haga vor allem von Arbeitern bewohnt, die auch seine Geschichte formte. Nach zahlreichen Renovierungsarbeiten nahm Haga eine bohemischen Charakter an, der in den jüngsten Jahren dem Neureichtum Platz machen muss.

Tord Thamming hat in seinem Bronzewerk Hagas Historia die alte Geschichte Hagas herausgearbeitet. Der schwedische Künstler arbeitet auch als Lehrer für Bildhauerei, wobei er der einzige Künstler Schwedens ist, der über eine eigen Bronzegießerei verfügt, wo er seine Werke von der Idee bis zum fertigen Produkt selbst herstellt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. August 2009

Minnesmärke Raoul Wallenberg von Charlotte Gyllenhammar in Göteborg


Raoul Wallenberg wurde am 4. August 1912 in Lidingö geboren und bereiste in seinen jungen Jahren große Teile der Welt. 1944 wurde er von der schwedischen Regierung, in Zusammenarbeit mit dem War Refugee Board, nach Budapest geschickt um dort der jüdischen Bevölkerung zu Hilfe zu kommen, indem er zahlreichen Juden behelfsmäßige schwedische Pässe ausstellte. Bei Kriegsende wurde Raoul Wallenberg von den Sowjets festgenommen. Die Umstände seiner Todes blieben bis heute unaufgeklärt.

Nachdem Göteborg im zweiten Weltkrieg das Hauptquartier der schwedischen Nazis war, wollte die Stadt im Jahre 2001 einen endgültigen Schlussstrich unter diese wenig schmeichelnde geschichtliche Erinnerung setzen und daran erinnern, dass die Mehrheit der Schweden, und auch der Göteborger, gegen das Naziregime waren, oder eben wie Raoul Wallenberg, dagegen arbeiteten. In diesem Rahmen finanzierte der Charles Felix Lindbergs Donationsfond ein Erinnerungsdenkmal für Raoul Wallenberg auf dem Kirchhof der Haga Kyrkan in graphischem Beton und Bronze, das Charlotte Gyllenhammar, nach einer Ausschreibung, realisieren durfte.

Am 25. Mai 2007 wurde das Denkmal mit Bronzeskulptur schließlich von Kofi Annan enthüllt. Das Werk von Charlotte Gyllenhammar besteht aus zwei Teilen. Schon von weitem sichtbar ist das Porträt von Raoul Wallenberg, das die Künstlerin in graphischem Beton realisiert hat. Als Modell diente ein Jugendfoto Wallenbergs, eines Mannes, der noch nichts von den Gräueltaten des Nazideutschlands weiß und daher die Welt noch mit positiven Augen betrachtet. Zu seinen Füßen liegen jedoch schon zwei ausgemergelte Jungenkörper in Bronze, die man in ganz Europa während des zweiten Weltkrieges finden konnte. Charlotte Gyllenhammar will mit diesen beiden Jungen nicht nur eine Erinnerung schaffen, sondern den Betrachter auch zum Nachdenken bringen und ihm ein Bild zeigen, das heute noch in vielen Ländern eine Realität ist und jeden von uns Morgen wieder persönlich treffen kann.

Charlotte Gyllenhammar wurde am 16. Dezember 1963 in Lerum bei Göteborg geboren ist heute eine weit über Schweden hinaus bekannte Künstlerin: Sie studierte Kunst in Göteborg und Stockholm, wobei sie ihre Fähigkeiten schließlich im Royal College of Art in London vervollständigte. Zahlreiche ihrer Werke findet man heute in verschiedenen Museen Europas.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin